Gemeinde gibt Startschuss für WLAN-Netzwerk »free-key« Kostenlos surfen im Ortskern

Steinhagen (WB) . Beim Feierabendgetränk auf dem Kirchplatz mal eben die E-Mails abrufen, im Rathaus noch kurzfristig wichtige Regelungen im Internet nachschauen – das ist jetzt im Steinhagener Ortskern noch einfacher geworden: Seit Mittwoch ist das öffentlich nutzbare WLAN-Netzwerk namens »free-key« in Betrieb.

Von Volker Hagemann
Freies Internet, hier am Kirchplatz: Das nutzen auch (von links) IT-Administrator Dirk Gaßdorf, Bürgermeister Klaus Besser und Kämmerer Jens Hahn, hier probeweise. An der Gebäudeecke im Hintergrund ist eine der Antennen montiert.
Freies Internet, hier am Kirchplatz: Das nutzen auch (von links) IT-Administrator Dirk Gaßdorf, Bürgermeister Klaus Besser und Kämmerer Jens Hahn, hier probeweise. An der Gebäudeecke im Hintergrund ist eine der Antennen montiert. Foto: Volker Hagemann

Die erforderlichen Antennen sind bereits seit Wochen am Rathaus, am CDU-Bürgerbüro und am VHS-Gebäude am Kirchplatz installiert, nun hat die Telekom letzte Installations- und Einstellungsarbeiten abgeschlossen.

Die Nachfrage nach öffentlich zugänglichem und kostenfrei nutzbarem WLAN steigt auch in Steinhagen. Einer der Auslöser für das neue Angebot ist auch ein Antrag der Steinhagener FDP-Fraktion aus dem Jahr 2014. Dass es so lange bis zur konkreten Umsetzung gedauert hat, liegt laut Bürgermeister Klaus Besser vor allem an den bisher schwierigen Datenschutzbestimmungen in Deutschland. »In unserer niederländischen Partnergemeinde Woerden beispielsweise gehört der freie Internetzugang im Ortszentrum schon lange zur Selbstverständlichkeit.« Problem hierzulande war bis vor kurzem die so genannte Störerhaftung: Danach musste der Anbieter eines WLAN-Hotspots für Vergehen seiner Nutzer unter Umständen haften – zum Beispiel wenn illegal Filme oder Musik kopiert wurden. Nach einem neuen Gesetz fällt die Störerhaftung nun weg.

Bislang gab es lediglich in der Gemeindebibliothek einen Hotspot zum Internet-Surfen, der von einem privaten Anbieter betrieben wird und auch vor dem Rathaus genutzt werden kann. Außerdem bieten manche Gaststätten und Cafés diesen Service an.

»Nun lässt sich mit Smartphone, Tablet oder Laptop vor dem Rathaus, auf dem Marktplatz und rund um die Kirche kostenlos im Internet surfen«, erklärt Jens Hahn, allgemeiner Stellvertreter des Bürgermeisters und Leiter des Amtes für Personal, Organisation und Finanzen. Angedacht sei, künftig den Bürgerpark miteinzubeziehen. Dirk Gaßdorf, einer der IT-Administratoren der Gemeinde Steinhagen, erklärt das Prozedere: »Bei free-key reicht es, sich einfach mit der Eingabe seiner E-Mail-Adresse zu authentifizieren. Betreiber des Systems ist die Firma Innerebner aus Innsbruck. Ein Filter verhindert, dass Inhalte wie Pornographie oder Gewalt hochgeladen werden können.«

Für die insgesamt sechs Antennen und die Installation hat die Gemeinde bislang 11 000 Euro ausgegeben, im Haushalt 2016 seien 18 000 Euro veranschlagt worden, sagt Jens Hahn. Die jährlichen Betriebskosten – ab 2017 einschließlich Bürgerpark – beziffert er auf 1200 Euro. »Freies Internet steigert die Aufenthaltsqualität im Ortskern und damit dessen Attraktivität«, ist sich Klaus Besser sicher. »Schön, dass das ganze passend zum großen Veranstaltungs-Wochenende freigeschaltet werden konnte.«

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