Manuela Heinig ist Steinhagens alte und neue Bibliotheksleiterin – Großprojekt Umzug Die Nachfolgerin ist die Vorgängerin

Steinhagen (WB). Sie hat vor mehr als 30 Jahren bereits die Bibliothek im Rathaus eingerichtet. Nun baut Manuela Heinig auch die neue Einrichtung am Kirchplatz auf. Denn Steinhagens erste ist auch Steinhagens neue Gemeindebibliothekarin.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Die Bibliothek im Rathaus hat Manuela Heinig schon eingerichtet. Nun baut sie die neue am Kirchplatz auf.
Die Bibliothek im Rathaus hat Manuela Heinig schon eingerichtet. Nun baut sie die neue am Kirchplatz auf. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

»Etwas Neues gestalten zu können, das war für mich der ausschlaggebende Punkt bei der Bewerbung«, sagt sie. Bereits als Berufsanfängerin hat die heute 55-Jährige die heutige Gemeindebibliothek aufgebaut. Vorher gab es nur eine kleine Leihbücherei, untergebracht im Pavillon der Grundschule: »Im Oktober 1985 habe ich angefangen und mit Helga Berger die Bücher geputzt«, erinnert sich die Herforderin. Parallel wirkte sie an der Einrichtung der Bibliothek im Rathaus mit, die im Februar 1986 eröffnet wurde.

1990 übernahm Regina Howorek die Leitung

1990 und 1994 kamen ihre Kinder zur Welt, 1997 nach dem Erziehungsurlaub entschloss sich Manuela Heinig – schweren Herzens, wie sie sagt – nicht nach Steinhagen zurückzukehren. Regina Howorek war bereits 1990 als Stellvertreterin nach Steinhagen gekommen und übernahm dann die Leitung. Ihre Vorgängerin ist somit auch ihre Nachfolgerin.

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Ich war immer gerne in Steinhagen. Und nun fühlt es sich an wie nach Hause zu kommen.

Gemeindebibliothekarin Manuela Heinig

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Es sei ihr wie ein Wink des Schicksals vorgekommen, als sie im Frühjahr vergangenen Jahres die Stellenanzeige las. »Ich war immer gerne in Steinhagen. Und nun fühlt es sich an wie nach Hause kommen«, sagt sie. Indes ist sie damals schnell wieder ins Berufsleben eingestiegen und hat – familienfreundlich in Teilzeit und näher gelegen am Wohnort Herford – in der Medizinischen Bibliothek des Herz- und Diabeteszentrums Bad Oeynhausen gearbeitet: »Es ist eine reine Fachbibliothek für das ärztliche Personal. Viel Datenbank- und Zeitschriftenrecherche.« Die Erfahrungen aus Bad Oeynhausen, vor allem die technischen, kommen ihr nun zugute.

»Früher konnte man die Bücher in die Regale einräumen und starten.« Neue Medien waren damals Hörbuchcassetten, für die es auch eine Abspielstation in der Bibliothek gab. Heute ist der Aufbau der neuen Einrichtung ein komplexer datentechnischer Prozess. So wird etwa ein neues Verbuchungssystem mittels Radiofrequenzwellen geplant, das die Erfassung ganzer Stapel von Büchern bei Ausleihe und Rückgabe möglich macht. So wird es ein SB-Terminal geben zusätzlich zur klassischen Ausleihe durch die Mitarbeiter. »Eine große Arbeitserleichterung«, so Manuela Heinig.

Technische Neuerung bringt viel Arbeit mit sich

Doch erst einmal bringt die technische Neuerung viel Arbeit mit sich, um alle Medien mit dem notwendigen Transponder auszustatten. »Wir müssen also jedes Buch in die Hand nehmen«, sagt Manuela Heinig. Deshalb sichtet sie auch gleich mit ihren Mitarbeitern Lars Matiszik und Dan Lohmeyer den Bestand. »Wir wollen nur das mitnehmen, was auch aktuell ist«, sagt sie. Zudem werden, der besseren Transparenz halber, die Buchrücken der Sachliteratur mit neuen Etiketten ausgestattet, auf denen die Fachbereiche nicht mehr in Kürzeln, sondern in Klarschrift stehen.

Derzeit wird zudem eine neue Website mit Direktzugang zum Bibliothekskatalog gestaltet. So sollen Kunden einfacher Vormerkungen und Verlängerungen ihrer Medien vornehmen können. Der klassische Service direkt in der Bibliothek bleibt natürlich.

Am Kirchplatz soll ein Wohlfühlort entstehen

Die neue Bibliothek am Kirchplatz soll das werden, was in der Branche »der dritte Ort« heißt: der Ort, an dem man sich nach der eigenen Wohnung und der Schule oder dem Arbeitsplatz häufig aufhält – »ein Wohlfühl­ort«, wünscht sich Manuela Heinig. Das könnte der Wintergarten werden, in dem man Zeitung lesen und Kaffee trinken kann. Auch soll der angegliederte Schulungsraum Gruppen die Möglichkeit zum Treffen geben. Computerarbeitsplätze werden eingerichtet. Und mit Bibliotheksführungen und Veranstaltungen für junge Familien wie Vorlesestunden will die Bibliotheksleiterin die neue Einrichtung tiefer in der Bevölkerung verankern. Weitere kulturelle Angebote sollen folgen.

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