Angeklagter (47) hatte bei einer Rangelei eine Fingekuppe verloren Verhaftung kurz nach der Freilassung

Verl (WB/swa). Nach seiner Entlassung aus der Justizvollzugsanstalt ist er nur wenige Stunden lang auf freiem Fuß. Weil er den Leiter seiner neuen Verler Wohnunterkunft attackiert, wird er nämlich wieder festgenommen. Jetzt soll der 47-Jährige in eine Psychiatrie eingewiesen werden.

Wegen eines Vorfalls mit Körperverletzung in Verl muss sich ein 47-jähriger Mann vor dem Landgericht Bielefeld verantworten.
Wegen eines Vorfalls mit Körperverletzung in Verl muss sich ein 47-jähriger Mann vor dem Landgericht Bielefeld verantworten. Foto: dpa/Symbolfoto

Seit Dienstag muss sich der gebürtige Kosovare vor dem Landgericht Bielefeld verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, am 6. Dezember 2016 den 68-jährigen Geschäftsführer des Zirkelvereins Gütersloh gewaltsam angegriffen zu haben. Beim Kampf soll der Angreifer ei­ne Fingerkuppe verloren haben.

Übergabe mit Großaufgebot an Sicherheitskräften

Die soziale Einrichtung am Verler Hasenweg, welche sich schon seit 1989 um die Integration von Menschen mit geistigen und seelischen Behinderungen kümmert, hatte am Vormittag den vorbestraften 47-Jährigen aus der JVA abgeholt.

Die Beamten beschrieben den wegen mehrfachen Diebstahls Verurteilten als aggressiv. Die Mitarbeiter des Verler Vereins zeigten sich verwundert, dass der in Einzelhaft sitzende Mann mit einem Großaufgebot an Sicherheitskräften übergeben wurde.

Stimmung kippt am Abend

Die Eingliederung sollte nach Aussage des Geschäftsführers, der sich persönlich um den neuen Bewohner kümmerte, zunächst problemlos verlaufen sein. »Ich konnte einen guten Draht zu ihm aufbauen und ihn wie ein kleines Kind an die Hand nehmen.« Gemeinsam wurde das Zimmer hergerichtet und zu Abend gegessen.

Angreifer verliert eine Fingekuppe

Als der 68-Jährige jedoch merkte, dass sein neuer Bewohner zunehmend aggressiver wurde, griff er zum Handy, um sich Unterstützung durch eine Nachtschwester hinzuholen. Doch der 47-Jährige soll davon Wind bekommen haben und sich auf den Geschäftsführer gestützt haben, um ihm das Telefon aus der Hand reißen.

Der Beschuldigte soll auf unbekannte Weise bei der Rangelei eine Fingerkuppe verloren haben. Der 68-Jährige zog sich dabei eine Beule an Kopf zu. Die einschreitende Bereichsleiterin im Haus alarmierte die Polizei.

Urteil wird für 10. Juli erwartet

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld strebt mit dem Verfahren die Un­terbringung des Beschuldigten in einer Psychiatrie an. Dort saß der 47-Jährige bereits zehn Jahre lang. Nach seiner bislang letzten Verurteilung wollte das Landgericht Bielefeld den Mann erneut in ei­ner Klinik unterbringen, doch der Bundesgerichtshof hob die Entscheidung auf. Das Urteil wird am 10. Juli erwartet.

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