Wahl & Co. erläutert Planung – Hochregal wird weitgehend vom Lärmschutzwall verdeckt »Man sieht nur die Spitzen«

Steinhagen (WB). Von einem monumentalen Bauvorhaben sprechen die Grünen, wenn von den Ansiedlungsplänen der Spedition Wahl & Co. in Steinhagen die Rede ist. Das WESTFALEN-BLATT hat sich wesentliche Planungsaspekte von der Firma erläutern lassen.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Die Grünen fürchten, dass man vor lauter Hochregallager vom Ort aus nicht mehr den Teuto sehen könnte. Der Blick vom – erhöhten – Standort auf der Brücke Bahnhofstraße zeigt: Das 27 Meter hohe Hochregallager von Runge (zwischen den Bäumen zu sehen) steht der Sicht auf den Berg nicht entgegen. Wahl & Co. würde seine Hochregale mit der Schmalseite (25 Meter) Richtung Ort direkt hinter dem Wall der A 33 (unterer Bildrand) bauen, die später vier Meter hoch sind und zusätzlich bepflanzt werden.
Die Grünen fürchten, dass man vor lauter Hochregallager vom Ort aus nicht mehr den Teuto sehen könnte. Der Blick vom – erhöhten – Standort auf der Brücke Bahnhofstraße zeigt: Das 27 Meter hohe Hochregallager von Runge (zwischen den Bäumen zu sehen) steht der Sicht auf den Berg nicht entgegen. Wahl & Co. würde seine Hochregale mit der Schmalseite (25 Meter) Richtung Ort direkt hinter dem Wall der A 33 (unterer Bildrand) bauen, die später vier Meter hoch sind und zusätzlich bepflanzt werden. Foto: Bluhm-Weinhold

30 Meter hoch sollen die Hochregallager werden, zudem sei der Flächenverbrauch immens, beklagt zum Beispiel Grünen-Sprecher Detlef Gohr. Zudem kritisiert er, dass die Pläne bisher nur dem Haupt- und Finanzausschuss in nicht-öffentlicher Sitzung vorgestellt worden seien. Die Grünen haben weitere Entwürfe angefordert.

Fünf Bauabschnitte

Bislang habe das Unternehmen, das in Steinhagen einen zweistelligen Millionenbetrag investieren will, noch keine ausgearbeiteten Pläne zeigen können, wie Geschäftsführer Jörn Wahl-Schwentker sagt: »Computeranimierte Ansichten gibt es noch gar nicht in diesem Planungsstadium.« Es liegt überhaupt nur eine einzige grobe Entwurfsskizze für die Aufteilung des 15 Hektar großen Geländes zwischen Liebigstraße und Autobahn vor, das Wahl & Co. in fünf Bauabschnitten über einen Zeitraum von 15 Jahren entwickeln will. Im ersten Schritt will das Unternehmen die komplette Verwaltung, das Umschlagterminal und 8000 Quadratmeter Lager sowie den Technikbereich nach Steinhagen verlagern.

Gelände fällt ab

Direkt an der Liebigstraße sind das Bürogebäude und das Umschlagterminal (12.000 Quadratmeter mit 60 Überladeplätzen pro Seite im 24-Stunden-Betrieb) geplant. Ein aktuell angefertiges Schallgutachten kommt zu der Erkenntnis, dass die Grenzwerte eingehalten werden, zusätzlicher Lärmschutz nicht nötig ist im ausgewiesenen Industriegebiet.

Die drei geplanten Hochregallager, 25 Meter breit, gut 100 Meter lang und 30 Meter hoch, folgen nach und nach erst in weiteren Bauabschnitten und sollen direkt an der Autobahn stehen. Und sie sollen jeweils mit der Schmalseite Richtung Ort stehen. »Das Gelände fällt zwischen Liebigstraße und Autobahn um mehrere Meter ab. Dazu kommt der vier Meter hohe Lärmschutzwall der A 33, der zusätzlich noch begrünt wird. Am Ende wird man kaum noch etwas von den Gebäuden sehen, höchstens noch die Spitzen«, sagt Jörn Wahl-Schwentker.

Wahl & Co. würde in dem Bereich nicht das erste Hochregallager bauen. Ganz in der Nähe liegen schon die von Runge und Hörmann. Zudem betont Jörn Wahl-Schwentker, dass das Unternehmen viel Wert auf Architektur lege.

Emissionsfrei

Den Unterschied zwischen Wahl & Co., dem einzigen mittelständischen Familienunternehmen unter den Sammelgutspeditionen in OWL, und den quartalsgetriebenen Konzernen sehe man am deutlichsten im nachhaltigen Wirtschaften, sagt der Geschäftsführer. Das Umweltmanagement ist seit 1998 zertifiziert. Die Firma hat schon in Sennestadt die größte Aufdach-Photovoltaikanlge in OWL (Leistung 550 kWp), betreibt eine Gasheizung mit Kraft-Wärme-Kopplung und nutzt Erdwärme. In Steinhagen würde das Unternehmen das Energiekonzept ebenfalls umsetzen und einen emissionsfreien Logistikstandort errichten, wie Jörn Wahl-Schwentker verspricht. Photovoltaik auf dem Umschlagterminal, Lichtbänder im Dachfirst, LED-Beleuchtung, Elektrotankstelle, Geothermie und Kraft-Wärme-Kopplung nennt die Firma in ihrem Konzept. Der Randbereich soll landschaftstypisch entwickelt werden. Der Fernverkehrsfuhrpark ist auf Euro-6-Norm umgestellt.

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