Weil der Brutbestand bedroht ist, arbeiten Landwirte, Kreis und Bio-Station beim Artenschutz eng zusammen Kiebitz freut sich über Schonfrist

Steinhagen (WB). Auch wenn der Bestand in Deutschland dramatisch zurück geht – in Steinhagen und Umgebung gehe es den Kiebitzen noch vergleichsweise gut, sagt Bruno Borgelt vom Verein für Landschaftspflege und -schutz. Dennoch fordern Fachleute wie er dringend Schutzmaßnahmen. Darin sind auch Landwirte wie Klaus-Dieter Schütter eingebunden.

Von Volker Hagemann
Machen sich für den Kiebitz stark: (von links) Bernhard Walter (Biologische Station Gütersloh/Bielefeld), Stefan Venker-Metarp (Verein für Landschaftspflege und Landschaftsschutz im Kreis Gütersloh), Annette Pagenkemper (Untere Landschaftsbehörde), Bruno Borgelt (Vorsitzender des Vereins für Landschaftspflege), Landwirt Klaus-Dieter Schütter, Franz-Josef Tegelkamp (Landwirtschaftskammer) und Ulrich Bultmann (Verein sowie Kreis-Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer).
Machen sich für den Kiebitz stark: (von links) Bernhard Walter (Biologische Station Gütersloh/Bielefeld), Stefan Venker-Metarp (Verein für Landschaftspflege und Landschaftsschutz im Kreis Gütersloh), Annette Pagenkemper (Untere Landschaftsbehörde), Bruno Borgelt (Vorsitzender des Vereins für Landschaftspflege), Landwirt Klaus-Dieter Schütter, Franz-Josef Tegelkamp (Landwirtschaftskammer) und Ulrich Bultmann (Verein sowie Kreis-Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer). Foto: Volker Hagemann

»Gerade erst in den vergangenen Tagen und Wochen habe ich auf meinen Feldern drei Kiebitz-Nester gesehen«, freut sich Klaus-Dieter Schütter. Der Landwirt, der auf dem Ströhen etwa 25 Hektar bewirtschaftet, weiß, wie bedroht der Vogel ist, der durch seine Kopffedern, die typischen »kie-witt«-Rufe und akrobatische Balzflüge bekannt ist. Der Brutbestand im Kreis Gütersloh hat sich in den vergangenen zehn Jahren auf nur noch etwa 600 Tiere im vergangenen Jahr reduziert. Denn zum Brüten bevorzugt er vegetationsarme Bodenstellen, gerne feuchtes Grünland. Das ist selten: 80 Prozent der Kiebitz-Nester befinden sich auf Äckern, vor allem auf Sommerkulturen wie Mais.

Kiebitz mit Jungen Foto: NABU

»Ab Mitte/Ende März brüten die Kiebitze etwa 25 Tage lang. Das ist für die Landwirte eine lange Zeit, denn dann erfolgt auf den Maisäckern bereits die Bodenbearbeitung«, sagt Bernhard Walter, Leiter der Biologischen Station Gütersloh/Bielefeld. Doch er ist optimistisch: »Im Feuchtwiesengebiet Ströher Wiesen gibt es maximal 40 Prozent Maisanteil, und wir können den Kiebitzbestand hoffentlich stabilisieren.« Dazu haben die Bio-Station, der Verein für Landschaftspflege und -schutz im Kreis Gütersloh, die Landwirtschaftskammer, der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband und die Untere Landschaftsbehörde ein Aktionsbündnis gegründet. Mit einem Brief bitten sie die Landwirte um Unterstützung. »Man kann die Kiebitz-Nester markieren und mit dem Traktor drumrum fahren. Bei Nestern auf Maisanbauflächen ist ein Aufschub der Bodenbearbeitung hilfreich«, erklärt Annette Pagenkemper von der Unteren Landschaftsbehörde. Möglich ist laut einem NRW-Landeserlass ein Vertrag zum Bewirtschaftungsaufschub bis zum 20. Mai auf noch nicht eingesäten Maisflächen. »Dafür zahlt die Bezirksregierung eine Entschädigung von 280 Euro pro Hektar«, sagt Franz-Josef Tegelkamp von der Landwirtschaftskammer. »Auch unbearbeitete Flächen können gefördert werden. Fünf-Jahres-Verträge sind ebenso möglich.«

Klaus-Dieter Schütter unterstützt das gerne: »Landwirtschaft und Naturschutz gehören eng zusammen.« Für seine diesjährige fünf Hektar große Silo-Mais-Fläche nimmt er das Programm der Bezirksregierung in Anspruch. Tegelkamp steht interessierten Landwirten unter Telefon 0 52 45/55 37 gerne zur Verfügung.

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