160 Ordelheides kommen zum großen Familientreffen Ein Orden für den »Ober-Ordel«

Altkreis Halle (WB). »Die Ordel-Heiden sind heut da und singen laut fiderallala«, dichtete Wilken Ordelheide. Auf dessen Hof in Sandforth kamen am Samstag zum zweiten Mal die Mitglieder des mittlerweile weltweit verbreiteten Familien-Clans zusammen – zum Kennenlernen, Austauschen und Spaßhaben.

Von Eische Loose
Unterhaltsames Familientreffen in der Kulturscheune: Die lustigen Anekdoten stammten von Gastgeber Wilken Ordelheide (rechts), die geschichtlichen Zusammenhänge konnte Stefan Ordelheide erklären, der das Treffen nun zum zweiten Mal organisierte.
Unterhaltsames Familientreffen in der Kulturscheune: Die lustigen Anekdoten stammten von Gastgeber Wilken Ordelheide (rechts), die geschichtlichen Zusammenhänge konnte Stefan Ordelheide erklären, der das Treffen nun zum zweiten Mal organisierte. Foto: Eische Loose

Die Beschäftigung mit der heimatlichen Geschichte ist für Wilken Ordelheide und seine Ehefrau Renate nichts Ungewöhnliches. Dennoch sind sie in diesem Fall »nur« die Gastgeber. Verantwortlich für das große Treffen ist nämlich ein ganz anderer Ordelheide.

1953 war es der aus Osnabrück stammende Karl Ordelheide, der erstmals so viele Verwandte zum Treffen aufrief, wie er selbst ermitteln konnte. Bis ins Jahr 1981 organisierte er regelmäßig weitere Treffen.

Dabei wuchs der Familienstammbaum immer weiter, die Zweige wurden stärker und traten gleichzeitig immer klarer hervor. Dennoch ruhten Forschung und Familientreffen zwischenzeitlich 30 Jahre, bis Stefan Ordelheide das Erbe seines Vaters antrat. Im Jahr 2012 organisierte er das erste Treffen in Sandforth, zu dem 150 Personen kamen.

Jetzt lud er erneut zur insgesamt zehnten Zusammenkunft ein.   Einzigartig ist am Fall Ordelheide, dass alle heutigen Träger dieses Namens von einer Ur-Hofstelle in der Patthorst stammen. Als Hof Nr. 8 geführt, gehörte er zu den insgesamt fünf »Erbgütern« des Schlosses Patthorst. Als Bewohner wird im Jahr 1270 in einer Rechtsurkunde erstmals ein »Albertus de Hurlehede« genannt. Die Sprachgeschichte schliff den Namen, der soviel bedeutet wie »Ilex-Heide«, zum heutigen Ordelheide ab.

Die Familie wuchs und trennte sich während des 17. und 18. Jahrhunderts in fünf große Hauptzweige. Dazu gehört auch eine Auswanderungsgruppe von vier Brüdern, die 1851 in die Neue Welt reisten. Einschließlich der eingeheirateten geht Stefan Ordelheide heute von rund 2470 Familienangehörigen aus.

Beim jetzigen Treffen kamen Ordelheides aus dem gesamten Bundesgebiet sowie eine Gruppe von 13 Personen aus den USA. Die älteste des Clans war in dieser Runde die 94-jährige Martha Ordelheide aus Bielefeld. Als jüngstes Familienmitglied war die sechsmonatige Celina Heuer aus Krefeld Zeichen für das glückliche Fortbestehen.

Dabei verschafften sich rund 50 von den 164 angemeldeten Gästen zunächst einen Überblick über die heimatliche Landschaft bei einem Rundgang auf der Burg Ravensberg. Auf dem Sandforther Hof Ordelheide ließen sich die eigene Abstammung am Stammbaum verfolgen und neue Kontakte zu entfernteren Verwandten knüpfen.

Unterhaltsam wurde es dank Wilken Ordelheide dann mit diversen Anekdoten von damals und heute. Dazu gehörte auch das Familien-Lied, bei dem nicht nur alle mitsingen konnten, sondern das auch als Lob für den Organisator gedacht war. Hieß es doch dort: »Der Ober-Ordel Stefan heißt, der den Ordel-Laden herrlich schmeißt.« Als dieser ankündigte, spätestens in fünf Jahren zum dann 750. Ordel-Geburtstag erneut einen Familientag zu organisieren, wurde ihm sogar eine dicke gelbe Holzscheibe als »Ordel-Orden« verliehen.

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