Beide Löschzüge im Dauereinsatz – Fichte fällt auf Haus – Sportheim abgedeckt Feuerwehr räumt hinter Friederike auf

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). »Kurz vor 12 Uhr sahen wir, wie der Boden anfing, sich zu heben.« Rita Daniel und ihr Mann Detlev stehen unter Schock. Die geschätzt 18 Meter hohe Fichte war Minuten später entwurzelt und stürzte auf das Dach des Wohnhauses am Buschweg in Sende. »Ich bin völlig fertig«, sagt Rita Daniel.

Von Monika Schönfeld
Mit der Motorsäge und viel Muskelkraft haben die Feuerwehrleute wie hier an der Trapphofstraße die Bäume zersägt, die die Straßen blockiert haben. Auch Landwirte haben geholfen, die Straßen freizuschieben.
Mit der Motorsäge und viel Muskelkraft haben die Feuerwehrleute wie hier an der Trapphofstraße die Bäume zersägt, die die Straßen blockiert haben. Auch Landwirte haben geholfen, die Straßen freizuschieben. Foto: Monika Schönfeld

Das Haus der Daniels ist nur eins der Opfer, die sich der Sturm »Friederike« holt. Es bleibt bis Redaktionsschluss bei Sachschaden. »In diesem Fall kann man bei diesem Sturm noch nichts machen, dafür braucht man einen Kran«, sagt Holger Schlepper vom Löschzug Schloß Holte, der mit seiner Mannschaft an den Buschweg angerückt ist. Er schaut sich den Schaden an. »Das Dach ist beschädigt. Da muss man jetzt vorsichtig sein.«

Der Trupp zieht gleich weiter an den Stadtweg. Hier – und bis 14.15 Uhr an 67 anderen Stellen in der Stadt – liegen Bäume umgeknickt wie Streichhölzer quer über den Straßen. Meist begehrtes Werkzeug am Donnerstag ist die Kettensäge. Einen Ast, der sich in einem anderen Baum verfangen hatte, holten die Feuerwehrleute runter, damit er niemanden erschlagen kann.

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Das ist unglaublich gefährlich.

Landwirt Gerhard Brechmann

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In Schloß Holte sind die Straßen wie die Schlossstraße, die durch den Holter Wald führen, gesperrt. In Stukenbrock geht von der Kreuzkrug-Kreuzung bis zum Ortseingang Stukenbrock nichts. Zu gefährlich wäre es, durch den Schlieffen-Forst zu fahren. Die Paderborner Straße ist in Höhe der Brinkkapelle stark betroffen. »Seit 11 Uhr knicken hier die Bäume um. Das ist unglaublich gefährlich«, sagt Landwirt Gerhard Brechmann, der mit dem Trecker wegschiebt, was wegzuschieben ist. »Die Feuerwehr war heute schon dreimal hier«, sagt er. Die Landwirte helfen, wo es nur geht. Josef Broeker räumt die Spellerstraße, während gleich zwei Trupps der Feuerwehr an der Trapphofstraße beschäftigt sind. Die Mergelheide war ebenfalls stark betroffen.

Motorsägen im Dauereinsatz

Unterstützung gibt es vom Landesbetrieb Straßen NRW. Die Sender Straße in Höhe der Einmündung der Heideblümchenstraße ist innerhalb weniger Minuten wieder geräumt. Der Mitarbeiter arbeitet mit der Motorsäge und schafft mit einem Greifarm an seinem Fahrzeug den Stamm in den Straßengraben.

Der Sturm hat auf dem Gelände des Sportplatzes des Schwarz-Weiß Sende an der Falkenstraße das Dach des alten Sportheims abgedeckt.

Tiere und Menschen wohlauf

Alle Tiere und Menschen im Safaripark haben den Orkan heil überstanden. Die Tiere haben den Tag aus Sicherheitsgründen in ihren Häusern verbracht. Die Menschen waren seit dem Mittag im Einsatz. Wegen mehrerer umgestürzter Bäume auf dem Mittweg zu beiden Seiten der Einfahrt waren der Safaripark, seine Bewohner und Mitarbeiter zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten. Mit schwerem Gerät wie Radladern und Motorsägen räumten die Safaripark-Mitarbeiter die Straße wieder frei.

Etwa 100 Bäume wurden auf dem Gelände des Zoos Safaripark umgerissen. Eine große Kiefer krachte auf das Dach der Werkstatt. Die Außenzäune wurden nicht beschädigt. Lediglich innerhalb des Geländes gab es Schäden. Am Giraffenhaus drückte der Sturm ein Fenster ein. Das Zirkuszelt hat einen Riss, steht aber stabil.

Einsätze von zwei »Meldeköpfen« aus koordiniert

In beiden Feuerwehrgerätehäusern hatte die Feuerwehr einen so genannten Meldekopf eingerichtet. »Hier laufen die Einsätze von der Leitstelle auf«, sagt Feuerwehrchef Stadtbrandmeister Claus Oberteicher. Lars Oesterwalbesloh und Schloß Holtes Löschzugführer Fabian Johann-vor-der-Brüggen koordinieren die Teams in Schloß Holte. In Stukenbrock und in Schloß Holte gibt es eine Verpflegungsstation, wo die Männer und Frauen zwischendurch Kraft schöpfen können, bevor es zum nächsten Einsatz geht.

Am Freitag wird sauber gemacht

Gegen 16 Uhr hatte sich »Friederike« ausgetobt, der Dienst war aber für die Feuerwehrleute noch lange nicht beendet. Insgesamt gab es 100 Einsätze in Schloß Holte-Stukenbrock, sagt Oberteicher. 80 Feuerwehrleute waren im Einsatz, in 13 Fahrzeugen waren die Teams unterwegs. Die Bielefelder Straße war nach 17 Uhr wieder frei, die Tenge-Rietberg- und Holter Straße durch den Holter Wald waren gegen 20 Uhr wieder befahrbar. »Wir werden auch am Freitag noch aufräumen.«

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