Mehr als 60 Interessierte nehmen an Betriebsführung beim Logistiker in Sennestadt teil Einblick bei Wahl & Co.

Steinhagen/Sennestadt  (WB). Alle sprechen über Wahl & Co. – etwa 60 interessierte Steinhagener Bürger haben sich gestern einen umfassenden Einblick in die Arbeit des Logistikers verschafft und an einer Betriebsbesichtigung am Firmensitz von Wahl & Co. in Sennestadt teilgenommen.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Firmenchef Jörn Wahl-Schwentker (links) zeigte den Steinhagener Besuchern die Firma, angefangen beim Hochregallager (im Hintergrund), das 26 Meter hoch ist. Die Hochregale in Steinhagen könnten mit 30 Meter etwas höher werden.               
Firmenchef Jörn Wahl-Schwentker (links) zeigte den Steinhagener Besuchern die Firma, angefangen beim Hochregallager (im Hintergrund), das 26 Meter hoch ist. Die Hochregale in Steinhagen könnten mit 30 Meter etwas höher werden.                Foto: Annemaire Bluhm-Weinhold

Sie sahen zum Beispiel das Hochregallager, 26 Meter hoch, ausgestattet mit 15 000 Palettenplätzen und in hohem Maße, aber längst nicht komplett automatisiert. Sie lernten den Dienstleistungsbereich kennen, in dem Wahl & Co. etwa für einen Bielefelder Großkunden die gesamte technische Wareneingangsprüfung vornimmt. Sie gingen in die Nahverkehrshalle, wo der Stückgutverkehr abgewickelt wird.

Dieser ist das Kerngeschäft von Wahl & Co. Lkw sammeln in ganz OWL die Waren ein, bringen sie zur Spedition, wo sie nach Hauptrichtungen wie Hamburg oder Köln sortiert werden und dann über Nacht auf die Langstrecke gehen. Die Firma Wahl & Co. ist mit anderen Mittelständlern und DHL Trade in einem Netzwerk. »Wir bekommen auch Sendungen, die wir mit kleineren Lkw in OWL verteilen«, schilderte Firmenchef Jörn Wahl-Schwentker. 50 bis 60 große Züge gehören zur Flotte und 70 kleinere Lkw. Auf Nachfrage erläuterte er das Umweltmanagement samt Iso-Zertifikat, dem auch die Subunternehmer mit ihrem Fuhrpark unterliegen.

500 Lkw – Zahl seit Jahren konstant

250 Lkw fahren auf den Hof, 250 fahren vom Hof in 24 Stunden: Auf 500 Lkw-Bewegungen, das machte er klar, werden sich die Steinhagener einstellen müssen. Es werden aber auch nicht mehr: »Die Zahlen sind konstant seit Jahren.« Aber Jörn Wahl-Schwentker sagte auch: »Die Alternative ist nicht null Lkw. Alle betonen, dass das Gebiet entwickelt werden soll. Bei produzierendem Gewerbe sind es 200 oder 300 Lkw.«

Selbst wenn es nicht die Spedition ist: Ohne Emissionen werde keine Ansiedlung in dem zukünftigen Industriegebiet sein, sagte Wahl-Schwentker: »Es kann auch eine Chemiefirma sein. Die Bezirksregierung genehmigt in solchen Gebieten nur noch bestimmte Betriebe. Die nicht störenden kommen dort nicht hin.«

Hauptverkehrszeiten morgens und gegen Abend

Die Hauptverkehrszeiten bei Wahl & Co. sind morgens zwischen 7 und 8.30 Uhr, wenn das Stückgut herausgeht, sowie zwischen 15 und 18 Uhr, wenn die Lkw zurückkommen. Der Fernverkehr mit großen Zügen läuft vornehmlich über Nacht. Am Wochenende endet die Tätigkeit meist Samstagmorgen zwischen 5 und 6 Uhr und beginnt wieder Sonntagabend um 22 Uhr mit dem Fernverkehr mit bis zu 20 Lkw.

Welche Bereiche würden umziehen nach Steinhagen, war eine weitere Frage. Im ersten Bauabschnitt sind es das Verwaltungsgebäude, das Umschlagterminal und das Stückgutgeschäft, Technikbereiche wie Waschanlage und Werkstatt sowie eine 8000 Quadratmeter große Logistikhalle. Hochregallager kämen überhaupt erst in späteren Bauabschnitten, so der Firmenchef. Man werde sie selbst vom Wohngebiet Niederwahrenbrock nicht sehen: »Dort ist ohnehin geplant, einen Wald zu pflanzen, in den man blickt.«

Befürchtet wird in der Bevölkerung auch, dass die Firma aufgrund ihrer hohen Investitionskosten über Jahre gar keine Gewerbesteuern zahlen würde. Bleibt also etwas für Steinhagen? »Ja. Unsere Steuern werden weiterhin jedes Jahr viele Hunderttausende bringen«, so Wahl-Schwentker. Der Firmenhauptsitz würde Steinhagen sein.

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