Genügend Könige zu finden, ist gar nicht mehr so leicht Sternsinger sind unterwegs

Verl (vif). Etwa 90 Könige zwischen 8 und 17 Jahren werden heute und morgen durch die Straßen von Verl ziehen und die Häuser der Einwohner segnen. Doch um für diese wichtige Mission vorbereitet zu sein, braucht es eine Kostümprobe und genügend Sternsinger. Letzteres wird Jahr für Jahr schwieriger.

Die Könige Simon Hartkämper, Lukas Hartkämper und Jannik Düttmann haben passende Gewänder gefunden.
Die Könige Simon Hartkämper, Lukas Hartkämper und Jannik Düttmann haben passende Gewänder gefunden. Foto: Viktoria Farkas

Die Betreuer und Helfer sind froh, wenn sich genug Kinder finden, um alle 46 Bezirke Verls abzudecken. Dies sei jedoch seit einigen Jahren nicht mehr der Fall gewesen, sagen sie. Die Zahl der Sternsinger sinke immer weiter. Das sei eine ähnliche Entwicklung wie bei der Zahl der Kommunionkinder, die auch kontinuierlich abnehme.

Zurück zu Erfreulicherem, zur Kostümprobe: Ein Team rund um Gemeindereferent Meinolf Sack hilft beim Kostüme anprobieren, es werden Kronen gebastelt in locker-turbulenter Atmosphäre. Viele der Kinder und Jugendlichen sind fasziniert davon, Gleichaltrigen in Problemländern zu helfen. Dieses Jahr ist das Projektland Indien, die Könige sammeln Spenden für Organisationen gegen Kinderarbeit.

»Beim ersten Treffen wurde ein Video zur Einführung in das Thema gezeigt, in dem ein Achtjähriger von 5 Uhr morgens bis 8 Uhr abends arbeiten musste«, erzählt der Gemeindereferent. Diese Geschichte hätte die Kinder sehr beeindruckt und nachdenklich gemacht, schließlich sei das Kind gerade mal so alt wie die Jüngsten der Truppe. Diese Möglichkeit zur Hilfe motiviert viele der Kinder Jahr für Jahr. So sind Jette (12) und Stella (12) nun seit drei Jahren dabei. Die Zwillinge Simon und Lukas (11) betonen, dass man so die Möglichkeit habe, anderen Kindern zu helfen.

Monika Echterhoff unterstützt die Sternsinger-Aktion bereits seit 1976. Sie hilft bei den Vorbereitungstreffen, und wenn Bezirke unbesetzt bleiben, zieht sie sogar selbst von Haus zu Haus. Denn diese Aktion verkörpere das, was die Menschen ausmache, sagt sie. »Die Bereitschaft, anderen zu helfen.« Außerdem arbeite sie gerne mit Kindern zusammen und die Aktionen machten ihr immer wieder großen Spaß.

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