Zwei neue Pferde: Steinhagener Jannis Drewell bereitet sich auf Weltreiterspiele vor Mit Bubi in die USA?

Steinhagen (WB). Die Weltreiterspiele im September in Tryon/USA: auch für den Steinhagener Spitzenvoltigierer Jannis Drewell das große Ziel dieses Jahres. Die Vorbereitungen haben längst begonnen – mit dem Kauf zweier neuer Pferde.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Die beiden mögen sich: Der Fuchs Qualimero, Bubi genannt (links), und der Braune Big Star sind Jannis Drewells neue Pferde. Bubi hat er in den vergangenen Wochen im Training auf dem Birkenhof schon gut kennen gelernt.
Die beiden mögen sich: Der Fuchs Qualimero, Bubi genannt (links), und der Braune Big Star sind Jannis Drewells neue Pferde. Bubi hat er in den vergangenen Wochen im Training auf dem Birkenhof schon gut kennen gelernt. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Denn Ricciano, vor zwei Jahren als hoffnungsvolles Talent mit Mitteln aus einer Crowdfunding-Aktion erworben, hat die Ausbildung zu einem Voltigierpferd auf Weltklasseniveau noch nicht geschafft: »Es ist absehbar, dass er ein gutes Pferd wird. Aber nicht bis zum Herbst«, beschreibt Jannis Drewell einen gewissen zeitlichen Druck. Statt auf den jungen Ricciano setzen der 26-jährige Sportler vom PSV Steinhagen-Brockhagen-Hollen und seine Mutter Simone Drewell, die Longenführerin, auf zwei erfahrenere Pferde. Ricciano haben sie an gute Freunde in Dänemark verkauft, die ihn weiter ausbilden, und zwei neue Pferde gekauft, die in absehbarer Zeit die Nachfolge des zuverlässigen und inzwischen altgedienten 19-jährigen Diabolus, Dino, sowie des nur ein Jahr jüngeren Zweitpferdes Lago Maggiore antreten sollen.

»Bubi« muss noch Muskeln aufbauen

Zum einen ist das der Wallach Qualimero, den Jannis Drewell nur Bubi nennt: ein Fuchs, Oldenburger, neun Jahre alt. »Er hat eine gute Dressurausbildung und macht sich im Training gut, obwohl das Voltigieren für ihn Neuland ist und er im Hals- und Rückenbereich noch Muskeln aufbauen muss«, sagt der Sportler. »Er ist sehr gelassen«, sagt Simone Drewell. Ein Voltigierpferd braucht Nerven wie Drahtseile, weiß sie. Gerade im Weltcup, wo es immer trubeliger zugeht im Publikum als unter Fachleuten bei den CVI-Prüfungen.

»Big Star« hat eine Dressurausbildung

Zum anderen ist Big Star neu im Stall Drewell: ein braunes, niederländisches Warmblut, zwölf Jahre alt. Auch er hat eine Dressurausbildung, die sogar noch ein bisschen besser als die des Fuchses sein soll.

Mit welchem Pferd der 26-Jährige welches Turnier in diesem Jahr bestreitet, wer gar mitreist über den großen Teich zu den Weltreiterspielen in North Carolina, ist noch völlig offen. »Letztlich zählt für die Reiterspiele gar nicht, mit welchem Pferd ich mich am besten fühle. Die Entscheidung liegt bei der Bundestrainerin. Für uns geht es darum, in der Qualifikation alles zu zeigen«, sagt Jannis Drewell.

Erst einmal den Weltcup zu Ende bringen

Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Zunächst einmal ist der Weltcup zu Ende zu bringen. Der Titelverteidiger Jannis Drewell ist mit einem ersten und einem zweiten Platz bisher in der Serie so gut wie qualifiziert für das Finale vom 22. bis 25. März in Dortmund. In Offenburg am ersten Februar-Wochenende will er mit Dino noch einmal Punkte sammeln.

Ende März beginnt dann mit etlichen CVI-Turnieren die Qualifikation für die Weltreiterspiele: Saumur in Frankreich vom 28. März bis 1. April, Ermelo in den Niederlanden Anfang Mai (Drewell: »dort ist es für uns immer gut gelaufen«), eine Woche später Morsele/Belgien und optional der Wettkampf in Ebreichsdorf in Österreich am ersten Juni-Wochenende.

Sechs Voltigierer haben nach Meinung von Jannis Drewell eine reelle Chance auf die drei Startplätze für die Weltreiterspiele. Beim Turnier in Krumke in Sachsen-Anhalt vom 13. bis 17. Juni hat sich die Bewerberzahl bereits auf vier reduziert. Beim CHIO in Aachen vom 11. bis 15. Juli gehen dann voraussichtlich nur noch die drei Nominierten an den Start. Jannis Drewell hofft, einer von ihnen zu sein.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.