Wie vermittelt man Kindern den Weihnachtsgedanken? Eine Reise mit der Kita Emmaus Entdeckungstour zur Krippe

Steinhagen(WB). Warum feiern wir Weihnachten? Eine Frage, die die Kinder der Evangelischen Kindertagesstätte Emmaus wie aus einem Mund beantworten: »Weil das Jesuskind geboren worden ist.« Aber warum feiert man die Geburt vom Jesuskind so groß wie keinen anderen Geburtstag? »Weil Weihnachten ist«, sagen die Fünf- und Sechsjährigen.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Die Krippe mit dem Jesuskind haben sich (von links) Helena, Bennett, Joel, Myla, Max und Pia kurzfristig vom Küster ausgeliehen. Inzwischen hat es seinen Platz bei den anderen Krippenfiguren aus Ton im Saal des Gemeindehauses gefunden.
Die Krippe mit dem Jesuskind haben sich (von links) Helena, Bennett, Joel, Myla, Max und Pia kurzfristig vom Küster ausgeliehen. Inzwischen hat es seinen Platz bei den anderen Krippenfiguren aus Ton im Saal des Gemeindehauses gefunden. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Logisch, oder? Aber dann kommen sie doch ins Grübeln: »Eine schwere Frage«, gibt Bennett zu. »Wie war das denn damals bei Maria und Josef?«, hakt Erzieherin Antje Strauch nach.

Die Weihnachtsgeschichte bildlich greifbar und erlebbar machen

Die stellvertretende Leiterin der Kita Emmaus weiß, wie man den Kindern Weihnachten – und die Weihnachtsgeschichte – am besten vermittelt: »Man muss es leben, und das auch mit Herzblut. Sonst kann man es den Kindern nicht rüberbringen.« Man muss die Geschichte bildlich greifbar und erlebbar machen und die Fantasie der Kinder anregen: »Man muss sie mitnehmen auf Entdeckungstour«, sagt sie.

So wie ihr Kollege Thomas Stolle das gemacht hat: Zum ersten Advent hat er mit den Kindern draußen im Garten die Wichtel gesucht. Er hätte Fußstapfen gesehen und gerade sei eine rote Mütze zwischen den Bäumen verschwunden – die Kinder waren gleich Feuer und Flamme für einen Ausflug.

Und so ähnlich ist das auch mit der Weihnachtsgeschichte. In der Adventszeit begegnet sie den Kindern auf Schritt und Tritt im evangelischen Kindergarten. Während des Morgenkreises in der Bärengruppe rücken sie die Krippenfiguren Maria und Josef von Tag zu Tag ein bisschen näher an die Krippe heran. Es werden Lieder gesungen, und aus der kleinen Ausleihbibliothek, die zeitweilig im Rollenspielhaus Unterkunft gefunden hat, können sich die Kinder Lektüre wie das Wimmel-Weihnachtsbuch, »Lauras Stern« oder »Wach auf, es ist Weihnachten, kleiner Bär« für ein paar Tage mit nach hause nehmen. Es weihnachtet überall.

Krippenspiel aufgeführt

Die Kinder haben in den vergangenen fünf Wochen Mandalas gemalt – und Weihnachtsbäume und Sterne über Sterne. Sie haben in einem Holzkasten namens Kamishibai, einer Art Erzähltheater, in das man Bilder einlegt, Marias und Josefs Weg verfolgt. Und am dritten Advent haben sie sogar selbst ein Krippenspiel im Gottesdienst aufgeführt.

Das erzählen sie noch einmal nach. »Alle mussten in ihre Stadt zurück, wo sie geboren wurden«, sagt Bennett. »Dann haben sie den Esel mitgenommen, weil Maria nicht mehr laufen konnte«, sagt Helena. »Und alle haben gesagt: Nein, hier ist kein Platz mehr«, erzählt Max. Aber ein Bauer hatte noch einen Stall. Und da ist dann das Jesuskind geboren worden. »Der Stern war als erster da und hat den anderen den Weg gezeigt«, sagt Max. Die Engel und die Hirten sind zum Stall gekommen: »Und die Schafe auch«, sagt Helena.

Was wollten die denn alle im Stall? »Die sind zur Geburtsfeier von Maria und Josef gekommen«, sagt Helena. »Und warum ist die so besonders?«, will Antje Strauch wissen. Die Kinder überlegen: »Weil Weihnachten ist.« Jedes Jahr Weihnachten komme das Jesusbaby auf die Welt, weiß Helena. »Dann kriegt man Geschenke und einen Tannenbaum. Und dann kommt der Weihnachtsmann«, freut sich Max.

Vielleicht führt eine andere Frage weiter: Woher kommt das Jesuskind? »Von Maria und Josef«, sagt Helena. Wirklich? »Wer ist denn der Vater vom Jesuskind? Ist das Josef?«, fragt die Erzieherin. »Nein, das ist doch der liebe Gott«, meint Max. Und langsam kriegen die Fünf- und Sechsjährigen den Dreh: Klar, Weihnachten ist so besonders, weil Gottes Sohn geboren worden ist – das Christkind.

»Aber der Weihnachtsmann bringt die Geschenke«, ist Pia sicher. Oder ist er nur der Helfer vom Christkind? An dem Mann in Rot kommt auch eine kirchliche Kita nicht vorbei. Antje Strauch ist indes wichtig, den Kindern stets christliche Werte zu vermitteln: geben und teilen etwa. Und so gibt sie den Kindern in puncto Christkind noch etwas mit auf den Weg: »Das Christkind bekommt die Geschenke. Aber es gibt euch welche ab.«

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