Sprachcafé der Flüchtlingshilfe St. Johannes sehr gut angenommen Spielend lernen

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Mit Humor nimmt Abil Hasanov es beim »Mensch ärgere dich nicht-Spiel« in Kauf, dass sein blauer Spielkegel direkt, bevor er ins Ziel geht, von Eckard Daudels Spielfigur aus dem Spielfeld geworfen wird. »Das gehört dazu und wir haben trotzdem viel Spaß«, sagt der 50-Jährige.

Von Manuela Fortmeier
Das Sprachcafé bietet den Besuchern aller Nationen die Möglichkeit, ihre Sprachkenntnisse beim Spielen und während der Gespräche zu erweitern und neue Menschen kennenzulernen. Freude dabei erleben am Donnerstag auch Nedal Alhamada, Ahmad Jnied, Hasnik Mkitchyan, Sipel Hassan, Zaria Qasim, Christine Schütte-Ernst und Giesela Hörster (von links).
Das Sprachcafé bietet den Besuchern aller Nationen die Möglichkeit, ihre Sprachkenntnisse beim Spielen und während der Gespräche zu erweitern und neue Menschen kennenzulernen. Freude dabei erleben am Donnerstag auch Nedal Alhamada, Ahmad Jnied, Hasnik Mkitchyan, Sipel Hassan, Zaria Qasim, Christine Schütte-Ernst und Giesela Hörster (von links). Foto: Manuela Fortmeier

Am Donnerstagabend gehört der aus Aserbaidschan stammende Flüchtling zu den Frauen und Männern unterschiedlicher Nationalitäten und Altersgruppen, die das »Sprachcafé« der Flüchtlingshilfe St. Johannes Baptist Stukenbrock in einem angemieteten Raum im »La Mina« besuchen.

Bereits im Herbst 2016 hat Giesela Hörster das »Sprachcafé« ins Leben gerufen. Einmal wöchentlich, immer am Donnerstag in der Zeit zwischen 18 Uhr und 20 Uhr, ist es im Gebäude der Arbeitslosen-Selbsthilfe ein Ort für Begegnungen von Flüchtlingen und heimischen Bürgern, um miteinander zu spielen, Geselligkeit und den Austausch von Sprachen und Kulturen zu erleben.

Viele unterstützen den Treff ehrenamtlich

»Das Sprachcafé ist mein Kind«, sagt Giesela Hörster, die von allen nur liebevoll »Mama Giesela« betitelt wird. »Wer hierher kommt, weiß, ich bin da und ich helfe, wo ich kann«, sagt die Seniorin, die der Flüchtlingshilfe täglich ehrenamtlich »zwischen acht und zwölf Stunden« widmet.

»Zum Glück« findet Giesela Hörster aber in ihrem Wirken viel Unterstützung. Einer der Helfer ist Nedal Alhamada von der Arbeitsgruppe »Helping Hands« der bei diesen Zusammenkünften gerne dolmetscht. Regelmäßig dabei sind auch Christine Schütte-Ernst, Erhard Daudel und Wilhelm Langhorst. Jedoch sei es für sie nicht so, dass sie nur kommen, um den Flüchtlingen die deutsche Sprache zu lehren. »Nein, bei jedem Treffen bekommen wir auch ganz viel zurück, lernen die Menschen mit ihren Kulturen kennen«, sagt Daudel.

Bereicherung für beide Seiten

So sei jedes Zusammentreffen eine Bereicherung für beide Seiten, fügt Langhorst hinzu, der es liebt, Menschen aus fremden Ländern und ihre Sitten kennen zu lernen. »Bei uns haben schon Menschen aus aller Welt gelebt und immer wieder ist es schön, sich darauf einzulassen«, sagt Langhorst, der jede Woche dabei ist. Diese Treffen seien jedes Mal eine persönliche Bereicherung. Wo sonst habe man im Ort Gelegenheit, Menschen aus anderen Kulturen kennen zu lernen und mit ihnen gute Gespräche zu haben. »Und wenn ich dann zeitgleich noch helfen kann, ist das doch wunderbar.«

Genau so sieht das auch Daudel. »Hier lernt jeder von jedem, und wir merken hier schnell, dass das, was für uns in unserem Land selbstverständlich ist, für andere bei weitem nicht so ist.«

»Wir möchten allen Flüchtlingen das Gefühl vermitteln, dass sie bei uns willkommen sind, und wir freuen uns über jeden, der am Donnerstagabend zu uns kommt,« sagt Hörster.

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