Was sich die Wirtschaft von der Freigabe des Steinhagener Abschnitts und vom Lückenschluss verspricht A 33 soll neue Mitarbeiter bringen

Steinhagen (WB/anb/SKü). Vor allem die bessere Erschließung der Märkte hat die Wirtschaft bisher zumeist betont, wenn sie auf den Lückenschluss der A 33 drängte. In Zeiten des Facharbeitermangels kommt ein neues Moment hinzu: »Für uns ist die A 33 für die Gewinnung von Arbeitskräften wichtig. Durch die Autobahn bekommen wir einen größeren Einzugsbereich für Mitarbeiter«, sagt Christian Buske, Geschäftsführer des Steinhagener Hightech-Unternehmens Plasmatreat.

Wenn erst die Autos auf dem Steinhagener Abschnitt rollen, werden die heimischen Unternehmen schneller an den Märkten sein.
Wenn erst die Autos auf dem Steinhagener Abschnitt rollen, werden die heimischen Unternehmen schneller an den Märkten sein. Foto: Bluhm-Weinhold

Seine Firma, 210 Mitarbeiter stark, 35,5 Millionen Euro Umsatz und gerade von der »Wirtschaftswoche« als Hidden Champion und Weltmarktführer aufgelistet, ist ein Global Player in der Atmosphärendruckplasma-Technologie zur Vorbehandlung und Beschichtung von Oberflächen. Buske ist angewiesen auf Spezialisten, die bisher mitunter schon weite Wege in Kauf nehmen: »Wir haben Mitarbeiter, die jeden Tag aus Osnabrück und Paderborn kommen. Die sparen künftig zehn bis 15 Minuten Fahrzeit«, so Buske.

Plasmatreat würde 15 neue Mitarbeiter einstellen

Dennoch würde er gerne weitere einstellen, vor allem beim Tochterunternehmen Bolwin& Heemann, tätig in der Gebäudeautomatisierung. 15 Leute könnte er noch gebrauchen. »Wir haben große Projekte in der Nähe, beispielsweise bei Miele und Storck. Wir könnten aber noch mehr machen mit mehr Fachpersonal.«

Von der A 33 bis Schnatweg Künsebeck versprechen sich auch zahlreiche weitere Unternehmen im Altkreis und Bielefeld viel. Die IHK hat immer auf die Bedeutung der schnellen Anbindung hingewiesen: »Die überregionale Erreichbarkeit über die Straße ist nach wie vor einer der bedeutendsten Standortfaktoren für unsere Unternehmen«, sagt Harald Grefe, stv. Hauptgeschäftsführer der IHK in Bielefeld.

Wirtschaftsräume rücken enger zusammen

Martin J. Hörmann, Hörmann KG, betont: »Für unsere Lieferanten und Partnerspeditionen ist es außerdem sehr von Vorteil, weil unsere ortsansässigen Hörmann Standorte nun direkt an die Autobahn angebunden sind.«

Ortwin Goldbeck, Goldbeckbau, sagt: »Die Erweiterung der A33 ist für uns als Firma natürlich von großer Bedeutung. Besonders profitieren wir, wenn die Umgehungsstraße um Ummeln gebaut ist und wir so eine direkte Anbindung an das Autobahnnetz haben. Aber viel wichtiger ist das für die Menschen in der Region, die durch die Freigabe deutlich von Verkehr und Schmutz entlastet werden, weil sich der Verkehr nicht mehr durch Ausweichstraßen quälen muss.«

Die Wirtschaftsräume rücken näher zusammen. Das betont Guido Grebe, Geschäftsführer von Christinenbrunnen: »Als bedeutender Mineralbrunnen verkaufen wir unsere Produkte bundesweit und in die europäischen Nachbarländer. Der gesamten Region Ostwestfalen kommt die spätere Anbindung an die A1 zu Gute.«

Die Kunden bringt das Internet – und die Autobahn

André Quakernack, Geschäftsführer des Autohauses Ford Hagemeier (Standorte in Künsebeck und Versmold), hat im vergangenen Jahr die Millionen-Investitionen in eine neue Fahrzeughalle auch wegen des absehbaren Autobahn-Lückenschlusses getätigt. »Ein Geschäft bahnt sich heute über das Internet an«, sagt er. Und um so wichtiger sei es dann, wie schnell und wie gut ein Händler für einen potenziellen Kunden erreichbar ist.« Und auch er sagt: »Ich kann mit der A33 gute Mitarbeiter besser bekommen und halten.«

Henry Brockmeyer, Chef von drei Gartencentern in Künsebeck, Gütersloh und Detmold, hat die letzte große Investition in Halle 2015 bereits mit Blick auf eine durchgebaute Autobahn gemacht. Der in den vergangenen Jahren immer weiter zunehmende Verkehr auf der B 68 hatte zuletzt auch negative Auswirkungen. »Durch die vielen Staus unter der Woche war der Kundenzustrom am Wochenende größer«, sagt Henry Brockmeyer. Von der Autobahn verspricht er sich jetzt erstens mehr Kundschaft auch unter der Woche sowie eine Vergrößerung des Einzugsgebietes.

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