Diskussion über die Sanierungspläne für die Bielefelder Straße Wo ist Platz für die Radfahrer?

Steinhagen  (WB). Hochborde sind nicht mehr genehmigungsfähig, Radfahrer sollen auf die Straße und auf so genannte Schutzstreifen oder Radfahrstreifen fahren: Und so ist auch die Planung, wenn die Bielefelder Straße nach Inbetriebnahme der A 33 saniert wird. Doch ist das sicher genug auf dieser schon jetzt viel befahrenen Straße, die zudem Autobahnzubringer wird?

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Noch gibt es die Hochborde. Aber demnächst sollen die Fahrradfahrer in den Straßenverkehr integriert werden. Im Zuge der Sanierung der vielbefahrenen Bielefelder Straße sollen so genannte Schutzstreifen eingerichtet werden.
Noch gibt es die Hochborde. Aber demnächst sollen die Fahrradfahrer in den Straßenverkehr integriert werden. Im Zuge der Sanierung der vielbefahrenen Bielefelder Straße sollen so genannte Schutzstreifen eingerichtet werden.

Die Mitglieder des Vereins zur Förderung der Lebensqualität in Steinhagen und die 20 Gäste beim Neujahrsempfang in der Alten Feuerwehr Amshausen haben da Zweifel. »Die Sanierung der Bielefelder Straße wird in den nächsten Monaten ein wichtiges Thema werden«, ist Vorsitzende Sabine Wienströer sicher. Deshalb müssten sich die Bürger mit den Plänen vertraut machen und sich einmischen in die Diskussion. Das nächste Mal besprochen wird die Planung im Steinhagener Bauausschuss am 9. März in öffentlicher Sitzung.

Am Sonntag beim Neujahrsempfang waren vor allem Anlieger des oberen Teils der Bielefelder Straße anwesend. Das Problem zwischen Osterfeldstraße und Bundesstraße wird aus Sicht der Vereinsmitglieder und Bürger die Fahrbahnbreite sein. Gemäß der Planung von Straßen NRW würde bei unverändertem Gehweg beidseitig ein Schutzstreifen von jeweils 1,50 Metern angelegt und eine Restfahrbahnbreite von 4,50 Metern bleiben. Viele Fragen wurden geäußert: Ist Radfahren dann überhaupt noch möglich auf der Bielefelder Straße? Können Abstände, zum Beispiel ein Meter zum Radfahrer, überhaupt eingehalten werden? »Nicht nur zwei Lkw im Begegnungsverkehr müssten den Schutzstreifen überfahren, sondern das wäre schon bei zwei Pkw mit der heute gängigen Breite von 2,05 Metern der Fall«, so Sabine Wienströer.

Der obere Bereich werde der Hauptknackpunkt sein, meint sie. »Schon heute fahren außer Rennradfahrern alle auf dem Bürgersteig, weil sie sich dort sicherer fühlen«, sagt Sabine Wienströer. Ein Vorschlag aus der Runde lautete deshalb: ein kombinierter Rad- und Fußweg auf einem Hochbord auf nur einer Seite der Straße, ein schmaler Bürgersteig auf der anderen. Auch Temporeduzierung von 50 auf 30 Stundenkilometer wurde vorgeschlagen. Ebenso eine Straßenverbreiterung – aber wer gibt schon freiwillig ein Stück vom Grundstück ab?

Als Beispiel für eine Schutzstreifen-Regelung wird immer die frisch sanierte Carl-Severing-Straße in Quelle genannt. Nach Erfahrungen von Teilnehmern des Neujahrsempfangs gibt es auch dort trotz der sehr breiten Straße immer wieder brenzlige Situationen für Radfahrer. Dort sind jenseits des Radweges Parkplätze eingerichtet worden. Möglicherweise wäre auch das in Steinhagen beispielsweise im Ortskernbereich eine Option.

Auch das wollte der Verein wissen: Ampel oder Kreisel am ZOB? Beides könnten Planungsvarianten sein. Sicherer erschien der Mehrheit am Sonntag mit Blick auf Radfahrer und Schulweg die Ampel.

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