Michael und Maria Hallau zeigen am Donnerstag ihren sechsten Zeitzeugenfilm Theo Peters erzählt von bewegenden Momenten

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). »Theo Peters ist ein extrem bescheidener Mensch, der sich nicht in den Vordergrund stellen will.« Das sagen Michael und Maria Hallau, die Theo Peters (82) als Zeitzeugen vor der Kamera erzählen lassen. Der Film wird am Donnerstag, 11. Januar, ab 19 Uhr in Zusammenarbeit mit dem Rhythmus-Filmtheater in der Aula der Realschule gezeigt. Der Eintritt ist frei, Interessierte sind willkommen.

Von Monika Schönfeld
Mit dem Portrait von Theo Peters (82) legen Maria und Michael Hallau den sechsten Zeitzeugenfilm vor, den sie im Auftrag der Stadt gedreht haben. Am Donnerstag wird der Film ab 19 Uhr in der Aula der Realschule gezeigt.
Mit dem Portrait von Theo Peters (82) legen Maria und Michael Hallau den sechsten Zeitzeugenfilm vor, den sie im Auftrag der Stadt gedreht haben. Am Donnerstag wird der Film ab 19 Uhr in der Aula der Realschule gezeigt. Foto: Monika Schönfeld

Theo Peters berichtet auch über seine politische Zeit. Foto: Michael Hallau

Einiges geht Theo Peters nahe, wenn er es erzählt. Wie zum Beispiel die Begegnungen mit dem SV Hohenstein. Junge Menschen aus der SBZ (Sowjetische Besatzungszone) waren 1957 im Heidehaus Augustdorf zu Gast und freundeten sich mit Fußballspielern aus dem FC Stukenbrock an, die damals auf dem Platz an der Augustdorfer Straße kickten. Das offizielle Match sollten die Gäste im Trikot mit dem (ungeliebten) DDR-Emblem austragen. Sie traten mit nacktem Oberkörper an, um das zu vermeiden. Kurz vor dem Mauerbau sagte der Trainer: »Hier kommen wir nicht wieder hin.« Tränen in den Augen hat Peters, als er erzählt, was der gleiche Mann nach dem Fall der Mauer 1990 erneut in Stukenbrock gesagt hat: »Wir sind wieder da.«

Theo Peters hat als »Mister FC Stukenbrock« den Sportverein jahrzehntelang als Geschäftsführer geprägt. Er wurde mit 18 Jahren stellvertretender Schriftführer des Vereins, hat die Freundschaft mit dem Südtiroler Sportverein Naturns begründet und mit Leben erfüllt. »Schon im Juli 1966 sprangen die Funken, ein Jahr später bin ich aus einem privaten Urlaub rüber gefahren. Das war ein ganz komisches Gefühl. Ich merkte, ich bin verliebt«, sagt Peters vor der Kamera.

Das Kaufhaus Peters (jetzt Möbel Stoller) befand sich direkt neben der »Tor Deele« an der Hauptstraße.

Eng verbunden ist der Sport mit der »Tor Deele«. Die Gaststätte gibt es seit 1794. Die Witwe des Kaufmanns, Gastwirts, Lehrers und Küsters Franz Josephus Gauksterdt hatte einen Peters geheiratet. Theo Peters’ Vater hat als Gastwirt und Rendant der Spadaka gearbeitet, Theo Peters in der Gaststätte und im Textilgeschäft daneben, in dem ab 1961 auch Lebensmittel angeboten wurden.

Zum »Imperium Peters« (»Es ist manchmal auch eine Belastung«) gehört unter anderem das Haus gegenüber der »Tor Deele«, damals ein Fachwerkhaus, in dem viele Familienfeiern stattfanden. Davor stand »Peters’ Eiche«. Die Hauptstraße war eine Dorfstraße, eng, aber schon viel befahren. Manch Lastwagenfahrer sei vor dem Baum gelandet. Für den Ausbau der Straße wurde die Eiche gefällt. »Das war 1959 notwendig. Heute hätte man um das Naturdenkmal mehr Trouble gemacht«, sagt Peters. Michael und Maria Hallau blenden Bilder aus Theo Peters’ Privatarchiv ein. Die Bilder zeigen ein beschauliches Stukenbrock, und sind damit selbst auch Zeitzeugen.

Links die »Tor Deele«, rechts Peters’ Eiche und dazwischen die Hauptstraße: Ein Bild aus Theo Peters’ Privatarchiv.

Theo Peters war als CDU-Politiker 14 Jahre im Rat und hat die Gründung der neuen Gemeinde nach der Gebietsreform 1970 miterlebt. »Der Proporz musste immer stimmen«, sagt Peters. Als es um die Namensgebung ging, stimmten 18 Räte für Schloß Holte, 14 für Stukenbrock. Stukenbrock war damals kleiner als Schloß Holte und hatte weniger Ratsleute. Ein »Formfehler« in der Abstimmung (oder Gemeindedirektor Wilhelm Schlickum) hat die neue Gemeinde vor einem Bürgerkrieg bewahrt. Die Landesregierung zog die Entscheidung an sich und bestimmte, dass die Gemeinde künftig den Bindestrich-Namen tragen wird.

Sehenswert sind die humorigen »Filmschnipsel« am Schluss. Theo Peters ist immer noch aktiv, heute beim Boccia im FC Stukenbrock und auf Reisen mit der Senioren-Union. Und er hat eine Botschaft an die nächsten Generationen: »Junge Leute sollten nicht kritisieren, sondern sich engagieren.«

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