Haupt- und Finanzausschuss stimmt Antrag der Grünen zu Pläne sind nun öffentlich

Steinhagen  (WB).  Es gibt bisher nur eine Plan­skizze der Spedition Wahl  & Co. zur Nutzung ihres Wunsch-Grundstücks an der Liebigstraße in Steinhagen. Nun wird dieser Entwurf ebenso wie eine Firmenpräsentation und der Masterplan zur Ansiedlung in Steinhagen öffentlich gemacht.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Das Gelände des Hofes Detert an der Bahnhofstraße: 15 Hektar der Fläche möchte die Spedition Wahl & Co. für ihre Ansiedlung haben.
Das Gelände des Hofes Detert an der Bahnhofstraße: 15 Hektar der Fläche möchte die Spedition Wahl & Co. für ihre Ansiedlung haben. Foto: Ulrich Fälker

Die Grünen haben das beantragt. Sie hatten mehrfach kritisiert, dass bisher nur Verwaltung und Kommunalpolitik die Pläne kennen: »Die Öffentlichkeit konnte sich keine Meinung bilden«, sagte Detlef Gohr. Und so hat der Haupt- und Finanzausschuss am Mittwochabend einstimmig beschlossen, die Unterlagen, die die Mitglieder am 2. März in nichtöffentlicher Sitzung gesehen haben, mit Einwilligung der Firma auf die Homepage der Gemeinde zu stellen. Spätestens an diesem Freitag sollen sie online stehen. Zudem sind die Protokolle der Sitzungen vom 9. Dezember 2015 und 27. Januar 2016, in denen das Vorhaben bereits Thema war, auf der Homepage eingestellt.

So sähe die Planung von Wahl & Co. für die Anordnung der Gebäude auf dem 15 Hektar großen Areal zwischen Liebigstraße und Autobahn aus. Foto: Grafik

Zudem regten die Grünen an, Wahl & Co. um weitere Ansichten ihres Bauvorhabens zu bitten. Auch dem hat die Firma gestern bereits zugestimmt und will eine entsprechende Darstellung in Auftrag geben. »Nur so können Lage und Dimension der Gebäude gezeigt werden, so dass man sieht, wie die in der Landschaft liegen«, sagte Detlef Gohr: Im Rahmen des Bürgerbegehrens müssten alle Informationen auf den Tisch.

Das Bauvorhaben

Zu den Rahmendaten des Bauvorhabens von Wahl & Co. ist zu sagen, dass das 15 Hektar große Gelände zwischen Liebigstraße und Autobahn in fünf Bauabschnitten entwickelt werden soll. Im ersten Bauabschnitt entständen Verwaltungsgebäude, Umschlagterminal, eine Logistikhalle, die Werkstatt mit Waschanlage und Tankstelle sowie die Parkplätze. In drei weiteren Bauabschnitten kämen jeweils eine Logistikhalle und eines der etwa 100 Meter langen und 30 Meter hohen Hochregallager, in einem fünften Bauabschnitt eine weitere Logistikhalle hinzu. Innerhalb von 15 Jahren soll der Standort nach Angaben von Firmenchef Jörn Wahl-Schwentker voll entwickelt sein. Im ersten Bauabschnitt soll eine Photovoltaikanlage auf dem Umschlagterminal installiert werden. Auch für die Logistikhallen steht diese Umwelttechnologie in den Plänen. Die Baukosten gibt Wahl & Co. mit einem zweistelligen Millionenbetrag an.

2000 Unterschriften

Beim Bürgerbegehren sind inzwischen mehr als 2000 Unterschriften gesammelt worden. Bis zur Gemeinderatssitzung am 11. Mai wollen die Initiatoren mindestens 3500 bis 4000 Unterschriften beisammen haben. Dann wird dar­über entschieden, ob es einen Bürgerentscheid geben wird und die Steinhagener an die Wahlurnen gebeten werden.

Im Haupt- und Finanzausschuss hat Bürgermeister Klaus Besser am Mittwochabend eine Anfrage der Grünen zur Information der Öffentlichkeit im Rahmen eines Bürgerentscheids beantwortet. Es muss dann nach Paragraf 9 der Gemeindeordnung ein Infoblatt geben, das zusammen mit der Benachrichtigung über die zu entscheidende Frage, Ort und Zeit der Abstimmung an die Wähler versendet wird.

In diesem Infoblatt können nicht nur die Initiatoren, sondern  alle Fraktionen ihre Haltung erläutern sowie eine Stimmempfehlung geben . Das gilt auch für den Bürgermeister und die BA/STU, die ohne Fraktionsstatus ist. Die Länge der Textbeiträge legt der Rat einheitlich fest. Das Infoblatt wäre auch auf der Homepage abrufbar.

Kommentare

Diese Spedition ist ein Thema, aber Wichtiges : Für mich war die Verlängerung der Liebigstrasse eine alternative Strasse zu der Bahnhofstrasse mit seinem Bahnübergang (mit den zig roten Ampeln), die den Verkehr lähmt. Beim Ansehen der Baustelle habe ich eine enge Strasse entdeckt, die weder eine alternative Strasse ist, aber auch überhaupt nicht für breite und lange LKWs in einem Industriegebiet geeignet ist (ein Kreisverkehr wäre auch sinnvoll). Dann werden wir in ein paar Jahren einen Ausbau dieser Erweiterung zahlen…

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