Rat fasst grundsätzlichen Beschluss – zwei Varianten in engerer Wahl Neubau für Rathauserweiterung

Verl (WB/stl). Der Bedarf steht fest: 18 Räume mehr benötigt die Verler Stadtverwaltung, umgerechnet rund 400 Qua­dratmeter Bürofläche. Und während unlängst im Haupt- und Finanzausschuss (HFA) noch zwei Alternativen zur Wahl standen, um diese Misere zu beenden – Räume anmieten oder Neubau errichten – hat sich der Rat festgelegt: Es wird gebaut.

Das Verler Rathaus wird zu klein, neue Fachämter erfordern zusätzliche Räume. Die Kommunalpolitiker favorisieren einen ergänzenden Neubau.
Das Verler Rathaus wird zu klein, neue Fachämter erfordern zusätzliche Räume. Die Kommunalpolitiker favorisieren einen ergänzenden Neubau.

Die Liste der Mietobjekte, die der Stadt angeboten werden, ist nach der ersten Berichterstattung über die Erweiterungspläne noch einmal größer geworden, aber überzeugen konnte keines davon. Lediglich Wolfgang Rohde (FWG) signalisierte Sympathie für die Idee, Büroräume anzumieten, da seiner Meinung nach das Raumprogramm, das Bürgermeister Michael Esken vorgelegt habe, »sehr überzogen« sei.

Mit dieser Ansicht stand er allerdings ziemlich allein da, denn aus allen anderen Parteien gab es wohlwollende Wortbeiträge zu den Neubauentwürfen, die Architekt Karsten Schlattmeier im Ausschuss vorgestellt hatte. Von fünf Varianten sind jetzt zwei in die engere Wahl gekommen; der Rat hat die Verwaltung beauftragt, die Architektenhonorare zu errechnen, die für konkretere Planungen notwendig sind, und im nächsten HFA vorzulegen. Danach könne die Auftragsvergabe erfolgen. Schlattmeier geht davon aus, dass für einen Neubau, je nach Ausführung, zwischen 3 und 3,3 Millionen Euro notwendig sind – so seine Schätzungen. Mit mindestens 18 Monaten bis zur Einweihung müsse man rechnen.

Kosten liegen zwischen 3 und 3,3 Millionen Euro

Variante A sieht vor, den alten Ratssaal abzureißen und an derselben Stelle einen Neubau zu errichten, dann aber mit zwei Obergeschossen und einem Keller. 420 Quadratmeter Bürofläche können so entstehen, rund 400 werden für die bereits erwähnten 18 Räume gebraucht. Ein solcher Plan sei nicht nur schnell umsetzbar, so Architekt Karsten Schlattmeier, er biete die Möglichkeit, einen neuen Ratssaal zu errichten. Der bisherige sei ohnehin in einigen Jahren sanierungsbedürftig. Wichtig sei auch, dass man auf diesem Wege dringend benötigte Archivflächen erhalte (260 Quadratmeter).

Variante B geht davon aus, den alten Ratssaal zu erhalten und stattdessen auf dem Nachbargrundstück an der Ecke Hauptstraße/Paderborner Straße zu bauen – dort, wo jetzt noch das Fotogeschäft Malinowsky zu finden ist. Hier wäre, bei ebenfalls zwei Obergeschossen, und einem Keller, Platz für 400 Quadratmeter Büroflächen und 220 Quadratmeter Archiv. Allerdings, so Schlattmeier, sei diese städtebaulich wertvolle Fläche fast schon zu schade für einen reinen Verwaltungsbau. Sein Vorschlag: Hier könne die Bibliothek einen neuen Standort finden. Der Mietvertrag für die Einrichtung an der Hauptstraße endet 2018.

Variante A ist erklärter Lieblingsentwurf der Grünen, wie Johannes Wilke erläuterte, auch Peter Heethey von der SPD favorisiert sie; er betonte aber, man sei in seiner Fraktion auch offen für andere Ideen. A oder B, so beschrieb Gabi Nitsch die Meinungsbildung bei der CDU. Dr. Ulrich Klotz (FDP) schließlich signalisierte seine grundsätzliche Zustimmung zu einer Erweiterung, festlegen auf einen Entwurf wollte er sich noch nicht.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.