Ausstellung im Verler Rathaus: Bilder unter dem Eindruck des Bürgerkriegs Ausstellung im Verler Rathaus

Verl (WB/stl). »Wir setzen hier ein Zeichen für Integration und die Öffnung unserer Gesellschaft«. Mit deutlichen Worten hat Bürgermeister Michael Esken im Rathaus eine Ausstellung mit 40 Arbeiten des Syrers Abdulkader Khalil eröffnet.

Freuen sich über die Ausstellungseröffnung im Rathaus: (von links) Kurator Stefan Skowron, Künstler Abdulkader Khalil und Bürgermeister Michael Esken.
Freuen sich über die Ausstellungseröffnung im Rathaus: (von links) Kurator Stefan Skowron, Künstler Abdulkader Khalil und Bürgermeister Michael Esken. Foto: Stefan Lind

Entstanden sind sie in Verl, wo der Künstler seit dem Sommer 2014 lebt – als Ausdruck seiner extrem widersprüchlichen Erfahrungen in der jüngsten Zeit. Er musste vor dem Bürgerkrieg in der alten Heimat fliehen, fühlte sich monatelang verfolgt und wagte schließlich einen Neuanfang in Deutschland.

Zeichnen und Malen sind nicht sein Hauptberuf – Khalil war früher Schulinspektor –, »aber sein Hobby ist ein wichtiges Ventil geworden, das Erlebte zu verarbeiten in der Sprache der Bilder, die wir alle verstehen können«, betonte der Bürgermeister.

Zahlreiche Besucher waren zur Ausstellungseröffnung gekommen, darunter auch viele Mitglieder aus dem Familien- und Freundeskreis des Künstlers.

Khalil lebt seit 2014 mit seiner Familie in Verl

Kurator Stefan Skowron, der bereits für mehrere Ausstellungen im Rathaus verantwortlich zeichnete, ordnete in seinem Redebeitrag die Bilder Abdulkader Khalils ein: Es seien »teils erschütternde, teils verstörende, aber auch fantasievoll-leichte, sichtbar in Gedanken vor sich hin mäandernde, figurenreiche Arbeiten, die uns vor allem immer dann am Nachhaltigsten beeindrucken, wenn sie nicht vordergründig mit dem Grauen von Krieg und Flucht umzugehen versuchen, sondern sich der Schönheit von Beziehungen, dem Frieden von guten Träumen oder der Hoffnung widmen.«

Ganz wichtig: Der Ausgangspunkt der Darstellung sei nicht nur ein persönlicher, Khalil sei auch Chronist und Zeitzeuge. »Das ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass Kunst entsteht, die über das Biografische hinausgehende gesellschaftlicher Relevanz besitzt.«

Die Ausstellung wird bis zum Herbst im Rathaus zu sehen sein und kann zu den allgemeinen Öffnungszeiten besucht werden (montags bis mittwochs 8 bis 12.30 Uhr und 14 bis 16.30 Uhr, donnerstags 8 bis 12.30 Uhr und 14 bis 17.30 Uhr, freitags 8 bis 12.30 Uhr).

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