Neustart für Anbau des Ganztags und Umbau der Pollhansschule Architekt gibt Auftrag zurück

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Alles wieder auf Start: Architekt Carsten Scherhans hat den Auftrag der Stadt zurückgegeben, die Pollhansschule um Klassenräume und um einen neuen Ganztagsbereich zu erweitern.

Von Monika Schönfeld
Das Architekturbüro RSK hat den Auftrag zur Erweiterung der Pollhansschule zurückgegeben.
Das Architekturbüro RSK hat den Auftrag zur Erweiterung der Pollhansschule zurückgegeben. Foto: Frank Fortkord

Das hat Beigeordneter Bernd Gebauer in der Sitzung des Bildungs-, Sport- und Kulturausschusses am Montagabend mitgeteilt. Die Rückgabe des Auftrags sei »aus personellen Gründen« erfolgt. Das Architekturbüro RSK Architekten hatte vergangenes Jahr im Mai einen Entwurf vorgestellt, bei dem es den Politikern glatt die Sprache verschlagen hat. Carsten Scherhans hatte vorgerechnet, dass für den Offenen Ganztag und für Unterrichtsräume 1005 Quadratmeter angebaut werden müssen – und das sollte 3,6 Millionen Euro kosten.

Die dreizügige Grundschule bietet seit ihrer Gründung 1998 gemeinsamen Unterricht mit Kindern mit Förderbedarf an und hat etwa 270 Schüler. Es fehlen Differenzierungsräume und ein Inklusionsraum. Der Offene Ganztag ist hoffnungslos überfüllt. Hier müssen zwei Gruppenräume, ein Ruhe- und ein Bewegungsraum, ein Büro und ein Teamraum angebaut werden. Die Mensa ist heute viel zu klein für 95 Kinder.

2005 heruntergehandelt

Die Pollhansschule war die erste Schule, die vor zwölf Jahren den Offenen Ganztag angeboten hat. Anfangs wurden die Kinder im alten Schulkindergarten-Raum betreut. 2005 wurden die ersten Pläne für den Anbau des Offenen Ganztags von Hubert Krawinkel vorgestellt, der auch Architekt der Schule war und deshalb aus Urheberrechtsgründen erste Wahl für die Erweiterung ist. Das Büro ist inzwischen im Rechtsnachfolger RSK Architekten aufgegangen. Bereits 2005 hatten die Politiker den Plan des Architekten mehrfach abgespeckt, so dass von einem zweigeschosseigen Anbau für 800.000 Euro ein Bau übrig blieb, der die Summe kostete, die die Stadt damals als Zuschuss erhalten hat (273.000 Euro).

Zwölf Jahre später schien sich das zu wiederholen. Von Mai bis Oktober 2017 reduzierte sich die Investitionssumme um eine Million Euro. Der offenen Ganztag kann aber nicht einfach aufgestockt werden, weil die Statik das nicht aushält. Deshalb muss die Mensa abgedeckt, eine Zwischendecke eingezogen und ein zweites Geschoss mit Pultdach draufgesetzt werden. Die Mensa sollte um den bestehenden Gruppenraum erweitert werden. Ein zweigeschossiger und ein eingeschossiger Anbau auf dem Schulhof sollen vier Gruppen-, einen Ruhe-, einen Bewegungsraum, ein Büro und Nebenräume beherbergen. Innerhalb der Schule werden 315 Quadratmeter umgebaut und 200 Quadratmeter umgenutzt.

Nicht mehr in den Sommerferien

Um den Anbau noch zeitnah in Angriff zu nehmen, habe die Stadtverwaltung drei Architekten gefragt, ob sie den Auftrag übernehmen. Die Pläne müssen noch einmal durchgesprochen werden. Dadurch wird es zu Verzögerungen kommen. Schadensersatzansprüche habe die Stadt nicht, sagte Gebauer auf Anfrage von Lars Pankoke (CDU), denn die bisher beauftragten Leistungen habe das Büro erbracht. »Die Architekten wissen, dass es drängt. Aber der Baubeginn zum Beginn der Sommerferien ist nicht haltbar.«

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