Wenig Arbeitslose und kaum Etatprobleme – Landrat lobt beim CDU-Jahresempfang die Region Adenauer: »Dieser Kreis ist einmalig in NRW«

Steinhagen (WB/mk). Die Nachricht von der Zustimmung der SPD-Mitglieder zur erneuten GroKo ist gerade eine gute Stunde alt, als die Steinhagener Christdemokraten am Sonntagvormittag ihren Frühjahrsempfang eröffnen. Gemeindeverbandsvorsitzender Dirk Lehmann zeigte sich erleichtert. »Gut, dass die große Koalition durch ist. Jetzt muss endlich angefangen werden zu arbeiten.«

Nachdem die Meldung über eine Mehrheit der SPD-Mitglieder für die große Koalition durchgedrungen war, zeigten sich auch die CDU-Politiker Dirk Lehmann, Raphael Tigges und Sven-Georg Adenauer (v.l.) beim CDU-Jahresempfang erleichtert.
Nachdem die Meldung über eine Mehrheit der SPD-Mitglieder für die große Koalition durchgedrungen war, zeigten sich auch die CDU-Politiker Dirk Lehmann, Raphael Tigges und Sven-Georg Adenauer (v.l.) beim CDU-Jahresempfang erleichtert. Foto: Krammenschneider

Lehmann geht in seiner Anspracheauch auf die vergangenen Wochen ein, in denen sich die Politik nicht gerade mit Ruhm bekleckert habe. »Das hatte teilweise schon karnevalistische Züge, wobei mir besonders die SPD mit ihrem 100 Prozent-Prinzen Martin Schulz einfällt«, sagte Dirk Lehmann. Mit dem Start der schwarz-gelben Koalition in Düsseldorf hingegen ist er zufrieden: »Ich habe in den letzten Wochen noch nie so wenig auf eine Regierung geschimpft. Es war ein guter Start, und Armin Laschet macht als Ministerpräsident eine hervorragende Figur«, meint Lehmann, der mit Axel Reimers auch den Vorsitzenden des CDU-Stadtverbandes Halle begrüßte. Es sei wichtig, dass die Verbände auch über Stadtgrenzen hinweg einen guten Kontakt pflegen, so Lehmann.

Adenauer: »In der Championsleague von NRW«

Kurz darauf ergriff Landrat Sven-Georg Adenauer das Wort und holte zu einem Rundumschlag aus, in dem er zu den aktuell wichtigsten politischen Themen Stellung bezog und deutlich machte, warum der Kreis Gütersloh derzeit so gut da stehe. »Wir spielen in NRW in der Champions-League«, sagte Adenauer, für den der Erfolg des Kreises unmittelbar mit dem Erfolg der Wirtschaft zusammenhängt. »Wir haben eine Arbeitslosenquote von nur 4,4 Prozent und viele attraktive Unternehmen vor Ort«, erklärte Adenauer und verwies auf zahlreiche große Namen wie Miele, Storck, Gerry Weber oder Hörmann, um nur einige zu nennen. Diese Wirtschaftskraft trage dazu bei, dass sich keine Kommune des Kreises in der Haushaltssicherung befinde. »Das ist einmalig in NRW«, verkündete Sven-Georg Adenauer nicht ohne Stolz.

Der Landrat kam in der Folge auch auf das Thema A33 zu sprechen und zeigte sich zuversichtlich, dass der offizielle Eröffnungstermin der Gesamtstrecke Ende 2019 eingehalten werden kann. Zudem zeigte er Verständnis für viele Bürger, die durch die fertiggestellte Autobahn eine höhere Kriminalität und mehr Einbrüche befürchten. »Das ist möglicherweise so. Aber wir werden alles dafür tun, um die Dinge unter Kontrolle zu behalten«, sagte Adenauer. Er ist überzeugt, dass die Vorteile des A33-Lückenschlusses unterm Strich klar überwiegen.

Adenauer will Problem mit Einbrüchen konsequent angehen

Darüber hinaus zeigte Adenauer Verständnis für die Beschwerden vieler Bürgermeister des Nordkreises, sich nicht an der Finanzierung des städtischen Krankenhauses Gütersloh beteiligen zu wollen. Er lobte den Bau des Böckstiegel-Museums und sprach den Fachkräftemangel an, der selbst vor dem erfolgreichen Kreis Gütersloh keinen Halt mache. Hier gelte es gegenzusteuern. Zum einen mit Investitionen in die Bildung, und zum anderen ins Marketing, um den Kreis deutschlandweit noch bekannter zumachen.

Nach dem Mittagessen richtete Landtagsabgeordneter Raphael Tigges einige Worte an die Gäste. Er berichtete von seiner Arbeit im Düsseldorfer Landtag, der angestrebten schwarzen Null im Haushalt, mehr Geld für die innere Sicherheit, verschärften Asylregeln und mehr Abschiebungen bei gleichzeitiger Investition in die Integration von Bleibeberechtigten. Tigges, der im Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie sitzt, berichtete auch vom Kinderbildungsgesetz (KIBIZ), das mehr Flexibilität im offenen Ganztag bringen soll. »Man merkt. Derzeit ist in der Politik viel los.«

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