Nach mehreren Vorfällen in Steinhagen: Amtsgericht verurteilt 50-Jährigen zu 2400 Euro Geldstrafe Die Ex-Freundin genötigt und beleidigt

Steinhagen (WB). Seiner früheren Steinhagener Lebensgefährtin soll er mehrfach aufgelauert haben, außerdem soll er sie anschließend mit übelsten Schimpfworten beleidigt haben. Dafür verurteilte das Haller Amtsgericht jetzt einen 50-jährigen Mann aus Halle zu 2400 Euro Geldstrafe wegen Nötigung und Beleidigung.

Von Volker Hagemann
In der Patthorst soll der Angeklagte seine Ex-Freundin zweimal zum Anhalten genötigt und sie beleidigt haben.
In der Patthorst soll der Angeklagte seine Ex-Freundin zweimal zum Anhalten genötigt und sie beleidigt haben. Foto: Volker Hagemann

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 50-Jährigen vor, am Abend des 25. Oktober 2017 zunächst auf dem Schierenweg in der Patthorst seiner Ex-Freundin aufgelauert zu haben.

Abends in der Dunkelheit vors Auto gesprungen

Die 49-jährige Frau aus Steinhagen schilderte das Geschehen vor Gericht detailliert anhand ihrer Aufzeichnungen: »Es gab bereits mehrere solcher Tage mit ähnlichen Geschehnissen. Am 25. Oktober fuhr ich gegen 18.20 Uhr von der Arbeit nach Hause. Auf dem Schierenweg zwischen Künsebeck und Steinhagen stand plötzlich jemand auf der Fahrbahn«, erinnerte sich die Frau. »Es war schon ziemlich dunkel, und der Mann war dunkel gekleidet. Ich habe ihn erst gar nicht erkannt. Hätte ich nicht sofort gebremst, hätte ich ihn möglicherweise überfahren. Erst dann sah ich, dass es mein Ex-Freund war. Er war aggressiv, schrie: ›Wir müssen reden!‹ Ich sagte, er solle zur Seite gehen, und bin dann weggerast.«

Später soll der Angeklagte die Frau ausgebremst haben

Nach Angaben der Frau stieg der Mann daraufhin in sein Auto, überholte sie und bremste sie aus: »Auf der Patthorster Straße auf Höhe des Hexenbrinks zwang er mich dadurch erneut zum Anhalten. Erst schrie er: ›Komm raus, ich liebe dich!‹, dann haute er auf mein Auto und warf mir obszöne Beleidigungen an den Kopf.« Der Steinhagenerin gelang es schließlich, wegzufahren. »Er fuhr kurz hinterher, brach dann aber ab.«

In der Gütersloher Weberei im Dezember an den Haaren gerissen

Auf die Frage von Richter Jan Intrup, wie sich das Verhältnis zueinander seitdem entwickelt habe, berichtete die 49-Jährige von einem weiteren Vorfall am 28. Dezember in der Gütersloher Weberei; dort soll ihr Ex-Freund sie an den Haaren gerissen haben. »Daraufhin empfahl mir die Polizei, ich solle Anzeige erstatten. Schließlich habe ich auch lange Zeit fast täglich Anrufe von ihm auf meine Mailbox bekommen.«

Zum Tathergang am 25. Oktober äußerte sich der Angeklagte nicht. »Es gab nach unserer viereinhalbjährigen Beziehung noch mehrere Treffen, wo es auch mal laut zuging. Anrufe gibt es gegenseitig. Aber ich habe sie nicht verfolgt oder gar ausgebremst«, sagte der Mann vor Gericht.

Knapp an Freiheitsstrafe und Fahrverbot vorbei

Die Staatsanwältin hielt die Schilderungen der Frau für glaubwürdig, ebenso der Amtsrichter: »Uns liegt zudem ein Strafbefehl wegen Nötigung vom 19. April 2017 vor; damals sollen Sie Ihrer Ex-Partnerin in Steinhagen aufgelauert und versucht haben, sie ins Auto zu zerren – das konnte ein Zeuge noch verhindern.« Mit Rücksicht auf den hohen Unterhalt, den der Angeklagte für seine drei Kinder zahlt, verurteilte Intrup den Mann zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen à 30 Euro. »Sie schrammen diesmal so gerade noch an einer Freiheitsstrafe und einem Fahrverbot vorbei.«

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