»Honig im Kopf«-Schauspielerin ist dabei: Verein Sonnenblume informiert über seine Arbeit mit kranken Kindern Jeanette Hain beim Familienfest

Steinhagen (WB). Der Verein Bunter Kreis OWL-Sonnenblume lädt für Sonntag, 30. August, zum großen Familienfest ins und ans Dietrich-Bonhoeffer-Haus ein. Mit dabei sein wird eine prominente Schauspielerin: Jeanette Hain, die zuletzt in Til Schweigers Film »Honig im Kopf« zu sehen war.

So kennt man sie: Schauspielerin Jeanette Hain mit Til Schweiger auf dem roten Teppich. Zuletzt war sie in Schweigers Film »Honig im Kopf« im Kino zu sehen. Am 30. August ist sie in wohltätiger Mission in Steinhagen.
So kennt man sie: Schauspielerin Jeanette Hain mit Til Schweiger auf dem roten Teppich. Zuletzt war sie in Schweigers Film »Honig im Kopf« im Kino zu sehen. Am 30. August ist sie in wohltätiger Mission in Steinhagen. Foto: dpa

Der prominente Gast wird sich – ebenso wie alle anderen Besucher – informieren, was es mit der sozialmedizinischen Nachsorge für Kinder mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten, die sich der Verein auf die Fahnen geschrieben hat, auf sich hat.

Im März war Annette Bindernagel bei einer Veranstaltung von »Wege durchs Land« in Berlin mit der Schauspielerin ins Gespräch gekommen. »Jeanette Hain ist grundsätzlich an sozialem Engagement interessiert. Sie will zunächst einmal mehr über uns und unsere Arbeit wissen«, hofft Annette Bindernagel, dass sie die Schauspielerin vielleicht für mehr gewinnen kann.

Die Arbeit

Der Verein Sonnenblume kümmert sich um sozialmedizinische Nachsorge. Frühgeburten, verunglückte, behinderte oder chronisch kranke Kinder – und ihre Familien – brauchen etwa nach einem Klinikaufenthalt zu Hause Unterstützung durch Pflegfachpersonal, sozialpädagogische oder psychosoziale Beratung. Diese übernehmen Mitarbeiter des Vereins, die in ganz OWL und auch darüber hinaus tätig werden. 71 Nachsorgeverordnungen waren es 2014.

Der Verein arbeitet mit Kinderärzten in der Region, vor allem aber auch den beiden Kinderkliniken Herford und Lippstadt zusammen. Von dort werden Fälle vermittelt, und oftmals arbeiten auch Kinderkrankenschwestern der Kliniken im Nebenjob für den Verein weiter. Vier halbe Stellen, eine Sozialpädagogin mit einer viertel Stelle und acht Minijobber zählt der Verein zu seinen Mitarbeitern. Annette Bindernagel hat die Leitung und die Koordination.Sie hat den Verein Sonnenblume vor elf Jahren gegründet.

Sitz ist nach wie vor Steinhagen, aber inzwischen ist der Verein Mitglied im deutschlandweit tätigen Bunten Kreis, der sich seit mehr als 20 Jahren für die Nachsorge und Pflege behinderter und chronisch kranker Kinder einsetzt und auch für eine Gesetzesinitiative verantwortlich ist, die 2004 zum Erfolg führte – aber nur auf dem Papier.

Um Anerkennung gekämpft

»Es war ein ungelebtes Gesetz«, sagt Annette Bindernagel, sprich: die Krankenkassen setzten es nicht um, Leistungen der sozialmedizinischen Nachsorge wurden nicht generell abgerechnet. »Das hat uns die Arbeit sehr erschwert, weil wir immer von Einzelfallentscheidungen einzelner Krankenkassen abhängig waren oder wir Stiftungen und Sponsoren bemühen mussten«, sagt Annette Bindernagel. 

Seit einem Jahr ist alles anders. »Jetzt läuft’s«, so Bindernagel. Das Leistungsangebot der medizinischen Nachsorge ist anerkannt und wird von den Krankenkassen refinanziert. Anlass genug, nun das Angebot des Vereins auch einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. »Viele Familien wissen nicht, dass sie ein Anrecht auf Unterstützung haben.

Das Fest

Für Sonntag, 30. August hat die Ev. Kirchengemeinde das Bonhoeffer-Haus samt Gelände zur Verfügung gestellt. Von 11.30 Uhr an sind zunächst ein Grußwort von Bürgermeister Klaus Besser sowie ein Vortrag von Annette Bindernagel über die Entwicklung und Arbeit des Vereins geplant.

Daneben gibt es unter anderem Spielangebote für Kinder, und Stefan Pradel aus Steinhagen lädt von 14 bis 17 Uhr zu Kutschfahrten und – als Schnupperangebot – einem Ritt auf dem Therapiepferd ein. Ein weiterer Vortrag schließt sich um 16 Uhr an. Sozialpädagogin Julia Gaffling referiert über die »Geschwister von Menschen mit Behinderung«. Das sei ein wenig beachteter Aspekt, sagt sie. Aber gesunde Geschwister drohen bei aller Sorge um das kranke Kind überfordert oder vernachlässigt zu werden

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