Alexander Brock mit Bob, dem Flaschenträger, in Erfindershow Das ist ja ein Ding!

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Es sind die kleinen Dinge, die das Leben leichter machen. Die Erfindung von Alexander Brock könnte zum »Ding des Jahres« werden. Bob, der Flaschenträger, wird Star in Stefan Raabs neuer Erfindershow auf Pro7. Sendetermin: Mitte Februar.

Von Monika Schönfeld
Die Erfindung wird zum Fernsehstar: Bob, der Flaschenträger, ist serienreif. Erfinder ist der Konstrukteur für Spritzgusswerkzeuge in der Kunststoffindustrie, Alexander Brock (rechts). Für den Vertrieb ist Markus Landmann zuständig.
Die Erfindung wird zum Fernsehstar: Bob, der Flaschenträger, ist serienreif. Erfinder ist der Konstrukteur für Spritzgusswerkzeuge in der Kunststoffindustrie, Alexander Brock (rechts). Für den Vertrieb ist Markus Landmann zuständig. Foto: Monika Schönfeld

Im Mai hatte das WESTFALEN-BLATT in der Beilage »Visionen und Wege« über den Prototypen berichtet. Danach ging es Schlag auf Schlag. Die Fachzeitschrift »Maschinenmarkt« griff das Thema auf, »Der Stahlformenbauer« schickte einen Redakteur von München nach Schloß Holte-Stukenbrock und lieferte einen achtseitigen Beitrag.

Alles aus OWL

Bob, den Flaschenträger, hat Alexander Brock (49) aus Schloß Holte-Stukenbrock entwickelt. In der neu gegründeten GmbH Click-It Systems hat sich der Konstrukteur für Spritzgusswerkzeuge als Geschäftsführer Entwicklung mit Markus Landmann (Vertrieb) und Uwe Merschbrock (Einkauf/Produktion) zusammengetan. Bei der Merschbrock Kunststoff Spritzguss GmbH in Verl wird produziert. Dort ist auch die Click-It Systems GmbH ansässig. Die Formen für die Einzelteile haben Werkzeugmacher aus Lemgo, Bielefeld und Kirchlengern gebaut. Die Verpackung, eine Banderole, fertigt Gundlach in Oerlinghausen, die Gebrauchsanleitung wird als international verständliches Piktogramm darauf gedruckt, entwickelt von »hejdesign« aus Schloß Holte-Stukenbrock.

Mit nur einem Klick und einer Hand kann man mit Bob volle Flaschen aus einer Kiste nehmen oder leere einsammeln. Hinter diesem einfach klingenden Vorgang steht eine komplexe Kons­truktionsleistung. »Ich wollte zeigen, dass solch ein Produkt in Deutschland zu einem vernünftigen Preis herstellbar ist«, sagt Alexander Brock. Nach dem deutschen Gebrauchsmusterschutz wird »Bob« auch das europäische Patent erteilt.

Kunststoff kommt von Kunst

Bob besteht aus 14 Kunststoffteilen. Für den Guss sind sieben Werkzeuge nötig. Der Prototyp kam noch aus dem 3D-Drucker. Die Unterschiede sind gewaltig. »Ständig tüftele ich, überlege, wie ich die Stabilität noch verbessern kann, wie ich eine kleine Macke beseitige. Daran kann ich mich festbeißen. Das Wort Kunststoff kommt von Kunst.«

Hergestellt wird bei Merschbrock in Verl. »Im Kunststoffbereich ist ein hohes Investment notwendig. Und das muss man leisten, ohne vorher wirklich zu wissen, ob sich das Produkt verkauft. Das kann man nicht testen.« Alexander Brock und sein Vertriebsmann Markus Landmann sind sicher, dass das leicht zu bedienende Produkt ein Erfolg wird. Vom »Herzstück«, dem Rastkäfig, der die Flasche am Hals packt, sind bereits 150.000 Stück für 25.000 Bobs produziert. Im Februar wird über den Onlineshop verkauft (bobshop24.com). Im örtlichen Getränkehandel soll der Träger aber auch erhältlich sein.

Serienproduktion begonnen

Die Serienproduktion ist gestartet, die Montage wird noch von Hand erledigt. »Bob ist zu 100 Prozent aus Kunststoff. Da gibt’s keine Schraube.« Alexander Brock ist die Nachhaltigkeit wichtig. Bob ist aus hochwertigem Kunststoff und damit haltbar. Und sein Einsatz fördert das Mehrwegsystem Pfandflasche – und drängt die Plastikflasche zurück, die zunehmend eine Gefahr für die Meere darstellt.

Ein praktisches Problem hatte den Anstoß für die Entwicklung gegeben. Brock und Landmann hatten Thekendienst in der Tennishütte ihres Vereins und mussten Flasche für Flasche in die Getränkeschubladen einräumen. »Das muss doch einfacher gehen«, sagte sich Brock. Es geht.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.