CDU-Senioren-Union diskutiert mit Raphael Tigges Neuwahlen keine Alternative

Steinhagen-Amshausen (WB/vh). Mehr Personal für Kindertagesstätten, die Ansiedlung junger Ärzte dank der geplanten medizinischen Fakultät an der Uni Bielefeld und die Rückkehr zu G9: Allein mit diesen auch in Steinhagen heiß diskutierten Themen traf CDU-Landtagsabgeordneter Raphael Tigges den Nerv seiner Gäste.

Viel Gesprächsstoff beim Winteressen: CDU-Fraktionschef Herbert Mikoteit (links) und Senioren-Unions-Vorsitzender Jürgen Kies (rechts) begrüßen den Gütersloher CDU-Landtagsabgeordneten Raphael Tigges (44) in Amshausen.
Viel Gesprächsstoff beim Winteressen: CDU-Fraktionschef Herbert Mikoteit (links) und Senioren-Unions-Vorsitzender Jürgen Kies (rechts) begrüßen den Gütersloher CDU-Landtagsabgeordneten Raphael Tigges (44) in Amshausen. Foto: Volker Hagemann

Etwa 40 Besucher sind am Freitagabend der Einladung der Steinhagener Senioren-Union in die Alte Feuerwehr Amshausen gefolgt. Der 44-jährige Familienvater ist ohnehin gerne ab und an in Steinhagen zu Gast, wie er sagt: »Meist biege ich dann in die Kaistraße ab, um meinen Cousin Gerd in der Friedrichshöhe zu besuchen.« An diesem Abend dagegen möchte Raphael Tigges in Amshausen mit den Gästen des Winteressens der Senioren-Union ins Gespräch kommen.

Tigges war für »Jamaika«

Schon Gastgeber Jürgen Kies sorgt in seiner Begrüßung für ersten Diskussionsstoff, als er das Thema Regierungsbildung auf Bundesebene kommentiert: »Ich persönlich bin für Neuwahlen.« Womit er in den eigenen Reihen durchaus auf Widerspruch stößt – das ändere nichts, man könne ja nicht wählen, bis einem das Ergebnis passt, meinten mehrere Gästen.

Ähnlich sieht das der Gast, der regelmäßig zwischen seiner Heimat Gütersloh und dem Düsseldorfer Landtag pendelt: »Neuwahlen würden einen Sack voll Steuergelder kosten, viele Leute könnten dann aus Frust AfD wählen. Wir brauchen eine verlässliche Regierungskoalition. Da bin ich enttäuscht, dass es nicht zu ›Jamaika‹ gekommen ist. Eine solche Koalition hätte große Chancen gehabt. Denn auch die Grünen denken in vielen Dingen wertkonservativ«, sagt Tigges. »Im übrigen ziehe ich den Hut vor SPD-Chef Martin Schulz, der eine Kehrtwende machte und an den Verhandlungstisch zurückgekehrt ist.«

Kita-Rettungspaket und Medizin-Fakultät

Eine weiterhin positive Bilanz zieht Raphael Tigges aus der Arbeit der CDU-/FDP-Landesregierung und nennt Beispiele: »Mit dem 500 Millionen Euro umfassenden Kita-Rettungspaket greifen wir den Kindertagesstätten unter die Arme. Wir möchten Finanzsicherheit für die Einrichtungen schaffen und mehr Personal für sie bekommen.«

Und zur Wiedereinführung des Abiturs nach 13 statt 12 Jahren: »Klar haben wir G8 vor Jahren eingeführt, aber man kann auch Fehler zurücknehmen.« 50 Millionen Euro will die Landesregierung zudem für die geplante medizinische Fakultät an der Uni Bielefeld bereitstellen. »Schließlich möchten wir dafür sorgen, dass hier ausgebildete Ärzte künftig auch vor Ort bleiben.«

NRW-Haushalt ohne Neuverschuldung

Auch das Thema Sicherheit reißt Raphael Tigges kurz an: »Jährlich sollen künftig 2300 neue Polizisten ausgebildet werden, 300 mehr als bisher. Zudem soll die Polizei eine neue IT erhalten.« Stichwort Flüchtlingshilfe: »Um die Kommunen zu entlasten, sollen ihnen Asylbewerber erst dann zugewiesen werden, wenn deren Asylantrag anerkannt ist. Bei der Integration möchten wir den Kommunen mit zusätzlichen 100 Millionen Euro jährlich helfen. Schließlich sind es die Städte und Gemeinden, die die Aufgaben vor Ort bewältigen müssen.«

Trotz hoher Kosten betont Tigges: »Erstmals seit 1973 kommt ein NRW-Haushalt ohne Neuverschuldung aus. 74,5 Milliarden Euro umfasst der Gesamthaushalt.«

Themen, zu denen die Gäste der Steinhagener Senioren-Union anschließend beim Essen mit ihrem Gast diskutieren. SU-Vorsitzender Jürgen Kies lädt schon jetzt zu einem weiteren Termin ein: Am 22. Februar treffen sich Interessierte im Heimathaus, dann ist ein Vertreter der Polizei zu Gast.

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