Landrat Sven-Georg Adenauer kritisiert das Abstimmungsergebnis gegen Wahl & Co. »Die Entscheidung ist fatal«

Steinhagen (WB). Auch außerhalb Steinhagens stößt die Absage an die Spedition Wahl & Co. größtenteils auf Unverständnis. So äußerte sich auf der Mitgliederversammlung der CDU-Seniorenunion nun auch Landrat Sven-Georg Adenauer zu diesem Thema. Er informierte außerdem über aktuelle Entwicklungen im Kreis Gütersloh.

Von Sara Mattana
Angeregte Diskussion auch zu Wahl & Co.: CDU-Vorstandsvorsitzender Dirk Lehmann und Seniorenunions-Vorsitzender Jürgen Kies (von links) haben am Mittwoch Landrat Sven-Georg Adenauer in der Alten Feuerwehr in Amshausen begrüßt.                                      
Angeregte Diskussion auch zu Wahl & Co.: CDU-Vorstandsvorsitzender Dirk Lehmann und Seniorenunions-Vorsitzender Jürgen Kies (von links) haben am Mittwoch Landrat Sven-Georg Adenauer in der Alten Feuerwehr in Amshausen begrüßt.                                       Foto: Sara Mattana

»Für mich ist diese Entscheidung fatal, sowohl für Steinhagen als auch für den gesamten Kreis Gütersloh«, sagt Sven-Georg Adenauer. Nicht nachvollziehen könne er dies, da der Kreis schon lange vor allem von seiner wirtschaftlichen Stärke lebe. »Ich habe deshalb nie gedacht, dass so etwas hier überhaupt möglich ist. Eigentlich sollten Firmen mit offenen Armen empfangen werden. Man darf nicht ausschließlich die Risiken, sondern muss vor allem auch die großen Chancen sehen.« Seiner Meinung nach begründe sich das Abstimmungsergebnis auf fragwürdigen Ideologien anstelle sachlicher Argumente. »Damit wird definitiv ein falsches Signal gesendet, auf das ich auch außerhalb des Kreises immer wieder angesprochen werde.«

Auch Seniorenunions-Vorsitzender Jürgen Kies will den Ratsbeschluss nicht akzeptieren: »Die Gegner der Ansiedlung fordern mehr Lebensqualität für alle. Doch dafür braucht man Geld, und das bekommt man von Industrie und Wirtschaft.«

Chance hängt vom Bürgerbegehren ab

Ob es aber doch noch eine Chance für Wahl & Co. in Steinhagen gibt, hängt nun von einem möglichen Bürgerbegehren ab. »In diesem Fall müssen acht Prozent der Wahlberechtigten dem Vorschlag zustimmen«, erklärt CDU-Fraktionsvorsitzender Herbert Mikoteit. Für die Gemeinde bedeutet dies, dass etwa 1300 Bürger den Antrag unterschreiben müssen. Momentan müsse aber erst vom Städte- und Gemeindebund überprüft werden, ob eine solche Aktion in einer repräsentativen Demokratie zulässig sei. Bürgermeister Klaus Besser hatte bis zum gestrigen Donnerstag noch keine Antwort dieses Gremiums erhalten.

Eine große Rolle spiele dabei die genaue Formulierung der Fragestellung, so Herbert Mikoteit. Anschließend müssen drei Bürger gefunden werden, die offiziell für das Begehren stehen und nicht dem Gemeinderat angehören. Danach beginnt dann eine vierwöchige Frist für die Unterschriften, und der Rat entscheidet erneut. Zunächst bleibt jedoch die Prüfung abzuwarten, bevor das Bürgerbegehren sein Ziel erreichen kann.

Große Pläne für die kommenden Monate hat jedoch auch die Seniorenunion selbst: »Die Gesellschaft wird immer älter, und deshalb müssen die Senioren als wichtige politische Gruppe angesehen und in Entscheidungen mit einbezogen werden«, sagt Jürgen Kies. Aus diesem Grund sollen zunächst die derzeit 122 Mitglieder der Seniorenunion in diversen Gremien mitwirken. Bei regelmäßigen Treffen werden unter anderem aktuelle Themen wie neue Gesetze zum Thema Vererben, das Gesundheitssystem und die Globalisierung aufgegriffen. Zudem sollen auch traditionelle Veranstaltungen wie Bildungsforen, Tagesfahrten und Betriebsbesichtigungen weiterhin stattfinden.

»Ich finde es bemerkenswert, wie aktiv die Seniorenunion hier in Steinhagen ist und was für ein vielseitiges Programm den Mitgliedern geboten wird«, lobt Landrat Sven-Georg Adenauer.

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