In tausenden Handarbeitsstunden fertigen engagierte Frauen fast 700 Kleidungsstücke für Kinderklinik Strick-Rekord hilft Frühgeborenen

Steinhagen(WB/vh). In mehreren riesigen Taschen und Körben transportiert Doris Strothmann die winzigen bunten Kleidungsstücke auf einer Sackkarre vom Autokofferraum in die Kinderklinik Bethel. Bei diesem Anblick fehlen ihr vor Freude vorübergehend die Worte. »Wahnsinn, ein neuer Rekord, den unsere Damen da aufgestellt haben – der erneut den Frühgeborenen zugute kommt!« Der Kreis aus Kundinnen ihres Geschäfts, der »Wollstube«, und zahlreichen weiteren Bekannten hat monatelang die Stricknadeln klappern lassen, um ganz besondere Kleidungsstücke herzustellen: Winzige Mützchen, Söckchen, Handschuhe und vieles mehr sind entstanden. »In mehreren tausend Handarbeitsstunden, insgesamt fast 700 Teile – so viele wie noch nie«, berichtet Doris Strothmann.

Doris Strothmann überreicht fast 700 Kleidungsstücke für Frühgeborene. Das freut auch Prof. Dr. Eckard Hamelmann, Chefarzt der Kinderklinik in Bethel.
Doris Strothmann überreicht fast 700 Kleidungsstücke für Frühgeborene. Das freut auch Prof. Dr. Eckard Hamelmann, Chefarzt der Kinderklinik in Bethel. Foto: Volker Hagemann

Sorgfältig sortiert, überreicht sie die bunten Stücke an Prof. Dr. Eckard Hamelmann, Leiter der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Bethel. Seit zwei Jahren ist Hamelmann Nachfolger von Professor Dr. Johannes Otte, der in den Ruhestand gegangen ist. Auch Otte hatte schon eine Vielzahl solcher Kleidungsstücke von den fleißigen Damen für die Neugeborenen entgegen nehmen dürfen.

Oft unter 1000 Gramm Geburtsgewicht

Weil die Kleidung vor allem für Frühgeborene mit einem Körpergewicht von oft weniger als 1000 Gramm bestimmt ist, fertigen die Handarbeitsfreundinnen sehr kleine Größen an. »Auf Wunsch gebe ich ihnen Muster dafür«, sagt Doris Strothmann, die selbst gerne zur Stricknadel greift. »Wichtig bei den XXS-Strampelsäckchen ist zum Beispiel eine kleine Öffnung für die Überwachungs- und Versorgungsschläuche der Säuglinge«, erklärt die Steinhagenerin.

Das Resultat ist beeindruckend: 279 Mützen, 244 Strampelsäckchen, 68 Paar Söckchen, 14 Paar Handschuhe, ein Paar Stulpen und ein Stirnband haben die Frauen gestrickt – mehr als je zuvor. »Die Frauen wissen, dass ihr Einsatz an der richtigen Stelle ankommt«, sagt Doris Strothmann. Das bestätigt Eckard Hamelmann: »Bei Neugeborenen – gerade bei Frühgeborenen – ist Wärme besonders wichtig«, betont er. »Täglich versorgen wir hier 40 Kinder, manche sind nach nur 23 Wochen zur Welt gekommen. Wir haben derzeit eine steigende Geburtenquote, freuen uns daher über solche Spenden. Darüber hinaus ist es eine schöne Geste, dass sich Menschen für andere einsetzen.«

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