Runder Tisch Flüchtlingshilfe entwickelt neue Ideen Helfer haben langen Atem

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Die Integration der 73 alleinstehenden Männer im Alter zwischen 20 und 35 Jahren unter den Flüchtlingen ist schwierig, sagt Flüchtlingssozialberaterin Lana Odeh. Die Leiterin des Fachbereichs Soziales, Christiane Vornholt, meint, die jungen Männer seien nicht immer gern gesehen. Sie hat beim Runden Tisch Vorschläge gemacht, wie die jungen Männer einbezogen werden können.

Von Monika Schönfeld
Fachbereichsleiterin Christiane Vornholt, Hausmeister Michael Justus, Martina Demmer (Sozialamt), Hausmeister Sascha Siegenbrink und die Flüchtlingssozialarbeiterinnen und Ehrenamtskoordinatoren Lana Odeh und Kerstin Hollmann (von links).
Fachbereichsleiterin Christiane Vornholt, Hausmeister Michael Justus, Martina Demmer (Sozialamt), Hausmeister Sascha Siegenbrink und die Flüchtlingssozialarbeiterinnen und Ehrenamtskoordinatoren Lana Odeh und Kerstin Hollmann (von links). Foto: Monika Schönfeld

Junge Männer bekommen schwer Kontakt zu gleichaltrigen Deutschen, zumal es viele Vorbehalte in der Bevölkerung gibt. »Einfangen« möchten die Beraterinnen diese Männer mit Veranstaltungen zu Sprache, Musik, Kunst und Kultur.

Projekte für Männer

Für ein »Musikprojekt ohne Noten« sucht sie Leute, die sich darum kümmern. Giesela Hörster von der Flüchtlingshilfe St. Johannes hat angeboten, die gemieteten Räume im La Mina mitzubenutzen. Vornholt will auch ein neues Sportangebot ins Leben rufen. »Für viele Flüchtlinge ist Cricket das, was für uns Fußball ist.« Der Kreissportbund werde am Samstag, 10. März, eine Schnupperstunde für Flüchtlinge und Deutsche anbieten.

Kochabende

Weitere Idee ist »Kitchen on the run«. Junge Menschen aus Berlin machen mit einem Küchencontainer sechs Wochen lang Station in der Stadt und kochen jeden zweiten Abend mit Einheimischen und Asylbewerbern. Ein Straßenfest wird auch gefeiert. Die Gruppe soll eingeladen werden, der Termin steht noch nicht fest. Außerdem sollen die Flüchtlinge bei den Stadtfesten dieses Jahr, Kulturfest, Familienfest und Kinderfest, eingebunden werden.

Heidi Hans regte an, die drei Jugendhäuser in die Arbeit mit jungen Männern einzubinden. Das wird aber kritisch gesehen, weil die Männer älter als die Kinder und Jugendlichen sind und damit nicht dazu passen.

Kreativ-Café

Im September war das Kreativ-Café nach einer Pause wieder am Lippstädter Weg gestartet. Am Emsweg leben aber keine Familien mehr, für Frauen ist der Weg nach Stukenbrock-Senne zu weit. Das Café hat jetzt einen zentralen Raum in Aussicht.

Für Frauen

Für Flüchtlingsfrauen soll es Vorträge und Veranstaltungen geben zu den Themen Gesundheit, Gewaltprävention, Kindergesundheit und Schulkonzepte.

Ehrenamtliche

Knapp 30 ehrenamtlich Tätige waren der Einladung zum Runden Tisch gefolgt. Die meisten sind »Langstreckenläufer«, wie sie Beigeordneter Bernd Gebauer bezeichnet. Das sind die, die schon seit Jahren engagiert sind. Sie helfen als Familien- und Lernbegleiter in Zusammenarbeit mit Grund- und weiterführenden Schulen oder arbeiten in den Gruppen der Flüchtlingshilfe St. Johannes Baptist unter der Leitung von Giesela Hörster. Dort organisieren sie Kleiderkammer, das Sprachcafé, Lesen mit Hund und den Fahrrad-Lernkurs. Sprachkurse werden mit der Katholischen Bildungsstätte Bielefeld, Verbraucherthemen mit der Verbraucherzentrale Bielefeld angeboten.

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