Verein zur Förderung der Lebensqualität will gegen Höchstspannungsleitung vorgehen Planung noch beeinflussen

Steinhagen-Amshausen  (WB/anb/el). Das Planfeststellungsverfahren läuft seit Jahren, die Erörterung ist längst gewesen: Dennoch möchte der Verein zur Förderung der Umwelt- und Lebensqualität in Steinhagen noch eingreifen in die Planung des Baus der 380kV-Höchstspannungsleitung zwischen Gütersloh und Niedersachsen. Das war Sonntag Thema beim Neujahresempfang in der Alten Feuerwehr. Als Gäste waren Hartmut und Ute Halden von der Bürgerinitiative in Borgholzhausen dabei.

Steinhagen ist auch betroffen, wenn auch nur wenig (von links): Sabine Wienströer hat Hartmut und Ute Halden eingeladen, die von den Anstrengungen in Borgholzhausen erzählen, die Stromleitung von Gütersloh nach Königsholz unter die Erde zu verlegen.
Steinhagen ist auch betroffen, wenn auch nur wenig (von links): Sabine Wienströer hat Hartmut und Ute Halden eingeladen, die von den Anstrengungen in Borgholzhausen erzählen, die Stromleitung von Gütersloh nach Königsholz unter die Erde zu verlegen. Foto: Eische Loose

Die Bürgerinitiative wehrt sich bekanntlich seit Jahren gegen eine oberirdisch geführte Höchstspannungsleitung, weil diese direkt über Wohngebiete führen würde. Gerade ist mit der Gründung des Planungsdialoges, in dem Vertreter der Betreiberfirma Amprion, der Stadt Borgholzhausen, der Bürgerinitiative, der Planungsbüros und der Umweltverbände mitwirken, ein neuer Schritt hin zu Überlegungen einer unterirdischen Trasse getan worden.

In Steinhagen ist die Lage grundsätzlich eine andere: Die Leitung würde, von Gütersloh und Bielefeld-Holtkamp kommend auf der Trasse der bisherigen Hochspannungsleitung über den Ströhen und durch die Patthorst weiter nach Halle führen – Siedlungen sind in der Gemeinde nicht betroffen. Die Zahl der Einwendungen war gering.

Kaum Einwendungen aus Steinhagen

»Aus Steinhagen kam bislang noch gar nichts«, wundert sich Vereinsvorsitzende Sabine Wien­ströer, dass bei der Erörterung des gesamten Streckenverlaufs im November in Rheda-Wiedenbrück weder von Bürgern noch von der Politik eine Abordnung anwesend war. Dort eröffnete Frank Auf dem Hövel als zuständiger Verfahrensleiter der Bezirksregierung Detmold den Bürgern noch einmal die Möglichkeit, ihre Meinung zum Thema kund zu tun. »Dies werden zwar keine einklagbaren Einwendungen sein, doch die Entscheidung der Bezirksregierung deutlich beeinflussen«, sagte Hartmut Halden mit Verweis auf den Verfahrensleiter.

Der Verein zur Förderung der Lebensqualität will diese Chance nun nutzen, um die Steinhagener für das Thema zu sensibilisieren. Unter anderem ist ein offener Brief an den Gemeinderat geplant.

Derzeit nur Bedarfsleitung

Derzeit ist die Stromtrasse eine Überlandleitung mit diversen Masten und einer Kapazität von 220 Kilovolt. Sie transportiert als Bedarfsleitung nicht ständig die Höchstmenge des Stroms. Ausgebaut soll diese Leitung 380 Kilovolt als Durchgangsleitung transportieren, also ständig die gesamte Kapazität führen.

Hartmut Halden machte in der Alten Feuerwehr die Auswirkungen der Höchstspannungsleitung deutlich: Denn unter den Masten soll wegen der Strahlungssicherheit jeweils 200 Meter rechts und links der Leitung keine Wohnbebauung sein. »Mit einem Dauerdefibrillator oder Herzschrittmacher hat man als Anwohner dort ein nachgewiesen höheres Risiko«, erklärte Sabine Wienströer dazu und verwies auf das Altenheim an der Ströher Straße.

Borgholzhausener drängen auf Erdkabel

Weil die Leitung in Borgholzhausen direkt durch Wohngebiete am dicht besiedelten Ortskern führt, drängt man dort auf die wesentlich strahlungsärmere Erdverkabelung. Während in der Luft nämlich eine Strahlungswolke erhalten und durch den Wind vergrößert werde, schlucke das Erdreich die Strahlung, so Halden. »Schon 20 Meter neben der Leitung ist sie gleich null«, sagt Hartmut Halden.

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