Marode Kleinschwimmhalle sorgt für Schwung in Hallenbadfrage – Ratsbürgerentscheid zur Bundestagswahl? Michael Esken: »Es gibt nur eine Variante«

Verl (WB). Unter welchem Dach ziehen die schwimmfreudigen Verler künftig ihre Bahnen im Wasser? Eine überdachte Einrichtung am Freibad ist weiterhin in der Diskussion, nun wurden an der Kleinschwimmhalle massive Schäden festgestellt. Es droht sogar eine komplette Sanierung des Bades im Schulzentrum, in dem vorwiegend Aktive der DLRG und Schüler schwimmen. In einem Pressegespräch machte Bürgermeister Michael Esken deutlich, dass nur eine der zwei möglichen Varianten in Frage komme.

Von Andreas Berenbrinker
Soll ein Hallenbad direkt neben das Verler Freibad gebaut werden? Einen Ratsbürgerentscheid kann sich Bürgermeister Esken im Rahmen der Bundestagswahl 2017 vorstellen. Eine Sanierung der Kleinschwimmhalle bringt dieses Vorhaben allerdings ins Wanken.
Soll ein Hallenbad direkt neben das Verler Freibad gebaut werden? Einen Ratsbürgerentscheid kann sich Bürgermeister Esken im Rahmen der Bundestagswahl 2017 vorstellen. Eine Sanierung der Kleinschwimmhalle bringt dieses Vorhaben allerdings ins Wanken. Foto: Andreas Berenbrinker

Schnellere Antwort als gedacht ist möglich

»Ja, es kann durchaus sein, dass die Hallenbadfrage schneller beantwortet wird als gedacht«, sagte das Stadtoberhaupt, das gemeinsam mit den politischen Vertretern auf ein abschließendes Gutachten zu den Lädierungen an der Kleinschwimmhalle wartet, welches in den nächsten Wochen erstellt werden soll. Wahrscheinlich ist aber, dass die Schäden so groß sind, dass eine Sanierung nicht mehr in Frage kommt. Ein Statiker habe bereits signalisiert, dass das Becken abgestützt werden müsse.

Wie berichtet hatte die Mehrheitsfraktion der CDU schon auf die neuen Begebenheiten reagiert. Die Politiker bitten die Verwaltung, aufzuzeigen, ob ein Ersatzbau mit fünf 25-Meter-Bahnen an der gleichen Stelle im Schulzen­trum möglich sei und wie es mit den Investitions- und Folgekosten aussehe. Zwischen den Antragszeilen ist also durchaus die Tendenz zu lesen, dass die CDU-Fraktion einen überdachten Schwimmstandort im Schulzen­trum befürworten würde.

Ratsbürgerentscheid weiterhin im Blick

Trotz der neuen Erkenntnisse – laut einer Studie aus dem Jahr 2015 sollte die Kleinschwimmhalle bis 2028 ohne größere Investitionen nutzbar sein – behält Bürgermeister Esken auch den von den Grünen gewünschten Ratsbürgerentscheid im Auge. »Dieser Entscheid könnte im Zuge der Bundestagswahl im kommenden Jahr fallen«, meinte Esken, der aber ausdrücklich betonte, dass die Verler Bürger im Vorfeld genau über die Hallenbadpläne, insbesondere über Kosten- und Folgekosten informiert werden müssten.

Erst dann könne der Rat mit einer Zweidrittelmehrheit beschließen, einen Ratsbürgerentscheid durchzuführen. Zu beachten sei dann, dass an diesem Entscheid Wähler ab 16 Jahren teilnehmen dürften, bei der Bundestagswahl aber nur jene ab 18 Jahren.

Kein Spaßbad zu erwarten

Auch Michael Esken ließ zwischen den Zeilen durchblicken, dass er ein Hallenbad am Meierhof kritisch sieht. »Gütersloh investiert eine Millionensumme in die Welle, und auch Schloß Holte-Stukenbrock renoviert das dortige Hallenbad«, merkte er vielsagend an. Dass es in Verl – womöglich entgegen der weitläufigen Meinung der Bevölkerung – kein Spaßbad geben wird, hatte Esken mehrfach unterstrichen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.