Familien kamen trotz Zuweisungsstopp – Aufnahmequote: 99 Prozent Neue Flüchtlinge reisen frühestens in vier Wochen an

Verl (WB). Viele NRW-Kommunen müssen seit Monatsbeginn wieder Flüchtlinge aufnehmen. Verl ist außen vor. Das soll mindestens bis Mitte August auch so bleiben.

Von Julian Stolte
In den Schwedenhäusern an der Kleiststraße hat die Stadt auch Mustafa Muhammad und dessen Ehefrau Sido Kawthay untergebracht. Sie leben dort mit ihren drei Kindern, mit denen sie vor einem Jahr aus ihrer syrischen Heimat geflüchtet waren.
In den Schwedenhäusern an der Kleiststraße hat die Stadt auch Mustafa Muhammad und dessen Ehefrau Sido Kawthay untergebracht. Sie leben dort mit ihren drei Kindern, mit denen sie vor einem Jahr aus ihrer syrischen Heimat geflüchtet waren. Foto: Julian Stolte

Die in Nordrhein-Westfalen ankommenden Flüchtlinge weist die Bezirksregierung in Arnsberg derzeit landesweit 110 Kommunen zu. Etwas mehr als jede dritte Stadt oder Gemeinde in NRW nimmt also seit Beginn des laufenden Monats wieder Flüchtlinge auf. Diese Kommunen eint, dass sie am 1. Juli eine sogenannte Aufnahmequote von weniger als 90 Prozent aufgewiesen haben.

Daten und Fakten

In Verl leben 450 Flüchtlinge. Bisher galt die Prognose, dass es bis Jahresende 1000 werden könnten. Das ist kein Thema mehr. Die Stadt rechnet damit, dass es Ende Dezember etwa 600 sein werden. Diese Annahme könne sich aber täglich verändern.

Die Stadt Verl gehört nicht dazu. 99 Prozent beträgt die Aufnahmequote. Den vergleichsweise hohen Wert verantwortet die Stadt zu ei­nem Teil selbst und nicht etwa die zuständige Behörde im Sauerland. Der Grund: Im Rathaus hat man in jüngerer Vergangenheit den Zuzug neuer Flüchtlinge organisiert – trotz Zuweisungsstopp.

Dabei handelt es sich nach laut Stadtverwaltung ausschließlich um Familien. Verl wird dadurch allerdings nicht mehr Flüchtlinge aufnehmen als es der sogenannte Verteilschlüssel gemäß Aufnahmequote vorsieht. Die Verwaltung hat den neuen Zuweisungen, die absehbar waren, lediglich vorgegriffen. Auf die Weise ergibt sich ein gewisser Einfluss darauf, welche Menschen nach Verl kommen.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie am Donnerstag, 21. Juli, im WESTFALEN-BLATT, Lokalteil Verl.

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