Drei-Schulen-Theater führt Parabel auf der »Freilichtbühne« der Realschule auf Auf der anderen Seite des Zauns

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Ein brisanter historischer Stoff und eine Parabel auf unsere Gesellschaft: Das Drei-Schulen-Theater führt auf der »Freilichtbühne« der Realschule (unterer Schulhof) das Stück »Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zaunes schaute« auf. Das Stück von Jens Raschke ist 2014 mit dem Deutschen Kindertheaterpreis ausgezeichnet worden.

Von Monika Schönfeld
Der untere Schulhof der Realschule wird zur »Freilichtbühne« für das neue Stück des Drei-Schulen-Theaters.
Der untere Schulhof der Realschule wird zur »Freilichtbühne« für das neue Stück des Drei-Schulen-Theaters. Foto: Monika Schönfeld

1938 wurde am Rande des Konzentrationslagers Buchenwald für die Wärter, ihre Familien und die Bewohner von Weimar ein Zoo errichtet. 1994 wurde der verschüttete Zoo freigelegt und zugänglich gemacht. Jens Raschke sagt über sein Werk: »Es ist kein Stück über das Konzentrationslager Buchenwald – darüber lässt sich womöglich gar kein Stück schreiben –, sondern ein Stück über die Frage: Bär oder Pavian?«

Der Pavian verkörpert den Durchschnittsmenschen, dem es gut geht, solange er nicht Partei ergreift, und wegschaut, wenn Unrecht passiert. Der Bär ist Mitleidender, Denkender, den Unrecht nicht kalt lässt.

Dort ein Zoo, hier ein »Menschenzoo«

Die thematische Nähe zum »Menschenzoo in der Senne«, wie das Kriegsgefangenenlager Stalag 326 damals im Volksmund genannt wurde, hat den Theaterpädagogen Canip Gündogdu gefesselt. Zumal es der Autor sprachlich versteht, Kinder in ein schwieriges Thema einzubeziehen. Kinder und Erwachsene werden täglich mit Nachrichten von Krieg, Tod, Folter, Flucht und Vertreibung konfrontiert. Das Stück lässt darüber nachdenken, was jeder tun kann, wenn er sieht, dass auf der anderen Seite des Zauns die Menschenwürde mit Füßen getreten wird.

Dieses Stück ist das dritte und letzte in der dreijährigen Förderung durch die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung. Kooperationspartner sind auch das Evangelische Jugendhaus und die Realschule.

Mitwirkende

Darsteller sind Dominik Fockel, Ece Meyra Caliskan, Edona Hasani, Gaye Mutluay, Franziska Gees, Franke Fockel, Noemi Voss, Jessica Haasch, Nour Almasri, Michelle Dopheide, Lea Völkel, Emily Heyen, Aliya Dresselhaus, Asma Ahmad, Avan Ahmad, Andrea Martens, Lukas Schmale, Pia Kloppenburg, Delia Kornelsen und Annika Tönsmann. Die Leitung haben Canip Gündogdu und Alina Meinold, Kostümbildnerin ist Suzanne Austin.

Aufführungstermine

Premiere ist am Mittwoch, 21. Juni, ab 20 Uhr auf dem unteren Schulhof der Realschule. Die Zuschauer (maximal 100 pro Vorstellung) sitzen wie in einem Amphitheater auf Steinen, Sitzkissen, eventuell ein Klappstuhl und warme Kleidung sollten mitgebracht werden. Weitere Aufführungen sind am Freitag, 23. Juni, und am Dienstag, 27. Juni, jeweils ab 20 Uhr. Die Schauspieler arbeiten ohne Mikrofon.

Kartenreservierung unter der E-Mail-Adresse 3schulentheater@web.de oder telefonisch unter 01795337590. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird per Hutsammlung gebeten, um die Tantiemen für das Stück bezahlen zu können.

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