Künstlerin aus Schloß Holte-Stukenbrock: Birgit Schelps Bilder entstehen beim »Action Painting« Getropft und geschleudert

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). In ihrem Atelier zeigt der Vorhang Farbspuren. Der Teppich hat das gleiche Muster, allerdings sind die Kleckse dort das gewollte Muster. Wie auch in den Bildern von Birgit Schelp. Wenn sie arbeitet, entstehen getropfte, geschleuderte oder geschüttete Farbflüsse.

Von Monika Schönfeld
»Victory« heißt dieses zweigeteilte Bild von Birgit Schelp, weil sich ein großes V als Zeichen des Sieges erkennen lässt. Auch dieses Bild wird die Künstlerin ab Sonntag im Kulturforum am Altenkamp 1 auf Einladung des Kulturkreises ausstellen.
»Victory« heißt dieses zweigeteilte Bild von Birgit Schelp, weil sich ein großes V als Zeichen des Sieges erkennen lässt. Auch dieses Bild wird die Künstlerin ab Sonntag im Kulturforum am Altenkamp 1 auf Einladung des Kulturkreises ausstellen. Foto: Monika Schönfeld

»Ich hatte nie das Bedürfnis, eine Kunstakademie zu besuchen. Das Wichtigste für mich ist das unstillbare Verlangen zu malen«, sagt die Künsterlerin, geboren 1956 in Detmold. Gemalt hat sie schon als Kind. »Ich habe noch mein Federmäppchen voller Fratzen«, sagt sie.

Vernissage

Die Ausstellung von Birgit Schelp wird am Sonntag, 4. März, um 16 Uhr im Kulturforum, Altenkamp 1, eröffnet. Die Einführung in das Werk übernimmt ihr Mann, Dr. Theo Schelp. »Er macht das zum dritten Mal«, sagt Birgit Schelp. »Er kennt mich am besten und ist mein schärfster Kritiker.« Rabea Beier begleitet die Ausstellungseröffnung an der Harfe.

Die Ausstellung ist bis zum 25. März jeweils samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 13 und von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Die gelernte Versicherungskauffrau merkte schnell, dass Büroarbeit allein nicht ihr Ding ist. »Ich wollte mit Menschen zu tun haben.« Sie wurde Büroleiterin der Gesellschaft für Management-Psychologie und lernte dort ihren zweiten Ehemann kennen. »In Bielefeld-Quelle habe ich in seiner der Praxis mitgearbeitet.«

Nach dem Besuch einer Kunstausstellung habe sie sich gesagt: »Das kannst du auch.« Angeregt durch die starken Eindrücke aus der Ausstellung des Spätwerks von Kasimir Malewitsch in der Kunsthalle Bielefeld habe sie begonnen, mit Farben und Formen zu experimentieren. »Zunächst eher gegenständlich, ich habe im Prinzip abgemalt. Und dann habe ich angefangen zu klecksen, die Farbe auf die Leinwand zu schleudern.«

Eine Freundin habe ihr gesagt, der amerikanische Künstler Jackson Pollock habe diese Art von »Action Painting« Dripping genannt (sein Spitzname: Jack the Dripper). »Das ist eine furchtbare Angelegenheit, Fenster und Türen sind immer voller Farbe«, sagt Birgit Schelp. Sie benutzt Acrylfarbe auf wechselnden Untergründen wie Sand, Spachtelmasse, Erde oder Kaffeesatz. Die »Goldspur« besteht aus Blattgoldblättchen auf schwarzem Untergrund.

Kinder mögen die Bilder besonders gern

»Kinder gehen mit meinen Bildern super um. Sie identifizieren dort Figuren.« Der Titel eines Bildes entsteht assoziativ aus dem, was sie sieht. Manchmal erkennt der Betrachter Buchstaben, manchmal einen roten Drachen, einen Albatros oder einen Vogelschwarm. Übrigens: »Männer sehen andere Dinge als Frauen.«

Birgit Schelp meint, entscheidend beeinflusst habe sie der tschechische Künstler Stanislav Càp, der bis zum seinem Tode 2004 in Oerlinghausen gelebt hat. »Seitdem hat sich meine Malerei im Sinne des Action Painting immer weiter entwickelt.« Als das Paar noch in Bielefeld-Quelle gelebt hat, hatte Birgit Schelp ein Atelier in der Alten Lederfabrik in Halle. »Dort habe ich aber nur ausgestellt, zum Arbeiten war es zu kalt.« Seit einem Jahr leben die Schelps in Schloß Holte-Stukenbrock, ihr Atelier hat sie in einem Zimmer am Veilchenweg eingerichtet, allerdings gleicht die Wohnung einer Kunstgalerie.

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