Zeitzeugenfilm über Theo Peters (82) ist ein Straßenfeger Mit trockenem Humor

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Theo Peters musste aufpassen, dass er keine weichen Knie bekam. Zur Vorführung des Zeitzeugenfilms über ihn als Stukenbrocker Urgestein hat Bürgermeister Hubert Erichlandwehr in der Aula der Realschule 231 Gäste begrüßt. »Rekord« meldet der Rhythmus-Kinoverein, der mit dem Film einen Straßenfeger vorgeführt hat.

Von Monika Schönfeld
Blumen und einen Gutschein für einen Besuch in der »Tor Deele« hat Bürgermeister Hubert Erichlandwehr dem Zeitzeugen Theo Peters überreicht, den die Stadt filmisch porträtieren ließ, um seine Geschichte der Nachwelt zu sichern.
Blumen und einen Gutschein für einen Besuch in der »Tor Deele« hat Bürgermeister Hubert Erichlandwehr dem Zeitzeugen Theo Peters überreicht, den die Stadt filmisch porträtieren ließ, um seine Geschichte der Nachwelt zu sichern. Foto: Monika Schönfeld

Das gab es bei solch einer Veranstaltung noch nie. Die fünf Mitarbeiter des Kinovereins, die den Abend betreuten, schleppten noch Stühle und Hocker heran. Die Menschen nutzten die Fensterbänke als Sitze und hielten einen Platz frei. »Mein Mann sucht noch einen Parkplatz«, sagte eine Zuschauerin. Ein anderer: »Man muss hinten stehen wie in der Kirche.« Freunde und Weggefährten des 82-jährigen Stukenbrockers waren da. Wenn Theo Peters erzählt, gibt es strukturiert vorgetragene Fakten. Aber auch etwas zum Schmunzeln. Und als er erzählt, nicken viele mit den Köpfen oder lachen und klatschen. »Ich muss mich ganz oben bedanken, dass mein Gedächtnis so gut funktioniert, die Dönekes zu produzieren«, sagt Peters später.

»Mister FC Stukenbrock«

Viele kennen Theo Peters aus seiner Tätigkeit für den FC Stukenbrock, wo er Jahrzehnte als Geschäftsführer gearbeitet hat. Anderen ist die »Tor Deele« ein Begriff. Sie haben dort Bier getrunken, als Theo Peters in jungen Jahren noch selbst an der Theke stand. »Urgestein« – ein Ausdruck, der trifft: Theo Peters besitzt nicht nur die Gaststätte. Er hatte in Stukenbrock den ersten Lebensmittel-Selbstbedienungsladen (Kaufhaus Peters), war kommunalpolitisch für die CDU tätig, begründete die Freundschaft zwischen dem FC Stukenbrock und dem Südtiroler Sportverein Naturns und dem SV Hohenstein vor dem Mauerbau. Nach der Wende und dem Mauerfall haben die Sportler wieder an diese Freundschaft angeknüpft.

Ein erstaunliches Gedächtnis

Im Auftrag der Stadt haben Maria und Michael Hallau den sechsten Zeitzeugenfilm gedreht. 40 Minuten lang erzählt Theo Peters aus seinem Leben. Sein Gedächtnis erstaunt immer wieder den Bürgermeister. »Wenn jemand die Ereignisse eines bestimmten Tages, einen Namen oder ein Hochzeitsdatum sucht: Theo bringt die Zahlen hintereinander«, sagte Erichlandwehr. Der Bürgermeister bedankte sich beim Rat, der das Geld zur Verfügung stellt, um diese Filme zu fertigen. »Wir möchten auch weiterhin diese Chance nutzen und die Zeitzeugenreihe weiterführen«, sagt er. Theo Peters bot seine Hilfe an. »Das fantastische Archiv ist zu schade für die Tonne. Ich wäre bereit, mich bei der Archivierung einzuschalten.«

Die nächsten Zeitzeugen im Publikum

Theo Peters erzählt, wie er politisch für die CDU aktiv wurde und beim ersten Kontakt mit dem Schloß Holter Kollegen Ulrich Suermann gehörigen Respekt hatte. »Jetzt gehe ich mit dem um wie mit jedem anderen auch.« Ulrich Suermann (86) saß im Publikum. Er ist der nächste Zeitzeuge, der vor der Kamera berichtet. Nach dem Film sagt Suermann: »Das ist Theo Peters, wie wir ihn erlebt haben. Die Differenzen von damals sind längst ausgebügelt. Die geschlagenen Wunden sind alle verheilt. Und ich werde ja auch noch zu Wort kommen.«

Marlis Brink (90), die auch Zeitzeugin in dieser Reihe wird, weiß, dass ihr Mann noch bei Theo Peters’ Vater in der »Tor Deele« Danziger Goldwasser statt des bestellten Korns getrunken hat. »Das hat er immer mit Freude erzählt.«

Willi Bokermann, der in Naturns die Bergbauernhilfe mit Peters organisiert hat: »Die Stukenbrocker sind mit Theo Peters gut beraten.«

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