Junge Leute aus der Kunstschule in Witebsk zeigen zum 25. Mal ihre Arbeiten Kulturaustausch mit Tradition

Verl (WB). »Kunst verbindet uns«, stellte ein beeindruckter Bürgermeister Michael Esken fest. »Ihr alle habt ein tolles Talent. Ich könnte meine Gedanken und Gefühle niemals so wunderbar in Bildern ausdrücken.« Das Lob galt 20 Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus der Kunstschule Marc Chagall im weißrussischen Witebsk.

Von Petra Blöß
Aquarelle aus junger Künstlerhand erfreuten Bürgermeister Michael Esken (links) und Gymnasialleiter Ares Rolf. Sie nahmen die Bilder der Witebsker Schüler für Stadt und Schule entgegen.
Aquarelle aus junger Künstlerhand erfreuten Bürgermeister Michael Esken (links) und Gymnasialleiter Ares Rolf. Sie nahmen die Bilder der Witebsker Schüler für Stadt und Schule entgegen. Foto: Petra Blöß

Im Foyer des Gymnasiums stellen sie noch bis zum 4. Mai Werke aus ihrem umfangreichen Schaffen aus. Und wie immer: Es sind Bilder voller Ausdruck und Können. Dabei feiern die ferne Bildungseinrichtung, die heimische Schule und die logistischen Kooperationspartner Sputnik und Droste-Hausein Jubiläum. Zum 25. Mal bereits sind in jährlicher Folge Gemälde, Skizzen, Aquarelle und Co. zu sehen; insgesamt 134 Bilder, 33 im Stammsitz des Jugendaustauschwerkes am Schillingsweg, 25 in einer Betheler Einrichtung am Standort Eckardtsheim und 76 im Gymnasium.

»Auch dieser Jugendaustausch lässt wie viele andere unter der Führung des Droste-Hauses nachhaltige Freundschaften entstehen und trägt zur Völkerverständigung bei. Menschen, die Freunde sind, leben in Frieden«, betonte Esken vor zahlreichen Anwesenden im Rahmen der Ausstellungseröffnung. »JAW-Gründer Hugo Wöstemeyer hat immer an Frieden und Gerechtigkeit geglaubt und sie gelebt. Er sah in der Jugend die Zukunft.« Verl sei der Ort, an dem nach der weißrussischen Stadt selbst weltweit die meisten Bilder aus Witebsk zu finden seien. »Behaltet uns in guter Erinnerung, und wenn ihr durch eure Bilder ein Vermögen verdient, dann denkt zurück an diese Ausstellung.«

Mit dem Verkauf der Bilder finanzieren die Schüler ihre Reise

Als »außerordentlich gelungenes Beispiel bürgerschaftlichen Engagements« wertete der Leiter des Droste-Hauses Karl-Josef Schafmeister die 25 Jahre gemeinsamen Weges der Witebsker Jugend, der Gastfamilien und des Gymnasiums. Sein Dank galt allen, die diese Form des künstlerischen, schulischen und privaten Austausches möglich machten. Für langjährige Begleiter hatte er Fotobücher mit Rückblicken auf das Vierteljahrhundert mitgebracht. Besonderer Applaus galt dabei Peter Quick, der ausnahmslos bei jeder Begegnung in Verl und Witebsk dabei war und wesentlichen Anteil am gelungenen Miteinander hat.

Die Witebsker Kunstschule Marc Chagall ist stilistisch durchaus geprägt von ihrem Namensgeber, bietet aber eine Vielfalt an Möglichkeiten. Genau so sind die Exponate im Foyer. Vom zarten Aquarell bis hin zu schwarz-weißen Darstellungen, von abstrakten Motiven bis zur ganz konkreten Landschaft reicht die Palette, in der sich auch bekannte Bauwerke aus Metropolen der Welt in einer ganz neuen Sichtweise finden.

Geöffnet ist die Ausstellung montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr. Weitere Termine können unter Tel. 0 52 46/50 31 60 vereinbart werden. Die Bilder sind verkäuflich. Mit dem Erlös finanzieren die Jugendlichen, die zwischen 15 und 21 Jahren sind, einen Teil ihrer Reise nach Verl. Am Wochenende geht es für sie und ihre fünf Begleiter zurück in die weißrussische Heimat. Die Bilder aber bleiben.

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