Befragung der Grundschuleltern: Gesamtschule folgt dichtauf Gymnasium liegt vorn

Steinhagen  (WB). Das Gymnasium bleibt in Steinhagen die beliebteste Schulform – Tendenz: leicht steigend. Das ergab eine Umfrage der Gemeinde unter den Eltern der Dritt- und Viertklässler.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Die Steinhagener Schullandschaft mit Gymnasium (vorne) und der Realschule (dahinter): Tatsächlich werden die weiterführenden Schulen gut angenommen von den Eltern – wie gut, das zeigt die Anmelde­woche im Februar.
Die Steinhagener Schullandschaft mit Gymnasium (vorne) und der Realschule (dahinter): Tatsächlich werden die weiterführenden Schulen gut angenommen von den Eltern – wie gut, das zeigt die Anmelde­woche im Februar. Foto: Ulrich Fälker

Keine weiterführende Schulform macht große Sprünge nach oben oder unten, der Trend der vergangenen Jahre setzt sich vielmehr kontinuierlich fort, auch was die Gesamtschule betrifft. »Die Befragung ist eine Bestätigung für die Steinhagener Schullandschaft«, sagt Bürgermeister Klaus Besser denn auch.

Seit 2014 befragt das Schulamt jedes Jahr im November die Eltern in den dritten und vierten Jahrgängen. So soll verhindert werden, von Entwicklungen wie einst gegen die Hauptschule überrascht zu werden. Die Zahlen sind am Mittwoch, 1. Februar, Thema im Schulausschuss (17.30 Uhr im Rathaus).

56,2 Prozent für das Gymnasium

Die aktuelle Befragung ohne die Georg-Müller-Schule ergab, dass 56,2 Prozent der Eltern das Gymnasium wählen würden – das sind plus 1,8 Prozent gegenüber 2015 und plus 2 Prozent gegenüber 2014. 53,2 Prozent sprechen sich zudem für das Steinhagener Gymnasium aus, das damit wachsende Zustimmung bekommt.

Dichtauf liegt die Gesamtschule, ohne dass es sie am Ort gibt: 49,8 Prozent favorisieren diese Schulform – das sind 2,1 Prozent weniger als 2015, aber erheblich mehr als 2014 (43 Prozent).

Das heißt aber nicht, dass die Kinder auch tatsächlich auf einer Gesamtschule in der Umgebung angemeldet werden. Denn nur 12,9 Prozent der Eltern geben an, dass sie keine Schule in Steinhagen wählen würden, und 15,5 Prozent, dass sie ihr Kind an einer anderen Schulform als die am Ort vertretenen anmelden würden. Eine eigene Gesamtschule ist für Steinhagen derzeit ohnehin kein Thema, seit 2015 ein Gutachten zum Schulentwicklungsplan ergeben hat, dass zwei Oberstufen am Ort nicht existieren könnten.

Grundschul-Jahrgänge bleiben stark

Die Realschule wird von 28,8 Prozent der Eltern als die bevorzugte Schule genannt. Damit ist sie ganz leicht hinter ihr Ergebnis von 2015 (30,4 Prozent) und deutlicher hinter das von 2014 (35,9 Prozent) zurückgefallen. Die Basis für die Realschule bleibt nach Ansicht des Bürgermeisters stabil. Wie für alle Schulen: »Die Zahl der Kinder bleibt konstant. Und der 2010er Jahrgang, der im Sommer eingeschult wird, ist besonders stark«, so Besser.

Auch nach der 2013 in Steinhagen nicht zustandegekommenen Sekundarschule wird gefragt: Für 12,4 Prozent der Eltern wäre sie die Wunsch-Schulform (2014: 10,4 Prozent, 2015: 11 Prozent). Die Zahl derer, die die Hauptschule nennen, war mit 2,1 Prozent gering. Indes wird der Bedarf nach der Hauptschule, wie mehrfach berichtet, vom Sommer an von der Realschule mit abgedeckt, die einen Hauptschulzweig einrichtet.

Rechnet man die private Georg-Müller-Schule mit ein, so bleibt zwar die Zustimmung zur Schulform Gymnasium gleich groß, alle anderen Werte sinken. Denn fast 60 Prozent der Eltern gaben an, ihr Kind an einer Schule außerhalb Steinhagens anzumelden. Die Georg-Müller-Schule betreibt in Bielefeld auch eine weiterführende Schule.

Trotz der Kontinuität im Ergebnis will der Bürgermeister bei jährlicher Befragung bleiben: »So sieht man Entwicklungen frühzeitig.« Die CDU war im Sinne des Schulfriedens schon immer gegen die jährliche Frequenz. »Das ist unnötig«, sagte Fraktionschef Herbert Mikoteit auch jetzt.

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