Streit zwischen Hörmann-Betriebsrat und Werksleitung in Brockhagen Keine Unterlagen, kein höherer Lohn

Steinhagen-Brockhagen (WB). Eine Auseinandersetzung um die Bezahlung von Mitarbeitern beschäftigt den Betriebsrat und die Geschäftsleitung der Hörmann KG Brockhagen. Der Betriebsrat wirft der Werksleitung vor, Unterlagen zur Einstufung von Mitarbeitern in höhere Entgeltstufen vorzuenthalten.

Von Rajkumar Mukherjee
Über einen sogenannten Anerkennungstarifvertrag verhandelt die Werksleitung in Brockhagen mit der IG Metall.
Über einen sogenannten Anerkennungstarifvertrag verhandelt die Werksleitung in Brockhagen mit der IG Metall. Foto: Rajkumar Mukherjee

Die Angelegenheit ist auch einem Teil der insgesamt 542 Mitarbeiter des Werkes Brockhagen über einen Offenen Brief des Betriebsrates vom 23. Januar an die Geschäftsleitung bekannt. Aktuell geht es um einem Fall vom 1. Dezember 2014, sagt Thomas Reckmeier, Vorsitzender des Betriebsrates bei Hörmann in Brockhagen. Ein Mitarbeiter, der zunächst einen niedrigen Lohn erhalten habe, sollte ein höheres Entgelt bekommen. Aufgrund fehlender Unterlagen sei es dem Betriebsrat aber nicht möglich gewesen zu prüfen, ob der neue Lohn ausreichend für die Aufgaben sei. »Wir bestehen auf Einhaltung des Betriebsverfassungsgesetzes«, sagt Reckmeier, der eine Ungleichbehandlung von Mitarbeitern befürchtet. Daraufhin habe Hörmann die Höhergruppierung zurückgezogen, sagt Reckmeier. Für ihn sei dies ein Fall von Erpressung.

Schon länger kritisiert der Betriebsrat, dass er bei solchen Entscheidungen nicht vollständig informiert werde. Deshalb würden mehrere Verfahren vor dem Bielefelder Arbeitsgericht geführt. 2004 ist das Werk Brockhagen aus dem tarifgebundenen Arbeitgeberverband ausgetreten, sagt Reckmeier. Die zuvor vereinbarten Tarifverträge seien nach wie vor für Hörmann gültig.

Mit Unverständnis reagiert Werksleiter Dr. Michael Brinkmann. Er bezeichnet die Höhergruppierung als freiwillige Zulage, die er geben dürfe. Dies komme etwa 50 Mal jährlich vor. Zudem weist er Vorwürfe des Offenen Briefes zurück, er habe die dem Betriebsrat übertragenen Aufgaben als Störmanöver bezeichnet. »Das bezieht sich auf die bevorstehenden Tarifverhandlungen«, sagt Brinkmann. Er vermutet, dass der Betriebsrat Druck während der Gespräche zu einem Anerkennungstarifvertrag ausüben wolle. Am kommenden Montag finde ein weiteres Treffen mit Ute Herkströter, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Bielefeld, statt. Seit 2011 wird darüber verhandelt.

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