Betretungsverbot für Wälder gilt noch bis 28. Februar Aufräumen bis zum Herbst

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). »Verboten heißt verboten. Es heißt nicht auf eigene Gefahr. Bei Nichtbeachtung bin ich sogar berechtigt, ein Ordnungsgeld zu verhängen.« Forstbetriebsbeamter Christoph Wiegand versteht in dieser Hinsicht keinen Spaß. Das Betretungsverbot für Wälder gilt noch bis Ende Februar.

Von Matthias Kleemann
Forstbetriebsbeamter Christoph Wiegand deutet auf eine Fichte, die nur von einem anderen Baum am Umstürzen gehindert wird. Ein Windstoß und es könnte doch passieren. Deshalb ist es zurzeit so gefährlich den Wald zu betreten.
Forstbetriebsbeamter Christoph Wiegand deutet auf eine Fichte, die nur von einem anderen Baum am Umstürzen gehindert wird. Ein Windstoß und es könnte doch passieren. Deshalb ist es zurzeit so gefährlich den Wald zu betreten. Foto: Matthias Kleemann
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Verboten heißt verboten. Es heißt nicht auf eigene Gefahr.

Christoph Wiegand

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Sturm Friederike hat in den Wäldern rund um Schloß Holte-Stukenbrock erheblichen Schaden angerichtet. Und deshalb dauert das Aufräumen. Nicht nur bis Ende Februar, aber bis dahin, so hofft Christoph Wiegand, müssten die allermeisten Gefahrenquellen beseitigt sein, zumindest solche, die sich in der Nähe von öffentlichen Wegen befinden: Bäume, die schon entwurzelt oder umgeknickt sind, sich aber in anderen, noch stehenden Bäumen verfangen haben. Da muss sich alles nur ein wenig verschieben, durch einen Windstoß oder Regenguss, und ein solcher Baum fällt komplett um. Gefährlich sind auch Bäume und große Äste, die unter Spannung stehen, wenn da der Widerstand nachlässt, kann die Wucht ungeheuer sein.

Friederike steht Kyrill in nichts nach

Auch wenn Friederike landesweit keinen so hohen Schaden wie Kyrill angerichtet hat, in Schloß Holte-Stukenbrock und Verl, dem Gebiet, für das Wiegand zuständig ist, reichen die Schäden seiner Einschätzung nach durchaus an das Sturmtief von vor elf Jahren heran. »Wir haben hier mitten in der Schneise gelegen«, so Wiegands Erklärung.

10.000 bis 15.000 Festmeter Holz sind nach Wiegands Schätzung vom Windwurf betroffen, Nadelhölzer vor allem, hauptsächlich Fichten, die der Sturm gleich großflächig flach gelegt hat, aber auch Kiefern, dann jedoch eher als Einzelbäume. »Nadelbäume bieten dem Wind im Winter mehr Widerstand als Laubbäume. Hinzu kommt der aufgeweichte Boden.«

Die Wucht des Sturms sei aber daran zu erkennen, dass auch viele Bäume am Stamm abgebrochen sind, statt samt der Wurzel umzufallen.

Windwurf entspricht dem Doppelten des Jahreseinschlags

Der Windwurf für den hiesigen Bereich entspricht etwa dem Doppelten des Jahreseinschlags. »Wir werden bis September/Oktober zu tun haben, um alles aufzuarbeiten. Wir wollen uns Zeit lassen und das ausschließlich mit heimischen Betrieben bewerkstelligen.« Um die Ausbreitung des Borkenkäfers zu verhindern, müssten als erstes die Fichten, dann die Kiefern verarbeitet werden.

»Wir fangen an den Hauptstraßen und Wegen an, um dort akute Gefahren zu beseitigen. An manchen Stellen müssen auch noch Telefonleitungen freigeräumt werden.«

Der Forstbeamte erwartet keinen Preisverfall. »Die Wirtschaft brummt, die Sägewerke laufen gut. Aufgrund des Winters hat es zuvor einen Engpass gegeben.« Nadelholz wird je nach Qualität als Bauholz gebraucht (zum Beispiel für Dachstühle) oder für die Spanplattenherstellung.

Mischwald statt Monokulturen

Bei der Wiederaufforstung setzen die Forstbetriebe verstärkt auf Mischwald, wie schon seinerzeit nach Kyrill. Fichtenmonokulturen, wie zum Beispiel rund um den Schlieffenhof, seien oft fehl am Platz, diesen Fehler dürfe man nicht wiederholen.

Das Betretungsverbot bis zum 28. Februar gilt nach Mitteilung des Regionalforstamtes nicht nur für die Wälder in und rund um Schloß Holte-Stukenbrock sondern für den gesamten südlichen Kreis Gütersloh, also auch Rheda-Wiedenbrück, Langenberg, Her­zebrock-Clarholz und Rietberg sowie für den Kreis Lippe. Für die Stadt Bielefeld gilt das Verbot bis zum 15. Februar.

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