Tolle Show: 240 Kinder der Grundschule Steinhagen stehen beim Projektzirkus Oskani im Rampenlicht Die Jüngsten sind die größten Artisten

Steinhagen (WB/vh). Selbst im Zirkus aufzutreten – das dürfte für die meisten Kinder ein ganz großer Wunschtraum bleiben. Nicht so für die Kinder der Grundschule Steinhagen: Sie haben am Donnerstag und Freitag im Zirkus Oskani am Cronsbach eine beeindruckend große Bandbreite an Akrobatik vorgeführt.

Eindrucksvolle Leistung: Innerhalb von lediglich drei Tagen haben die Grundschüler aller vier Jahrgänge ein umfang- und abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt – einer der Höhepunkte: die menschliche Pyramide.
Eindrucksvolle Leistung: Innerhalb von lediglich drei Tagen haben die Grundschüler aller vier Jahrgänge ein umfang- und abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt – einer der Höhepunkte: die menschliche Pyramide. Foto: Volker Hagemann

Rappelvoll mit Zuschauern war das Zelt, das der Projektzirkus Oskani auf der Wiese neben dem Steinhagener Cronsbachstadion errichtet hatte. Und die Gäste wurden nicht enttäuscht – während der mehr als zweistündigen Aufführung staunten sie nahezu ununterbrochen, wie die etwa Sechs- bis Zehnjährigen mit Sprüngen, Salti, Menschenpyramiden, Tellerdrehen und vielem mehr eine eindrucksvolle Show der Extraklasse lieferten.

Erwachsene Zirkus-Profis waren lediglich am Rande zur Hilfestellung mit dabei. Im Rampenlicht in der Manege standen dagegen Kinder aus allen vier Jahrgängen der Grundschule Steinhagen. Hut ab vor der Geschwindigkeit des Lernens: Nur drei Tage und nur eine bis eineinhalb Stunden täglich hatten die Grundschüler Gelegenheit, sich mit professioneller Hilfe auf die Vorführungen vorzubereiten. Und so marschierte die Steinhagener Jung-Artisten unter Applaus des Publikums in die Manege, absolvierten Choreografien, kletterten über- und aufeinander, formierten sich mit Hilfe der Oskani-Mitarbeiter zu hohen Menschenpyramiden, jonglierten mit Bällen und leuchtenden Ringen und Reifen, betätigten sich als Fakire und im Seiltanz – und sorgten mit Mimik und Schminke »ganz nebenbei« für eine richtig gute Komik.

Für die ersten Überraschungs-Lacher sorgte schon gleich zu Beginn der Vorstellung Schulleiterin Wiebe Hamacher. Nach ihrer locker-launigen Anmoderation des Projektes schwang sie sich entspannt in eine Schaukel – die plötzlich bis unter die Zeltkuppel hochgezogen wurde. Hamacher war es auch, die vor vier Jahren zum 60-jährigen Bestehen der Grundschule Steinhagen den Projektzirkus Oskani erstmals in die Gemeinde holte. »Das kam so gut an, dass wir uns jetzt um ein zweites Mal bemüht haben«, sagt sie. Neben dem Spaß stehen hier aber auch ganz ernsthafte Dinge im Vordergrund: »Die Kinder sollen miteinander und voneinander lernen. Ziel ist es, die Persönlichkeit der Kinder zu stärken, Selbstvertrauen zu vermitteln, ihre Fantasie anzuregen.«

Eigene Ideen der Grundschüler

Je 120 Kinder agierten an jedem der beiden Vorstellungstage im Projektzirkus. Teils wurde die Akrobatik nach Vorgaben der Zirkus-Mitarbeiter erarbeitet, teils nach eigenen Ideen der Grundschüler. » Jedes Kind konnte seine individuellen Fähigkeiten einbringen. Es wurden auch Dinge wie Jonglierbälle oder Zirkustiere selbst hergestellt«, berichtet Wiebe Hamacher.

All das liegt auch Zirkusdirektor Oskar am Herzen, der den Zirkus Oskani (abgeleitet von seinem Vornamen) 1990 gründete. »Seit 1995 bieten wir die Vorstellungen mit den Kindern als Akteure an. Damals waren wir bei einem Schulfest in Löhne-Mennighüffen zu Gast, dort entstand schließlich die Idee. Mittlerweile sind wir mit dem Projektzirkus in ganz Norddeutschland unterwegs«, erzählt er. »Regelmäßig arbeiten wir beispielsweise auch mit Bethel zusammen, erarbeiten mit behinderten und nicht-behinderten Menschen integrative Zirkusprojekte.«

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