Schießstand-Umbau: Kyffhäuser liegen gut im Zeit- und Finanzplan Spenden erlauben Extras

Steinhagen (WB). Der große Umbau des Schießstandes Brockhagen fällt noch ein bisschen größer aus als geplant. Dank großzügiger Spenden sowie des Fleißes der Mitglieder kann sich die Kyffhäuser-Kameradschaft (KK) Brockhagen-Steinhagen sogar einige Extras leisten.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Vorsitzender Klaus Landwehr zeigt die Höhe, die das fenster im Aufenthaltsraum früher hatte. Nun ist es vergrößert worden, und ein zweites ist dazugekommen. »Es soll viel mehr Licht in den Schießstand kommen«, so Landwehr.
Vorsitzender Klaus Landwehr zeigt die Höhe, die das fenster im Aufenthaltsraum früher hatte. Nun ist es vergrößert worden, und ein zweites ist dazugekommen. »Es soll viel mehr Licht in den Schießstand kommen«, so Landwehr. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Von Investitionskosten in Höhe von 278 000 Euro war die KK ohnehin ausgegangen, 222 000 Euro trägt die Gemeinde. »Die Unterstützung ist wirklich enorm«, freut sich Vorsitzender Klaus Landwehr. Bürger spenden, Handwerker stellen Werkzeug kostenlos zur Verfügung. In diesen Tagen entscheidet sich, ob mit einer größeren Spende eines Unternehmens gerechnet und damit ein ausgefeiltes Beleuchtungskonzept für den Schießstand umgesetzt werden kann. Auch der Kyffhäuser-Bund hat Mittel locker gemacht – mit Hinweis auf die Zukunftsfähigkeit des jungen und starken Vereins mit einem Altersdurchschnitt von 43 Jahren und 160 Mitgliedern.

Altersdurchschnitt der 160 Mitglieder liegt bei nur 43 Jahren

Beides ist völlig ungewöhnlich für eine Kyffhäuser-Kameradschaft: Dass der Verein so gut dasteht, führt Vorsitzender Klaus Landwehr darauf zurück, dass sich die KK stets als Teil der Dorfgemeinschaft verstanden hat. Und dieser integrative Ansatz soll durch den Umbau noch gestärkt werden. »Der Schießstand steht allen zur Verfügung«, so Landwehr. Selbst Turngruppen könnten dort trainieren, wo bisher die Seilzüge der Schießanlage hingen.

Denn diese wird in Zukunft elektronisch funktionieren. Und selbst die Ablagetische für die Luftgewehre sollen Rollen bekommen, so dass man sie zur Seite schieben kann. Der Schießstand hat zudem drei Fenster und zwei Außentüren bekommen. Das ist möglich, weil zum einen die heutigen Vorschriften Thermopen-Scheiben erlauben und sich zum anderen die KK-Mitglieder als sehr geschickt mit dem Bohrhammer erwiesen.

So wurden etwa weitere Fensteröffnungen gestemmt, Türen verbreitert und ein Behindertenzugang angelegt. Auch der Aufenthaltsraum hat jetzt einen zweiten Zugang und ein zweites Fenster. »Licht, Licht, Licht«, nennt Klaus Landwehr die Devise. Alle Fenster sind ausgetauscht worden. »Auch aus energetischen Gründen«, so Landwehr. Und für die Aufbewahrung der Vereinsfahne hat man sich etwas ganz Besonderes ausgedacht und setzt sie in einen Wanddurchbruch zwischen Aufenthalts- und Schießwartraum.

Wiedereröffnung des Vereinsheims für Anfang Mai geplant

Von der neuen Heizung bis zum aufwendig verlegten Pflaster vor der Tür – der ganze Schießstand ist eine Baustelle. Und inzwischen ist Halbzeit. Zum Tanz in den Mai soll er wieder eröffnet werden. »Wir brauchen noch einen langen Atem«, so Landwehr. Aber auf seine Mannschaft kann er sich verlassen. 55 bis 60 Mitglieder sind aktiv dabei. Die Wochenpläne sind stets gut gefüllt mit Namen. Und über sechs Whatsapp-Gruppen (pro Gewerk eine) klappt die schnelle Absprache.

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