Tatvorwurf verschärft Mutmaßlicher Brandstifter schweigt

Steinhagen (WB/muk). Die Bielefelder Staatsanwaltschaft hat den Vorwurf im Ermittlungsverfahren gegen den mutmaßlichen Brandstifter Mirko W. (41) noch einmal verschärft. Wegen des Vorwurfs besonders schwerer Brandstiftung sitzt der Steinhagener in Untersuchungshaft.

Foto: Annemarie Blum-Weinhold

Das teilte Rechtsanwalt Alexander Strato dem WESTFALEN-BLATT auf Anfrage mit. Als beigeordneter Rechtsbeistand vertritt der Bielefelder Strafverteidiger die Interessen von Mirko W. Gestern Vormittag traf Strato den mutmaßlichen Brandstifter im Ummelner Hafthaus der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Senne. Ein Motiv habe Mirko W. nicht genannt, so der Anwalt. Im Strafgesetzbuch steht unter dem Paragrafen 306 b »besonders schwere Brandstiftung«, dass ein Täter nicht unter zwei Jahren Freiheitsstrafe bestraft wird, wenn er bei einer großen Anzahl von Menschen eine Gesundheitsschädigung verursacht hat. Nicht unter fünf Jahren darf laut Gesetz die Haftstrafe ausfallen, wenn der Täter andere Menschen in die Gefahr des Todes gebracht hat.

Wie berichtet, musste das Mehrfamilienhaus in Steinhagen mit 16 Wohneinheiten nach drei Brandlegungen im Keller sowie im Obergeschoss evakuiert werden. 14 Bewohner wurden ärztlich untersucht, vier wurden mit Verdacht auf Rauchvergiftung in Krankenhäuser eingeliefert. Gegen den 41-jährigen Bewohner der verschlossenen Dachgeschosswohnung, in der es ebenfalls brannte, richtete sich schnell der Tatverdacht. Er war nicht angetroffen worden. »Er hat sich am Donnerstag in Dissen in eine Polizeiwache begeben«, sagte Strato. Dort wurde er festgenommen.

Mirko W. schweigt nach Aussage des Anwaltes derzeit auch darüber, wo er sich während seiner Abwesenheit von Mittwochfrüh bis zum Donnerstag aufgehalten hat und wo er übernachtete. Ob seinem Mandanten die Schwere des Tatvorwurfs bewusst ist, kann sein Verteidiger nur erahnen. »Er macht einen – unter diesen Umständen – gefassten Eindruck«, sagte Strato. Derzeit bereitet er einen Antrag auf Haftprüfung vor. Dabei geht es auch um die Frage, ob Fluchtgefahr besteht oder nicht und der Beschuldigte weiterhin in Haft bleiben muss.

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