Geschäftsleute in Sorge – Post bleibt am Standort erhalten Verlust fürs Ortszentrum

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Die Schließung des Jibi-Marktes verstärkt die Sorge der Geschäftsleute im Holter Ortszentrum, dass das Zentrum weiter an Attraktivität für die Kunden verliert. Post und Bäcker bleiben geöffnet.

Von Bernd Steinbacher
Margit und Peter Dierich von Copy & more sorgen sich um die Attraktivität des Ortszentrum. Würde »Action« einen Markt eröffnen, befürchten sie Billig-Konkurrenz zu Lasten der Fachgeschäfte.
Margit und Peter Dierich von Copy & more sorgen sich um die Attraktivität des Ortszentrum. Würde »Action« einen Markt eröffnen, befürchten sie Billig-Konkurrenz zu Lasten der Fachgeschäfte. Foto: Bernd Steinbacher

Eventuell könnte statt des Jibi-Marktes , wie bereits am Freitag exklusiv berichtet, ein Action-Markt dort öffnen. Allerdings bestätigte das gestern die Pressestelle des Unternehmens nicht. »Wir geben generell erst neue Standorte bekannt, wenn alle Verträge unterschrieben sind. Schloß Holte-Stukenbrock befindet sich zurzeit nicht auf der Liste der neuen Standorte«, sagt Ellen Harms, eine Sprecherin von Action in den Niederlanden.

Die Mitarbeiterinnen Manuela Perlberg (links) und Tanja Turudija kümmern sich in der Postfiliale weiterhin um die Kunden. Foto: Bernd Steinbacher

Falls der »Action«-Markt ins Ortszentrum kommen würde, sehen das mehrere Geschäftsleute in direkter Nachbarschaft kritisch. »Überschneidungen mit unserem Sortiment wird es wohl wenig geben, doch der Nahversorger Jibi hat täglich Leute ins Zentrum gezogen«, sagt Frank Fortkord, Inhaber des Foto- und Reformhauses Fortkord. Falls eine Art Ramsch­laden öffnen würde, werde sich auch das Publikum ändern, zum Nachteil der Fachgeschäfte. »Die Kunden, die jetzt ihren täglichen Bedarf hier decken, gehen doch nicht täglich in einen solchen Markt.« Gut sei, dass der Bäcker bleibe.

Nahversorger fehlt

Margit und Peter Dierich vom Schreibwarengeschäft Copy & more schauen sehr kritisch hin. Sie befürchten Billig-Konkurrenz. Bis klar ist, wer tatsächlich Nachfolger im Jibi-Markt wird, werden sie sich mit Investitionen zurückhalten. Außerdem weist Peter Dierich darauf hin, dass ein Nahversorger dann fehlt. »Hier leben vorwiegend ältere Leute, die dann weitere Wege in Kauf nehmen müssen.« Er glaube nicht, dass ein Action-Markt im Ortszentrum das Gelbe vom Ei sei. Letztlich könne ein solcher Markt dazu führen, dass der Kirchplatz weiter verwaise. Denn wenn es hier keine Nahversorgung mehr gebe, würde sich der Kundenstrom noch mehr in Richtung Zentrum am Rathaus verschieben. Das zu verhindern, liege auch in Verantwortung der Stadt.

Für ältere Menschen ein Problem

Apothekerin Stefanie Ruwe sagt, dass es für sie selbst schwer abzuschätzen sei, was die Schließung des Jibi bedeute. »Für die vielen älteren Menschen hier ist das aber ein Problem.« Die »Apotheke am Holter Kirchplatz« besteht seit dem Bau des Ortszentrums und versorgt auch das Altenzentrum Wiepeldoorn. Sie sehe die Entwicklung mit Sorge, der Nahversorger werde fehlen.

Die Bäckerei Strunz wird weiterhin für die Kunden an diesem Standort da sein. Das bestätigt Michael Strunz auf Anfrage. Auch Inhaber Jörg Neugebauer betont, dass der Zeitungskiosk mit Lottoannahme und Postfiliale bestehen bleibt. »Übergangsweise werden wir aber ab Ende Februar die Öffnungszeiten etwas reduzieren.« Nach der Schließung des Jibi-Marktes wird montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr geöffnet sein.

Verlieren wird der Holter Kirchplatz allerdings das Geschäft für Kinderbekleidung »Pfiffikus«. »Ich höre aus privaten Gründen Ende März auf«, bestätigte Inhaberin Maria Sudermann an Aufrage.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.