Neue Ausstellung in Steinhagen stellt Frauen mit ähnlichen Lebenswegen vor Von Fremden zu Freundinnen

Steinhagen (WB). Wenn aus der türkischen Nachbarin plötzlich die beste Freundin wird, dann ist die Integration gelungen. Und genau dabei soll die neue Ausstellung im Foyer des Rathauses helfen, denn anstelle von Unterschieden werden dort die Gemeinsamkeiten von Frauen verschiedener Kulturen dokumentiert.

Von Sara Mattana
Die Porträtierten Sabine Schlüter, Ingrid Tesche, Iman Alzeit und Gönül Kisir sowie von der Gemeinde Bettina Ruks, Bürgermeister Klaus Besser, Regina Fleer-Meyer und Christine Dresler (von links) freuen sich, die vielseitige Ausstellung zu präsentieren.
Die Porträtierten Sabine Schlüter, Ingrid Tesche, Iman Alzeit und Gönül Kisir sowie von der Gemeinde Bettina Ruks, Bürgermeister Klaus Besser, Regina Fleer-Meyer und Christine Dresler (von links) freuen sich, die vielseitige Ausstellung zu präsentieren. Foto: Sara Mattana

Bis Freitag, 30. März, sind unter dem Titel »Frauen im Gespräch« auch die Lebensgeschichten der Hausmeisterinnen Ingrid Tesche und Gönül Kisir sowie der beiden Künstlerinnen Sabine Schlüter und Iman Alzeit zu sehen. Die vier Frauen aus Steinhagen und Umgebung ergänzen die Porträts der weiteren 26 Frauen, die paarweise vorgestellt werden. Während Ingrid Tesche in Bielefeld geboren wurde und Gönül Kisir in der Türkei aufgewachsen ist, verbindet die beiden Frauen nicht nur ihr derzeitiger Beruf. Beide haben nach der Schule zunächst eine Ausbildung zur Friseurin absolviert und lieben es, in ihrer Freizeit zu tanzen.

Idee stammt aus Unna: Ausstellung wandert nun von Ort zu Ort

»Die Ausstellung ist deshalb anspruchsvoll, weil sie nicht nur darin besteht, Bilder zu betrachten und Texte zu lesen, sondern auch dazu anregen soll, miteinander ins Gespräch zu kommen und eigenes Handeln zu reflektieren«, sagt Bürgermeister Klaus Besser, der sich darüber freut, das erfolgreiche Konzept der Ausstellung nun auch in Steinhagen präsentieren zu können. Denn ursprünglich stammt das Projekt aus Unna und soll eine Basis für das Kennenlernen schaffen.

»Die Angst vor der Fremde ist leider sehr präsent, und der Begriff ist emotional stark aufgeladen. Deshalb ist es wichtig, sich mit dem vermeintlich Fremden auseinanderzusetzen«, sagt Integrationsbeauftragte Christine Dresler, die die Ausstellung gemeinsam mit Bettina Ruks und Regina Fleer-Meyer organisiert hat und sich darüber freut, dass sich schnell auch vier Frauen aus Steinhagen und Umgebung dazu bereit erklärt haben, über ihr Leben zu erzählen. Und als die Steinhagenerin Sabine Schlüter und die 2016 aus Aleppo in die Gemeinde gezogene Iman Alzeit miteinander ins Gespräch kamen, entdeckten auch sie viele Gemeinsamkeiten. Beide haben sich das Malen selbst beigebracht und mögen gegenständliche Kunst mit abstraktem Einschlag. Und schon jetzt sind sich die beiden einig: Gern möchten sie gemeinsam eine Kunstausstellung auf die Beine stellen.

"

Die Menschen sollen eine Brücke zwischen sich entdecken. So kann man die eigenen Nachbarn einmal von einer ganz anderen Seite kennenlernen.

Christine Dresler, Gemeinde Steinhagen

"

»Genau so haben wir uns das vorgestellt. Die Menschen sollen eine Brücke zwischen sich entdecken. So kann man die eigenen Nachbarn einmal von einer ganz anderen Seite kennenlernen«, sagt Christine Dresler bei Rahmen der Vernissage, die am Donnerstagabend von Pianistin Natalie Focht musikalisch begleitet wurde.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.