Wirtschaftsausschuss der Stadt berät Ansiedlung des Logistikers am Kreuzkrug Wahl & Co. legt Pläne vor

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Das Verfahren zur Ansiedlung des Bielefelder Logistikunternehmens Wahl & Co. im Gebiet am Kreuzkrug läuft. Der Wirtschafts-, Marketing- und Stadtentwicklungsausschuss berät das während seiner Sitzung am Dienstag, 20. Februar, und wird grundsätzlich um Zustimmung der Ansiedelung gebeten.

Von Monika Schönfeld
An der Gildemeisterstraße in Bielefeld-Sennestadt hat das Unternehmen Wahl & Co. keine Möglichkeit zu erweitern. Der neue Standort soll am Kreuzkrug sein, zweieinhalb Kilometer entfernt und deshalb für die Belegschaft gut erreichbar.
An der Gildemeisterstraße in Bielefeld-Sennestadt hat das Unternehmen Wahl & Co. keine Möglichkeit zu erweitern. Der neue Standort soll am Kreuzkrug sein, zweieinhalb Kilometer entfernt und deshalb für die Belegschaft gut erreichbar. Foto: Monika Schönfeld

Das Unternehmen hat im März 2017 die »vorhabenbezogene Änderung des Regionalplans« bei der Bezirksregierung Detmold für die Ansiedlung an der A33-Abfahrt Schloß Holte-Stukenbrock beantragt, um das Unternehmen von der Gildemeisterstraße in Bielefeld nach Schloß Holte-Stukenbrock zu verlagern, ohne den bisherigen Standort aufzugeben. Die hierzu notwendigen bauleitplanerischen Verfahren wie die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes werden spätestens mit Rechtskraft der Regionalplanänderung eingeleitet.

Grundstücksverhandlungen fortgeschritten

Bereits bei Bekanntwerden dieser Pläne hat es in der Politik der Stadt große Zustimmung gegeben, nur Bündnis 90/Die Grünen waren entsetzt, einen weiteren Logistiker dort anzusiedeln. Mit der Schenker AG befindet sich in unmittelbarer Nähe ein weiteres Logistikunternehmen am Ortseingang zu Schloß Holte-Stukenbrock. Anlieger der alten Oerlinghauser Straße und im Grauthoffgebiet klagen über die Lärmbelästigung – des Gewerbebetriebes, aber auch der Autobahn.

»Inzwischen sind die Grundstückskaufverhandlungen weiter fortgeschritten. Die Bezirksregierung wird das Verfahren zur Änderung des Regionalplanes in der nächsten Sitzung des Regionalrates einleiten. Die Fraktionen des Stadtrates wurden bisher im Ältestenrat über das Verfahren informiert«, schreibt Bürgermeister Hubert Erichlandwehr in der Vorlage zum Wirtschafts-, Marketing- und Stadtentwicklungsausschuss.

Es sei vorgesehen, zur Erschließung des Grundstückes eine etwa 150 Meter lange Straße anzulegen, die als öffentliche Straße von der Stadt übernommen wird.

Nach Auskunft des Unternehmens werden täglich (24-Stunden-Betrieb) 426 Lastwagen- und 564 Pkw-Bewegungen durch den Betrieb prognostiziert, davon zwischen 21 Uhr abends und 6 Uhr morgens 61 Lastwagen- und 76 Pkw-Bewegungen.

Erschließung von der Landstraße aus

Derzeit laufen Untersuchungen, ob der geplante Zubringer zur Landstraße (Bielefelder Straße) verkehrstechnisch funktionieren kann. Der Anschluss soll voraussichtlich etwa auf halber Strecke zwischen dem Schlieffenhof und der Kreuzung Kreuzkrug erfolgen. Vermutlich werde die Erschließungsstraße mit einer Ampelanlage angebunden, entsprechende Abbiegespuren auf der Landstraße werden erforderlich. Notwendig wird eine Untersuchung zu möglichen Lärmemissionen.

In einem noch abzuschließenden städtebaulichen Vertrag mit dem Unternehmen wird geregelt, dass Planungs- und Erschließungskosten von dem Unternehmen getragen werden.

Nach Auskunft des Unternehmens werden mit dem ersten Bauabschnitt rund 240 Mitarbeiter der Wahl-Unternehmensgruppe sowie etwa 100 Mitarbeiter von fest eingesetzten Fuhrunternehmen am Standort tätig sein. Für den komplett ausgebauten neuen Standort wird eine Zahl von 500 bis 600 Mitarbeitern prognostiziert.

Es wird angeregt, die südlich des geplanten Standortes gelegenen Flächen bei der ebenfalls anstehenden nächsten Regionalplanänderung als Bereiche für gewerbliche und industrielle Nutzung (GIB) auszuweisen. Die anzulegende Erschließungsstraße würde dann verlängert, so dass hier weitere Unternehmen angesiedelt werden könnten.

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