Abriss in Steinhagen: Deppes Grillhähnchen und zwei Umzüge bleiben in Erinnerung Ende eines legendären Grills

Steinhagen (WB). 40 Jahre Steinhagener Imbissgeschichte enden in drei (oder mehr) Mulden Holz, zwei Mulden Schrott und zwei Mulden Mischmüll: Am 3. Februar wird das Holzhaus des früheren Deppe-Grills, zuletzt des Grillwerks, Vergangenheit sein.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Hütte am Haken – ein Moment, der den alteingesessenen Steinhagenern in Erinnerung geblieben ist. 1986 zog die Holzhütte mit Tieflader und Kranausleger von der Straße Am Pulverbach an die Bahnhofstraße.
Hütte am Haken – ein Moment, der den alteingesessenen Steinhagenern in Erinnerung geblieben ist. 1986 zog die Holzhütte mit Tieflader und Kranausleger von der Straße Am Pulverbach an die Bahnhofstraße. Foto: WB-Archiv

Die Arbeiten durch die Gütersloher Firma Hagedorn machen Fortschritte. Rein manuell erfolgt der Abbruch der Holzhütte: Ein Bagger wird nun doch nicht eingesetzt – »das ist schon ungewöhnlich«, sagt Mitarbeiter Francisco Robles. Das winzige Grundstück an der Bahnhofstraße lässt das nicht zu. Nur noch Holz und Dämmwolle haben er und seine Kollegen in den nächsten Tagen in die Mulden zu packen. Jetzt, da das Dach entfernt ist, wird anhand der verkohlten Sparren das ganze Ausmaß des Brandes deutlich, der in der Nacht zum 10. November 2017 den Imbiss vernichtete.

Spätestens 2019 soll die Imbissgeschichte weitergeschrieben werden

Indes hat »Grillwerk«-Inhaber Daniel Walkenhorst angekündigt, nicht nur im Ex-Achmanns in Künsebeck vom 1. März an weiterzugrillen, sondern auch am Standort Bahnhofstraße spätestens 2019 die Steinhagener Imbissgeschichte weiter fortzuschreiben.

Begründet wurde sie vor fast auf dem Tag genau 40 Jahren: Am 22. Februar 1978 haben Giesela und Dieter Deppe in jener, damals nur etwas kleineren Holzhütte ihren Grill eröffnet. Eine im wahrsten Sinne des Wortes wechselhafte Geschichte nahm ihren Anfang. Zweimal zog die Hütte um. Zunächst von einer Seite der Straße Am Pulverbach auf die andere, wo sie durch die rege Bautätigkeit zunächst 1983 dem Rathaus, 1986 dann der Kreissparkasse weichen musste.

Das Holzhaus wurde kurzerhand Huckepack genommen: In einer spektakulären Reise per Tieflader ging es im Sommer 1986 quer durchs Dorf. Per Kranausleger wurde die Hütte an ihren neuen Standort an der Parktasche der Bahnhofstraße gehievt. »Also von der Umzieherei habe ich erst mal die Nase gestrichen voll«, wird Dieter Deppe in der Chronik zur 750-Jahr-Feier der Gemeinde zitiert. Sprach’s und legte drei Tage später schon wieder die Würstchen auf den Grill. Indes: So einfach war es nicht. Denn auch alle Leitungen mussten jedes Mal neu gelegt, die Inneneinrichtung neu gestaltet und die Geräte wieder aufgestellt werden. Standortwechsel, das war irgendwie auch wie abgebrannt.

Auf Deppe folgten Prohl, Schneider und Walkenhorst

2009 zog sich Giesela Deppe aus dem Geschäft zurück. Ihre langjährige Mitarbeiterin Walburga Prohl übernahm. Ein kurzes Intermezzo durch Jan Schneider – und dann machte Daniel Walkenhorst den Deppe-Grill 2015 endgültig zur Burger-Schmiede.

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