Norman Nefiodow will die Medienkompetenz stärken Schüler müssen sicher ins Netz

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Als stille Botschaft an den Schulträger will Norman Nefiodow seine bisherigen Schwerpunkte in der Arbeit verstanden wissen. Der neue kommissarische Leiter der Michaelschule hält es für zwingend erforderlich, bereits Grundschülern Medienkompetenz zu vermitteln. Die Schulen im Kreis Gütersloh haben in dieser Beziehung Nachholbedarf.

Von Monika Schönfeld
Medienkompetenz muss bereits in der Grundschule vermittelt werden. Das meint der neue kommissarische Leiter der Michaelschule, Norman Nefiodow. Die Schulen im Kreis Gütersloh haben noch enormen Nachholbedarf, sagt er.
Medienkompetenz muss bereits in der Grundschule vermittelt werden. Das meint der neue kommissarische Leiter der Michaelschule, Norman Nefiodow. Die Schulen im Kreis Gütersloh haben noch enormen Nachholbedarf, sagt er. Foto: Monika Schönfeld

Der 44-Jährige ist zunächst als kommissarischer Schulleiter an der Michaelschule eingestellt worden. Er ist zurzeit in der Schulleiter-Fortbildung, die er voraussichtlich in diesem Halbjahr abschließt.

Viele Schulen kennengelernt

Als Lehrer der Vertretungsreserve im Kreis Paderborn hat er viele Schulen kennengelernt und war an jeder auch Medienbeauftragter. »Vorteil ist, dass ich schnell verstehe, wie eine Klasse funktioniert. Man bekommt ein Gespür für Kinder und sieht, welche Konzepte gut laufen.«

Norman Nefiodow gehört dem Leitungsteam der Lernstatt Paderborn an. »Die Stadt hat sich zur Aufgabe gemacht, alle Schulen gut mit Computern auszustatten und sie zu vernetzen. Die Lernstatt schult Lehrer und Schüler, die Computer werden eingebunden. In Paderborn hat jeder Schüler ab der ersten Klasse eine E-Mail-Adresse, die er bis zum Ende der Schullaufbahn behält. Es muss sichergestellt werden, dass Referate, die die Kinder erarbeiten, nur für sie selbst zugänglich sind.«

Soweit seien die Grundschulen hier noch nicht, obwohl die Stadt als Schulträger sich engagiere, die Regio IT mit der Digitalisierung beauftragt habe und auch Geld für die Hardware ausgebe. »Es wird viel mehr Personal benötigt, das die Lehrer schult.« I-Pads zu kaufen und den Grundschulen zur Verfügung zu stellen, nutze allein nichts. Sie müssten eingebunden, Programme aufgespielt, die Anwendungen trainiert werden.

»Kinder müssen früh lernen, was im Netz gut, was schlecht ist. Sie müssen lernen, Informationen zu bewerten und zu hinterfragen. Die Initiative Medienpass NRW hat die Ziele dazu formuliert.«

Norman Nefiodow hat auch als Moderator im Kompetenzteam des Schulamts gearbeitet, war dort Ansprechpartner für pädagogische Fragen und für neue Medien, die ja so neu nicht mehr sind. »Es geht um die Software und um sichere Systeme. Kinder dürfen nicht ungeschützt ins Netz und auf Seiten stoßen, die für Schüler gesperrt sein müssen. Diese Sicherungssysteme sind aber nicht überall installiert. Darum muss man sich kümmern.«

Aus seiner Erfahrung will Norman Nefiodow daran mitarbeiten, die Schulen fit zu machen. »Das wird ein Thema der Schulleiter-Runde werden. Wie in Paderborn müssen sich die Schulen auch hier vernetzen und gleiche Standards vorhalten.«

Zur Person

Norman Nefiodow (44) ist in St. Augustin groß geworden und hat in Koblenz auf Lehramt für Grund- und Hauptschule studiert. Danach hat er sich allerdings noch einmal anders orientiert und in Paderborn 2005 das Studium der Diplom-Theologie abgeschlossen. Aus dieser Zeit kennt er Guido Potthoff, den Sohn des Heimatforschers Günter Potthoff, und hat über ihm Kontakt zu Schloß Holte-Stukenbrock erhalten. Nefiodow und seine Frau haben Teile des Buches »Aus der Geschichte der Domäne Schloß Holte« Korrektur gelesen.

Nach dem Abschluss des Studiums hat Nefiodow selbstständig als Journalist gearbeitet und christliche Themen und Lebensgeschichten in Deutschland, Österreich und der Schweiz gefilmt und geschrieben. Das war aber als Familienvater schwierig, so dass er seiner »ersten Liebe« gefolgt ist. Nach dem Referendariat in Halle-Künsebeck wurde er Lehrer der Vertretungsreserve im Kreis Paderborn. 2015 wurde er Konrektor des katholischen Grundschulverbundes Eichendorff-Postdamm in Rheda-Wiedenbrück. Nefiodow ist verheiratet und lebt mit seiner Frau, ebenfalls Diplom-Theologin, und drei Kindern in Salzkotten-Verne.

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