Steinhagener JBH-Küsterin Angelika Bohnenkamp blickt dankbar zurück Ungeplant zum Traumberuf

Steinhagen (WB). »Die Zeit im Johannes-Busch-Haus ist beruflich das Allerbeste, was mir passieren konnte!« Das sagt Angelika Bohnenkamp von ganzem Herzen. Wenige Wochen vor ihrer Verabschiedung als Küsterin blickt sie dankbar zurück – und schmiedet weiterhin große Pläne.

Von Volker Hagemann
Das Haus mit Leben gefüllt: An ihrer Wirkungsstätte im Johannes-Busch-Haus hat Küsterin Angelika Bohnenkamp in den vergangenen 27 Jahren tiefe Freundschaften geschlossen. »Ein Traumberuf!«, schwärmt sie von einer erfüllten Arbeitszeit.
Das Haus mit Leben gefüllt: An ihrer Wirkungsstätte im Johannes-Busch-Haus hat Küsterin Angelika Bohnenkamp in den vergangenen 27 Jahren tiefe Freundschaften geschlossen. »Ein Traumberuf!«, schwärmt sie von einer erfüllten Arbeitszeit. Foto: Volker Hagemann

Beim Gedanken an die ersten Tage im Johannes-Busch-Haus (JBH) muss Angelika Bohnenkamp schmunzeln: »Ich hatte kaum Ahnung. Küsterin ist ja kein klassischer Ausbildungsberuf, und anfangs war all das noch nicht geplant. Ich bin da hineingerutscht.«

Wohnung gefunden – unter der Bedingung, Küstertätigkeit zu übernehmen

»Mit 13 Jahren kam ich mit meiner Familie von Bayern über das Rheinland nach Ostwestfalen-Lippe, weil mein Vater hier eine Arbeitsstelle annahm. Nach meiner Ausbildung zur Hotelkauffrau habe ich später bei Florex im Büro gearbeitet.« Die Wohnungssuche führte Angelika Bohnenkamp mit ihrer fünfköpfigen Familie an die Waldbadstraße: »Das Presbyterium gab uns die Wohnung neben dem Johannes-Busch-Haus unter der Bedingung, dass wir als neue Mieter den Küsterdienst übernähmen, sobald Vorgängerin Renate Schmierer aufhört«, erinnert sich Bohnenkamp. »Sie war erst Anfang 50, und ich dachte: Ach, das kann noch dauern. Doch aus gesundheitlichen Gründen musste Renate Schmierer unerwartet eher aufhören, und schon wurde ich ins kalte Wasser geworfen.«

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Es geht so menschlich zu. Die Zeit ist mir in all den 27 Jahren nie lange vorgekommen. Und es sind viele tiefgehende Freundschaften daraus gewachsen!

Küsterin Angelika Bohnenkamp

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Es folgte am 16. Januar 1991 Angelika Bohnenkamps erster Arbeitstag als Küsterin. Zum Glück gab es Unterstützung: »Zivi Markus Pape, der heute als Pastor im Sauerland arbeitet, hat mich an die Hand genommen«, erinnert sich die 65-Jährige. Überhaupt sei Pape einer von vielen Menschen, die bis heute das gute Miteinander im Johannes-Busch-Haus und in der Kirchengemeinde prägten: »Es geht so menschlich zu. Die Zeit ist mir in all den 27 Jahren nie lange vorgekommen. Und es sind viele tiefgehende Freundschaften daraus gewachsen!«, schwärmt Angelika Bohnenkamp.

Das motiviere sie unheimlich. Klar gehörten Stühle umzustellen, Kerzen für den Gottesdienst anzuzünden oder das Glockengeläut einzustellen zur Tätigkeit. Das sei aber nicht alles: »Ich organisiere die Bücherei im Busch-Haus, helfe bei der Vorbereitung von Trauungen, kirchlichem Unterricht, Krabbelgruppe und Musikkreisen, bin Ansprechpartnerin für Frauenhilfe und Bibelkreis. Es ist wie ein großer Haushalt mit vielen Menschen – und die sollen sich wohlfühlen. In das Haus gehört Leben!«, betont die Küsterin.

Als Meilensteine bezeichnet sie die 1997 eingebauten künstlerisch gestalteten Fenster im Gemeindesaal, den 2004 aufgestellten Glockenturm und die Neugestaltung des Eingangsbereiches 2010.

Zunehmende Bürokratie lähmt manche Ideen

Gibt es auch Kritik? »Mich sorgt die zunehmende Verwaltungsflut. Etwa bei Konfi-Freizeiten: So viel abzusichern, so viel Papierkram, das war früher nicht nötig. Das kann manches lähmen.« Was sie aber freut: »Für eigene Ideen erhielt ich immer Unterstützung, von Pastor Schiwy und Pastor Liebe anfangs genauso wie heute von Pfarrerin Schröder: Etwa für die Treffen ›Freitagabend im Busch Haus‹ oder die Aktion ›Offene Kirche‹, bei der man im Saal innehalten und zur Ruhe kommen kann.«

Abschieds-Gottesdienst am 18. März

Angelika Bohnenkamps Nachfolgerin wird noch offiziell vorgestellt, sie wird vom 1. Februar an eingearbeitet. Zur Ruhe kommen möchte die 65-Jährige nach ihrer Verabschiedung aus dem Küsterdienst – dazu gibt es am 18. März einen Gottesdienst – nur teilweise: »Bücherei und Frauenhilfe führe ich weiter, und ich habe mich 2011 zur Laienpredigerin ausgebildet. So möchte ich den einen oder anderen Gottesdienst weiter unterstützen. Schließlich hat mich mein Glaube durch alle Situationen meines Lebens getragen. Gott hat mich hier hineingeschubst, dafür bin ich ihm dankbar«, sagt Bohnenkamp.

Auch privat hat sich die Ehefrau, Mutter und fünffache Oma viel vorgenommen: »Erstmal renoviere ich meine Wohnung, dann möchte ich schwimmen lernen.«

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