Planungswerkstatt zu den Flächen Detert in Steinhagen: Bürger sollen sich beteiligen Gewerbegebiet mitentwickeln

Steinhagen (WB). Bis aus den landwirtschaftlichen Flächen des Hofes Detert an der Bahnhofstraße ein Industrie- und Gewerbegebiet wird, gehen Jahre ins Land. Dennoch sind neben Vertretern der Politik, der Wirtschaftsverbände und Unternehmen, Naturschutzbehörden und Umweltverbänden alle Bürger gefragt, sich an einer Planungswerkstatt zur so genannten Machbarkeitsstudie zu beteiligen.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Um diese Flächen oberhalb des Steinhagener Ortskerns geht es: Bürgermeister Klaus Besser und Isabel Krüger, die sich im Bauamt mit der Bauleitplanung befasst, laden die Bürger zur Mitwirkung an der Entwicklung des Gewerbegebiets Detert ein.
Um diese Flächen oberhalb des Steinhagener Ortskerns geht es: Bürgermeister Klaus Besser und Isabel Krüger, die sich im Bauamt mit der Bauleitplanung befasst, laden die Bürger zur Mitwirkung an der Entwicklung des Gewerbegebiets Detert ein.

Diese öffentliche Veranstaltung ist am Dienstag, 30. Januar, 18 Uhr im Ratssaal. Vorgesehen ist, nach einer kurzen Einführung durch das mit der Studie beauftragte Wuppertaler Planungsbüro »Zero Emission« an acht Thementischen fachlich zu diskutieren. Am ersten Tisch geht es um ein Motto, ein Leitbild für das Gebiet, am zweiten um die Verkehrsanbindung, am dritten um die Nachhaltigkeit der Flächenplanung. Bauen und Struktur sind Thema an Tisch vier: Da geht es etwa um Flächen, auf denen sich Drei-Schicht-Betriebe ansiedeln können. Tisch fünf: ökologisches Bauen. Tisch sechs: Nutzung regenerativer Energien. Tisch sieben: Branchenstruktur im Gebiet. Tisch acht: städtebauliche Qualität mit Nahversorgung und sozialer Qualität.

Bebauungsplan kann erst ab 2022 aufgestellt werden

Die Gemeinde hat die alte Hof­stelle im Frühjahr 2016 gekauft. Die geplante Ansiedlung von Wahl & Co. scheiterte im September 2016 endgültig durch den Bürgerentscheid. Somit meldete die Gemeinde 25 Hektar bei Detert über ein vom Kreis aufgestelltes Konzept als Entwicklungsfläche für Industrie und Gewerbe bei der Bezirksregierung Detmold an. Denn dort wird in den kommenden Jahren der neue Regionalplan erstellt. Erst, wenn dieser 2022 fertig ist und die gewerbliche Nutzung der heute noch landwirtschaftlichen Flächen erlaubt, kann die Gemeinde den Flächennutzungsplan ändern und einen Bebauungsplan aufstellen.

Auch ökologische Ansprüche berücksichtigen

Derweil haben SPD und Grüne die Machbarkeitsstudie angeregt. »Dabei geht es um die Entwicklung eine Gewerbegebiets, das ökologischen Ansprüchen genügt, aber auch für die Betriebe bedarfsgerecht ist«, erläuterte Bürgermeister Klaus Besser. Sorge, dass über die nächsten Jahre Betriebe, die expandieren wollen, das in Steinhagen aber nicht können, abspringen, habe er nicht. Dafür entwickelt er eine andere Vision: »Warum sollten wir nicht an der Spitze der Bewegung in NRW stehen und ein klimaneutrales Gewerbegebiet entwickeln?«

Doch soweit ist es noch nicht. Erst einmal fließen bereits erhobene Umweltrahmendaten ebenso wie Angaben, die das Büro »Zero Emission« beim früheren Hofbesitzer ermittelt hat, sowie die Ergebnisse der Planungswerkstatt in die Machbarkeitsstudie ein. Diese soll Mitte des Jahres vorliegen.

Mit Widerständen aus der Bevölkerung gegen Industrie und Gewerbe an dieser Stelle rechnet Besser durchaus. Aber: »Wir geben in einem sehr frühen Stadium eine Mitwirkungsmöglichkeit. Nichts wird im stillen Kämmerlein geplant.«

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