Erneuerung der Bielefelder Straße: Bauamt schildert die Knackpunkte der Planung Streckenweise wird es richtig eng

Steinhagen  (WB). Das Sanierungsvorhaben des Landesbetriebs Straßen NRW für die Bielefelder Straße, angekündigt für 2018, sorgt für jede Menge Diskussion in der Gemeinde: So haben Bürger und Anwohner bereits Bedenken zur Sicherheit der Radfahrer im oberen Teil der Straße geäußert. Welche weiteren Knackpunkte gibt es aus Steinhagener Sicht auf den 2,4 Kilometern Länge ?

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Die Woerdener Straße: Nachgedacht wird über die Umwandlung des Mehrzweckstreifens in einen Radfahrstreifen. Der darf von Autos nicht überfahren werden. Davon verspricht man sich mehr Sicherheit der Radfahrer auf der vielbefahrenen Straße.
Die Woerdener Straße: Nachgedacht wird über die Umwandlung des Mehrzweckstreifens in einen Radfahrstreifen. Der darf von Autos nicht überfahren werden. Davon verspricht man sich mehr Sicherheit der Radfahrer auf der vielbefahrenen Straße. Foto: Bluhm-Weinhold

Kreisel am Hilterweg

Einen Dauerbrenner nennt Bauamtsleiter Stephan Walter das Kreisverkehrs-Vorhaben. Mit Erschließung neuer Wohngebiete am Hilterweg steigt auch dessen Verkehrsbelastung. Das heißt Stau in Stoßzeiten.

Seit 2012 bemüht sich die Gemeinde um eine Entlastung, will, weil dreiarmige Kreisverkehre nicht genehmigungsfähig sind, Grund erwerben und die Einmündung der Straße Austmannshof verlegen. Die Gemeinde würde die Kosten von 450.000 Euro komplett übernehmen.

Straßen NRW dagegen beruft sich auf Verkehrszählungen und eine »ungleiche Verkehrsbelastung in den Knotenpunktarmen« – sprich: Aus dem Hilterweg und dem Austmannshof biegen (noch) nicht genug Autos ein.

Woerdener Straße

Ein großzügiger Straßenraum von 14,25 Metern: Auf der Woerdener Straße bietet es sich an, den bisherigen Mehrzweckstreifen aufzugeben und einen so genannten Fahrradstreifen einzurichten, der nicht überfahren werden darf. Für die Radfahrer soll das mehr Sicherheit bringen, aber die Parkmöglichkeiten, die an Wochenmarkttagen und bei Großveranstaltungen gerne genutzt werden, fallen dann weg.

Stephan Walter indes hält dieses Problem für lösbar – »bei Großveranstaltungen können die großen Parkplätze am Jibi und Hagebaumarkt genutzt werden« – oder für nicht mehr akut nach der Umgestaltung des Marktplatzes.

Kreisel oder Ampel? Was ist sicherer? Die Frage stellt sich für den Umbau der großen Kreuzung am ZOB. Städtebaulich wäre ein Kreisel besser. »Ein Großteil der Bürger wird aber sagen: eine Ampel. Denn an dieser Stelle muss man die vielen Schulkinder bedenken«, so Walter. Andererseits fallen nach den Studien der Verkehrsexperten Unfälle im Kreisel meist glimpflicher aus, weil die Geschwindigkeiten geringer sind.

Vom ZOB bis Meschers Hof

Als besonders kniffelig in den Planungen hat sich der Bereich zwischen dem ZOB und der Kreuzung Meschers Hof/Lange Straße entpuppt, weil dort die Fahrbahn sehr eng ist – also verbreitert werden muss für den Begegnungsverkehr zweier Lkw, der mit der Funktion der Bielefelder Straße als Autobahnzubringer erheblich zunehmen dürfte.

Die Fahrradfahrer sollen in diesem Abschnitt auf einem Schutzstreifen fahren, dahinter kommt beidseitig ein Parkstreifen, dann ein verschmälerter Gehweg. Die Politiker hatten bereits bei der Erstvorstellung der Pläne Sicherheitsbedenken.

So hat Thomas Goldbeck eine zweite Variante ausgearbeitet, die einen Parkstreifen nur noch auf einer Seite vorsieht. »Mit dem Wegzug des ›Lebensbaums‹ dürfte gar nicht mehr die große Parkplatznachfrage sein«, so Stephan Walter. Den Verkehrsraum macht das ungleich großzügiger.

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