Platzmangel: Mehrzweckhalle Brockhagen wird für 40 Asylsuchende vorbereitet Flüchtlinge ziehen in Sporthalle

Steinhagen (WB). Der bisherige Platz für Flüchtlinge in Steinhagen reicht nicht mehr aus: Bürgermeister Klaus Besser hat am Dienstag grünes Licht für  die Belegung der Mehrzweckhalle in Brockhagen erteilt. Bis  Anfang nächster Woche soll die Halle für  bis zu 40 Asylsuchende  vorbereitet werden.

Von Rajkumar Mukherjee
Schon Anfang nächster Woche sollen bis zu 40 Flüchtlinge in der Mehrzweckhalle an der Grundschule Brockhagen untergebracht werden. Seit gestern wird die Halle dafür vorbereitet. Von der Belegung sind auch Sportangebote des TuS Brockhagen betroffen.
Schon Anfang nächster Woche sollen bis zu 40 Flüchtlinge in der Mehrzweckhalle an der Grundschule Brockhagen untergebracht werden. Seit gestern wird die Halle dafür vorbereitet. Von der Belegung sind auch Sportangebote des TuS Brockhagen betroffen. Foto: Rajkumar Mukherjee

Damit wird die erste Sporthalle in Steinhagen für diesen Zweck genutzt. »Als Gemeinde können wir  mit der Menge an zugewiesenen Flüchtlingen in Steinhagen nicht mehr Schritt halten«, sagte Klaus Besser gestern. Waren es vergangenen Freitag noch 279 Flüchtlinge, ist die Zahl der Zuweisungen bis einschließlich Dienstag  um 27 gestiegen. Somit leben derzeit 306 Asylsuchende in der Gemeinde.
Alleine für den heutigen Mittwoch seien zudem 14 weitere Personen von der zuständigen Bezirksregierung in Arnsberg angekündigt worden, 20 sollen am Freitag kommen, so Besser.

Die Mehrzweckhalle mit einer Größe von etwa 288 Quadratmetern gehört zur Grundschule Brockhagen. Deren Leiterin Susanne Kordes ist gestern vom Bürgermeister    über die Pläne informiert worden.  »Der Ablauf an unserer Schule ist nicht gefährdet, der Sportunterricht kann weiter in der Zweifachsporthalle stattfinden«, sagte Susanne Kordes. Der Sportunterricht für 130 Schüler sei zuvor  in beiden Hallen erteilt worden. Noch am Dienstag wollte Susanne Kordes die Schulpflegschaft über die Pläne der Gemeinde informieren. Auch ein Elternbrief werde vorbereitet.

Die   Mehrzweckhalle verfügt über einen separaten  Eingang in Richtung Sportplatz. Das ist aus Sicht der Rektorin und des Bürgermeisters  von Vorteil für die geplante Nutzung. »Dadurch wird der Schulbetrieb nicht gestört«, sagte  Besser. Weitere Maßnahmen zur Abtrennung werden vorbereitet.

Einschränkung  für TuS
Verständnis für die Entscheidung der Gemeinde signalisierte Heino  Bante-Ortega, Vorsitzender des TuS Brockhagen und CDU-Ratsherr. Eine Herausforderung werde es dennoch, das Training zahlreicher  TuS-Gruppen   an andere Orte zu verlegen. Bisher trafen  sich in der Mehrzweckhalle zwölf Gruppen, darunter die Wirbelsäulengymnastik, dazu je eine Gruppe der Landfrauen und des Kreissportbundes. Noch am Dienstag begann Heino  Bante-Ortega, die Mitglieder über die Streichung der Mehrzweckhalle als Trainingsort zu infomieren. »Dabei zeigten einige Verständnis für die Situation der Flüchtlinge, anderen ist der Sport wichtiger«, sagte der TuS-Vorsitzende.
Ob ein Umzug der Gruppen etwa in die Alte Dorfschule gelingen kann, bleibe abzuwarten. »Die Gruppen haben auch viele Turngeräte wie Ringe, Matten oder Stepper für Senioren, und dafür braucht man Platz«, gab der Vorsitzende zu bedenken.  Die Wirbelsäulengymnastik, die vormittags stattfindet,  könnte dagegen   mit in die Zweifachsporthalle umziehen. »Die Grundschule braucht diese Halle ja nicht durchgehend. Vielleicht gibt es Zeitfenster, die wir nutzen können«, so   Bante-Ortega.

Die Mehrzeckhalle wird nun für die Flüchtlinge   vorbereitet: Der Hallenboden wird abgedeckt, Betten und Schränke hineingestellt. Dazu sollen Ständer und Planen einzelne Bereiche abtrennen. »Wir wollen etwas Privatsphäre schaffen und vermeiden, dass Feldbett an Feldbett steht«, sagte   Besser. Auch Toiletten und Duschen seien in der Halle ausreichend vorhanden, der Jugendraum soll zum Kochen und Essen genutzt werden.

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