Massive Verunreinigungen durch Hundekot in der Robertstraße Ein tägliches Ärgernis

Steinhagen  (WB). Die Robertstraße ist eine beliebte Strecke bei Steinhagener Hundebesitzern. Für die Anwohner ist das allerdings auch ein tägliches Ärgernis.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Anwohnerin Gisela Gebauer hat keinen Hund, muss sich aber dennoch öfter der Tüten aus der Hundetoilette bedienen, um die Hinterlassenschaften fremder Hunde vor ihrer eigenen Einfahrt zu beseitigen.
Anwohnerin Gisela Gebauer hat keinen Hund, muss sich aber dennoch öfter der Tüten aus der Hundetoilette bedienen, um die Hinterlassenschaften fremder Hunde vor ihrer eigenen Einfahrt zu beseitigen. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Denn nicht jeder sammelt die Hinterlassenschaften seines Vierbeiners säuberlich in einer Tüte und entsorgt diese in einem Mülleimer. »Hundehaufen liegen hier überall, sogar mitten in der Einfahrt«, sagt Gisela Gebauer.

Seit 40 Jahren lebt die Steinhagenerin an der Robertstraße, seit zehn Jahren stellt sie eine zunehmende Verunreinigung durch Hundekot fest. Die Haufen liegen, wie sie berichtet, auf dem Bürgersteig, auf dem Grünstreifen, auf der Wiese nebenan, in der Einmündung zum Grundstück und sogar mitten auf einem der zur Grundstücksbegrenzung aufgestellten Blumenkübel.

Fehlende Rücksichtnahme der Hundehalter stinkt den Anwohnern

»Wenn wir im Sommer die Grünfläche auf der Rückseite unseres Grundstücks mähen wollen, dann müssen wir vorher erst 20 Hundehaufen entfernen«, sagt Gisela Gebauer.

Die fehlende Rücksichtnahme auf die Anwohner stinkt ihr gewaltig – zumal die nächste Hundetoilette samt Tütenspender und Mülleimer nur wenige Meter entfernt ist. Und die Gemeinde kann kaum gegen die Hundehalter vorgehen. »Nur wenn wir einen Namen haben, können wir tätig werden«, sagt Benjamin Potthoff, zuständiger Mitarbeiter im Steinhagener Ordnungsamt.

Eigentlich ist der Hundebesitzer gehalten, die Hinterlassenschaften des Hundes unverzüglich zu entfernen – am besten also gleich eine Tüte mitführen. Tut er das nicht und wird erwischt, sind 55 Euro, der höchste Verwarnungssatz, fällig, bei Wiederholung sogar 100 Euro. »Ich bin seit neun Jahren im Ordnungsamt. Ich habe es nur zweimal erlebt, dass jemand erwischt worden ist. Das ist wie ein Sechser im Lotto«, sagt er.

Gemeinde gibt Flyer mit Verhaltensregeln heraus

Deshalb appelliere die Gemeinde an die Hundebesitzer schon bei der Anmeldung, sich rücksichtsvoll zu verhalten: »Sie würden solche Verunreinigungen vor ihrer eigenen Tür ja auch nicht haben wollen.« Wenn Hunde angemeldet werden, geben die Mitarbeiter jedem Halter einen Flyer mit Verhaltensregeln mit.

An die 70 Tüten-Spender stehen inzwischen im Gemeindegebiet – mit teilweise paradoxer Auswirkung. »Im Umkreis der Hundetoiletten sieht es mitunter noch schlimmer aus als anderswo. Und die Beutel werden einfach in die Gegend geworfen«, so Potthoff. Das ist für Bauhofmitarbeiter besonders unangenehm, wenn sie im Sommer etwa im Bürgerpark den Rasen mähen...

»Deshalb haben wir inzwischen die Beutelfarbe von schwarz auf rot umgestellt. So sieht man sie wenigstens und kann sie vorher aufsammeln«, so Potthoff. Eine »Never ending story« nennt er die Verunreinigungen, die sich quer durchs ganze Gemeindegebiet ziehen.

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